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PDF/X Files and Adobe Creative Suite 3


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PDF/X-Standard

Der PDF/X-Standard wurde entwickelt, um sicherzustellen, dass Grafikdesigndateien genau den Vorstellungen der Grafikdesigner entsprechend gedruckt werden können. Dieses Ziel scheint einfach erreichbar zu sein, stellt aber eine echte Herausforderung dar, da zwischen zwei oder mehr Produktionsaufgaben über eine Vielzahl von Plattformen, Betriebssystemen, Softwareanwendungen, Farbräumen, Schriftarten, Dateiformaten und Medien hinweg eine „blinde“ Kommunikation stattfinden muss. (Blinde Kommunikation bedeutet, dass die Dateien so gründlich validiert wurden, dass der Druckdienstleister ihnen „blind“ vertrauen und sie problemlos entgegennehmen kann.) Zur Verwirklichung dieses Ziels wurde von mehreren Branchenorganisationen über viele Jahre hinweg der PDF/X-Standard entwickelt, der genau genommen aus mehreren einzelnen Standards besteht.

PDF/X ist eine Untergruppe der Adobe PDF-Spezifikation und wurde für den blinden Austausch druckfertiger Seiten entwickelt, da dieser Standard sich am besten für eine einheitliche Lieferung von für die Druckausgabe bestimmten Dateien eignet. PDF/X-1a und PDF/X-3 sind die gängigsten PDF/X-Formate; PDF/X-4 ist ein neuer Standard, der als CGATS- (Committee for Graphic Arts Technologies Standards) und ISO-Standard im Jahr 2007 ratifiziert wurde. Adobe Creative Suite 3 unterstützt alle genannten PDF/X-Standardformate.

Durch Verwendung von PDF/X-kompatiblen Dateien werden die häufigsten Fehler vermieden, die bei der Dateivorbereitung auftreten: nicht eingebettete Schriften, falsche Farbräume, fehlende Grafiken sowie Probleme mit Überdrucken und Überfüllen. Diese Probleme treten bei PDF/X-Dateien nicht auf, da bei diesen Standards definitionsgemäß alle Schriften eingebettet sind, geeignete PDF-Begrenzungsrahmen festgelegt wurden und Farben korrekt und konsistent definiert sind. PDF/X-kompatible Dateien müssen auch Informationen zur Beschreibung der Druckbedingungen enthalten, für die sie erstellt werden.

Beim Senden von PDF/X-kompatiblen Dateien werden Sie nicht zum Nachreichen fehlender Schriften oder Grafiken aufgefordert. Es besteht nicht mehr die Gefahr, dass beim Umwandeln von Bildern von RGB in CMYK auf Seiten des Druckdienstleisters Fehler auftreten. Außerdem weiß der Druckdienstleister, ob die Datei ordnungsgemäß für die hochwertige Druckausgabe vorbereitet wurde.

Viele Kreativ-Profis übergeben PDF-Dateien grundsätzlich im PDF/X-Format an den Druckdienstleister, auch wenn der Dienstleister dies nicht ausdrücklich anfordert. Mit dem PDF/X-Format kann auf effiziente Weise sichergestellt werden, dass eine Datei anhand branchenspezifischer Normen für die hochwertige Druckausgabe validiert wird und die Datei druckfertig ist.

Wählen eines PDF/X-Dateiformats

Es gibt drei PDF/X-Varianten: PDF/X-1a, PDF/X-3 und PDF/X-4. In einigen Fällen liegt eine spezifische Variante in unterschiedlichen Versionen vor. Jede Variante hat einen spezifischen Nutzungsbereich, der von der Art der verwendeten Dateien und dem erforderlichen Workflow abhängt. Allen Varianten ist jedoch gemeinsam, dass mit PDF/X auf konsistente Weise eine „zuverlässige PDF-Datei für den Druck“ beschrieben wird. Wie bei allen Druckoptionen geht jedoch ein Teil dieser größeren Kontrolle auf Kosten der Flexibilität.

Allgemeine Richtlinien zur Auswahl der zu verwendenden PDF/X-Variante:

  • Wählen Sie PDF/X-1a, wenn Sie CMYK-Dateien benötigen, digitale Inserate auf einer Druckmaschine reproduzieren lassen möchten, die einem Druckstandard wie SWOP (Specifications for Web Offset Publications) oder SNAP (Specifications for Non-heat Advertising Printing) entspricht, oder wenn Sie absolute Kontrolle über den Inhalt und die Farbdarstellung einer Datei behalten möchten.
  • Wählen Sie PDF/X-3, wenn Ihr Workflow die Übertragung von Daten in den CIELab- oder RGB-Farbraum erfordert und zu einem späteren Zeitpunkt eine Konvertierung in CMYK durchgeführt wird. Verwenden Sie PDF/X-3 für vollständige Dateien, die an digitale Druckmaschinen oder andere Umgebungen mit Farbmanagement gesendet werden, sowie für bestimmte digitale Inserate, bei denen Sie erwarten, dass der Druckdienstleister die Farbwiedergabe für die spezifische Druckumgebung optimiert.
  • Wählen Sie PDF/X-4 zum Drucken von Bildmaterial mit interaktiver Transparenz und Ebenen. PDF/X-4 unterstützt transparente Bildmaterialien und Effekte sowie Ebenen. Der Standard wurde im Jahr 2007 ratifiziert. Auf der Adobe PDF Print Engine basierende Systeme für den Druckworkflow sind in der Lage, PDF/X-4-Aufträge intern zu verarbeiten, ohne das Layout reduzieren oder die Datei ins PostScript-Format konvertieren zu müssen.

Hinweis: Wenn Sie mit CS3 oder Acrobat 8 arbeiten, können Sie Systeme für den Druckworkflow sowie RIPs auf Basis der Adobe PDF Print Engine nutzen. Mit dieser Technologie sind PDF-Dokumente und Aufträge während des gesamten Druck-Workflows vom Ausgabegerät unabhängig und müssen nicht konvertiert werden. Dank dieser Technologie entfällt z. B. in jeder Stufe des Produktionsprozesses (Druckvorschau, Proofing und Druck) die Notwendigkeit, transparente Objekte und Effekte zu reduzieren, um eine präzise und konsistente Wiedergabe komplexer Illustrationen zu gewährleisten. Somit können Aufgaben aus den Bereichen Druckvorstufe und Druck erstmals mit derselben Technologie in Adobe-Anwendungen durchgeführt werden, z. B. Bibliotheken für das PDF-Rendering oder Farbmanagementsysteme. Produkte, die auf der Adobe PDF Print Engine basieren, sind über Adobe OEM-Druckpartner erhältlich. Weitere Informationen zur Adobe PDF Print Engine finden Sie unter www.adobe.com/products/pdfprintengine/.

Tabelle 1: PDF/X-Dateiformate in den Komponenten der Adobe Creative Suite 3

 

PDF/X-Format Inhalt Verwendung Standard Kompati-
bilität
Transparenz in Ausgabe unterstützt
PDF/X-1a CMYK-Farben, benannte Volltonfarben. (keine
RGB- oder geräte-
unabhängige (farb-
verwaltete) Daten)
Blinder
Austausch
von
Dokumenten;
rationalisiert
und validiert
für
hochwertige Druck-
workflows.
PDF/X-1a:
2001
Acrobat 4.0/
PDF 1.3
Transparenz muss reduziert werden
PDF/X-1a:
2003
Acrobat 5.0/
PDF 1.4
PDF/X-3
(Alle PDF/X-1a - Dateien erfüllen die Anforderungen für PDF/X-3 - Dateien.)
CMYK-, Vollton-, kalibrierte RGB- und LAB-Farben, ICC-basierte Farbe. ICC-farb-
verwaltete
Workflows. ICC-
Farbprofile
sind in der
PDF/X-Datei enthalten.
Lässt RGB-
Bilder zu, die
genug Daten
enthalten,
um als
geräte-
unabhängig zu gelten.
PDF/X-3:
2002
Acrobat 4.0/PDF 1.3 Transparenz muss reduziert werden
PDF/X-3:
2003
Acrobat 5.0/
PDF 1.4
PDF/X-4 CMYK-, Vollton-, kalibrierte RGB- und LAB-Farben sowie ICC. Kann interaktive (nicht reduzierte) Transparenz und Ebenen enthalten. Farb-
verwaltete
Workflows und
Workflows
mit Adobe
PDF Print Engine. Transparenz in
Bildmaterial bleibt
interaktiv.
PDF/X-4:
2007
Acrobat 7.0/
PDF 1.6
Interaktive Transparenz und Ebenen unterstützt

Inhalt von PDF/X-Dateien

PDF/X-Dateien erfordern bestimmte Inhalte, schließen einige Inhalte aus und lassen andere Inhalte offen. Es ist daher wichtig zu wissen, welche Inhalte in PDF/X-Dateien zulässig sind, bevor Sie Ihre Dateien erstellen, eine Preflight-Prüfung durchführen und die Dateien korrigieren bzw. bevor Sie Einstellungen anpassen. Weitere Richtlinien zu Inhalten finden Sie unter Bewährte Verfahrensweisen beim Erstellen gültiger PDF/X-Dateien.

PDF/X-Dateien müssen folgende Bedingungen erfüllen:

  • Schriften und Bilder sind eingebettet.
  • Die Seitengeometrie (Endformat- und Anschnitt-Rahmen) ist definiert.
  • Die beabsichtigte Druckbedingung (Ausgabe-Intention) ist angegeben.
  • Der Überfüllungsschlüssel ist definiert (Ja = True, Nein = False).
  • Titel, Verfasser, Produzent, Erstellungs- und Modifikationsdatum sind angegeben.

Folgende Elemente dürfen in PDF/X-Dateien nicht enthalten sein:

  • Interaktive Transparenz (außer in PDF/X-4-Dateien)
  • Ebenen (außer in PDF/X-4-Dateien)
  • Verschlüsselung (Sicherheit)
  • Formularfelder
  • Interaktive Elemente, einschließlich Video, Audio, Schaltflächen und Hyperlinks
  • Anmerkungen innerhalb des Anschnitt-Rahmens
  • Vorseparierte PDF-Dateien
  • Transferfunktionen
  • Aktionen und JavaScript
  • Eingebettetes PostScript®

PDF/X-Dateien enthalten weder einen Mindestwert für die Auflösung von Grafiken, noch ist die Anzahl der verwendeten Druckplatten begrenzt.

PDF/X-Standard und Transparenz

PDF/X-Standards wurden ursprünglich im Jahr 2000 veröffentlicht und werden seitdem fortwährend weiterentwickelt, vor allem angesichts der weiten Verbreitung neuerer Versionen der PDF-Spezifikation. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die Entwicklung dieser Standards und die Handhabung von Transparenz in Dateien:

  • Die Standards PDF/X-1a:2001 und PDF/X-3:2002 basieren auf PDF 1.3 (Acrobat 4.0). Beim Erstellen einer PDF 1.3-Datei aus Anwendungen wie InDesign CS3, Illustrator CS3 oder Photoshop CS3 werden Transparenzeffekte reduziert.
  • Die 2003-Versionen des PDF/X-Standards (PDF/X-1a:2003 und PDF/X-3:2003) basieren auf PDF 1.4 (Acrobat 5.0), unterstützen jedoch auch PDF 1.3-Dateien. Dieser Standard unterstützt keine Transparenz. Sie können zwar nach wie vor Transparenz in Ihren Designs verwenden, doch muss die Transparenz vor dem Erstellen einer Datei im Format PDF/X-1a oder PDF/X-3 reduziert werden.
  • Das Format PDF/X-4:2007 speichert Dateien im Format PDF 1.6 oder höher. Bei diesem Format werden Transparenz und Ebenen beibehalten, ohne dass Transparenzeffekte reduziert werden.

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, Transparenzeffekte im Bildmaterial bis zum Ende des Workflows interaktiv zu halten. Falls eine Reduzierung erforderlich wird, kann der Druckdienstleister diese zum Zeitpunkt des Drucks mit einer geeigneten Reduzierungsauflösung vornehmen. Besprechen Sie diese PDF/X-Dateiformate mit Ihrem Druckdienstleister oder dem Herausgeber, an den Sie Ihre Dateien senden werden, und verwenden Sie das empfohlene Format und die entsprechenden Einstellungen.

Dateien im Format PDF 1.4 und höher unterstützen interaktive Transparenz, doch bei PDF/X-Dateien ist dies erst ab PDF/X-4:2007 der Fall. Sie können daher eine PDF 1.4-Datei in InDesign, Illustrator oder Photoshop speichern und die darin enthaltene Transparenz beibehalten. Die resultierende PDF 1.4-Datei ist dann jedoch keine gültige PDF/X-Datei. Daher erstellen die CS3-Komponenten PDF/X-Dateien im PDF 1.3-Format als gültige PDF/X-Dateien, d. h. mit korrekt reduzierter Transparenz.

CS3 und Acrobat 8 unterstützen alle PDF/X-Formate (PDF/X-1a:2001, PDF/X-3:2002, PDF/X-a1:2003, PDF/X-3:2003 und PDF/X-4:2007). CS3-Komponenten erstellen standardmäßig die Versionen PDF/X-1a:2001, PDF/X-3:2002 und PDF/X-4:2007.