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Informationen zum Autor

D. Garrett Nantz

www.bigspaceship.com*

Garrett Nantz ist ein preisgekrönter künstlerischer Leiter bei Big Spaceship in Brooklyn, New York. Er hat viele der Flash-Sequenzen (Video und Audio) für folgende Projekte erstellt: Onlinespiel zu „Krieg der Welten“ (Paramount), Teaser zu „The Da Vinci Code – Sakrileg“ (Sony), Original-Website zu „Sin City“ (Miramax) sowie Website und Spiele zu „I, Robot“.

Ressourcen

Links zu verwandten Themen

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Wie Interaktivität und gute Storys Filme verkaufen

Schon bald in Ihrem Kino: Das Sitzkantenerlebnis

Filmtrailer sollen die Filmstory zusammenfassen und die wichtigen Details unterstreichen. Dabei müssen vor allem solche Aspekte hervorgehoben werden, die das Publikum dazu bringen, sich den Film anzusehen. Dies könnte z. B. der Humor im Film sein, die Chemie zwischen den Darstellern, Geheimnisse, die historische Relevanz oder die Dramatik.

Einem Filmtrailer kommt die monumentale Aufgabe zu, die Grundgedanken und Emotionen eines Films in einem begrenzten Zeitfenster von in der Regel drei Minuten unterzubringen. Die Leute wollen heutzutage in das Filmerlebnis eintauchen, noch bevor sie ins Kino gehen. Und um das zu erreichen, sind das Internet und Flash erstklassig geeignet.

Der Grund für den Erfolg von Flash bei der Vermittlung des Filmerlebnisses über das Internet besteht darin, dass verschiedene Medientypen (sowie die entsprechenden Technologien) problemlos nebeneinander eingesetzt werden können und somit die Aussage mithilfe eines nichtlinearen Ansatzes optimal unterstützen. Durch die Möglichkeit, Fotos, Video, Audio und Text mit Animation zu kombinieren und anschließend durch interaktive Funktionen zu erweitern, bekommt der Begriff „Geschichtenerzähler“ eine völlig neue Bedeutung.

Wie man einen Film ins Web bringt
Wenn wir bei Big Spaceship die Arbeit an einer Film-Website beginnen, lesen wir zunächst einmal das Skript und machen uns Notizen über die Charaktere und den Hintergrund des Films. Daraus sollen dann später die etwa 120 Seiten der Website entstehen. Um die Themen des Films verstehen zu können, stellen wir viele Fragen.

Als wir beispielsweise das Skript zum Film „Die Legende des Zorro“ von Sony Pictures lasen, fragten wir uns: „In dem Film gibt es einige hervorragende Action-Szenen. Wie können wir die abenteuerliche Stimmung rüberbringen? Die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander sind sehr ausdrucksvoll. Können wir das irgendwie zeigen? Und wer ist die Zielgruppe?“

Abb. 1: Website zu „Die Legende des Zorro“

Nachdem die Mitarbeiter das Skript gelesen haben, machen wir ein Brainstorming dazu, wie wir die Themen des Films so mit Web-Funktionen verknüpfen können, dass das Publikum den Film unbedingt sehen will. Wir nennen diese erste Brainstorming-Sitzung auch „Blue Skying“, also in etwa „ins Blaue hinein“, weil wir dabei alles sagen, was uns einfällt, unabhängig davon, ob eine Idee wichtig scheint oder nicht. Anschließend gehen wir die Notizen von dieser Sitzung noch einmal durch und erarbeiten aus den besten Ideen einen Vorschlag. (Das ist dann die Phase, in der wir so langsam wieder auf den Teppich zurückkommen und uns überlegen, was tatsächlich machbar ist.) Ganz unabhängig vom Budget eines Projekts feilen wir so lange an jeder Animation, an jeder Video- und Audiosequenz, an jeder Zeile Code und an jedem Pixel herum, bis wir wirklich zufrieden sind.

Mit Flash können wir den Online-Filmtrailer durch Zusatz-Features erweitern. Das können beispielsweise kleine Text- oder Bildbereiche sein, über die wir Benutzer informieren und unterhalten und ihnen die Möglichkeit geben, die Anzeige zu personalisieren.

Es ist wichtig zu verstehen, wie Flash diese Ziele erreichen kann. Zum einen können Sie Flash einsetzen, um das Publikum zu informieren, indem Sie eine Sammlung von Gedanken und Dokumenten zum Film anbieten. Zum anderen können Sie es durch ungewöhnliche Übergänge, witzige Textanimationen, Videosequenzen und beeindruckende Musik unterhalten. Schließlich können Sie mit Flash aber auch den Benutzer selbst einbeziehen. Stellen Sie dazu zum Beispiel anpassbare Optionen, Interaktivität, Spiele und Foren bereit.

Elemente einer Film-Website
Bei Big Spaceship wissen wir, dass bestimmte Elemente zu jeder Film-Website gehören. So sind beispielsweise eine Filmzusammenfassung, Produktionsnotizen, Biografien von Schauspielern und Produktionsteam sowie Fotos und Videos aus dem Film unabdingbar. Diese Bereiche bezeichnet man auch als elektronisches Pressekit.

Da die Erwartungen des Internet-Publikums ständig steigen, bieten wir auch verschiedenes Zusatzmaterial zum Download an, wie zum Beispiel Hintergrundbilder, Icons, Filmplakate und Bildschirmschoner.

In den anpassbaren Bereichen könnte man den Benutzern auch die Möglichkeit bieten, Fotos von sich selbst hochzuladen und so selbst Teil der Online-Erfahrung zu werden.

So konnten Besucher der Website zu „Starsky & Hutch“ von Warner Bros' ihre eigenen Fotos mit verschiedenen Perücken, Hüten und Bärten verfremden. Ein sehr beliebtes Feature unserer Websites ist eine Funktion zum Generieren eigener Hintergrundbilder. Wir nennen diese Funktion die „Desktop Machine“. Die Desktop Machine erlaubt es Besuchern, Bilder von Schauspielern und Requisiten sowie Hintergrundmotive zu ihren eigenen Bildern zusammenzustellen und diese dann herunterzuladen.

Wenn uns für eine Site ein Spiel angemessen erscheint, untersuchen wir zunächst, welcher Spieletyp den Film am besten repräsentieren würde. Für uns sind Flash-Spiele eine ernste Angelegenheit. Wir arbeiten monatelang an Planung und Design animierter 3D-Charaktere und ihrer Umgebung in einer möglichst eleganten Oberfläche. Designer, Animationszeichner, Tontechniker, Produzenten und Programmierer tragen dazu bei, dem Spiel Leben einzuhauchen.

Abb. 2: Das Spiel „Elektra Ninja Assassin“

Für unsere Multiplayer-Projekte erstellen wir in der Regel einen integrierten Chat, den die Spieler für Trashtalk nutzen können, während ihre Charaktere online gegeneinander antreten.

Kombinieren von After Effects und Flash
Oft genug befinden sich die Filme, zu denen wir eine Website entwickeln, noch in Produktion, sodass es schwierig sein kann, an entsprechendes Material (von Fotos abgesehen) heranzukommen. Bei unseren ersten Projekten war das eine große Herausforderung, denn schließlich sollte am Ende eine ansprechende Website zu einem Film herauskommen, zu dem wir selbst kaum Zugang hatten.

Dies ist genau der Punkt, an dem After Effects ansetzt und eine für das Endergebnis wichtige Rolle übernimmt. Wir können Standbildern Rauch, Feuer, Wasser und andere Einzelheiten hinzufügen und so den Eindruck von Realismus erzeugen. Das fertige Video können wir dann in Flash übernehmen und durch andere Grafiken und Text erweitern.

Mein erstes Flash-Videoprojekt war „Gangs of New York“ von Miramax. Gerade erst war Flash MX erschienen, und nachdem wir dem Kunden einige mit dem neuen Produkt generierte Demos vorgeführt hatten, war dieser von den Möglichkeiten von Flash-Video begeistert. Standbilder wirkten plötzlich absolut lebendig.

Und hier kommt noch ein Aha-Erlebnis: Was ich bisher immer für unmöglich gehalten hatte, gibt es jetzt bei Flash 8, nämlich Video mit transparenten und halbtransparenten Bereichen. Mit After Effects konnten wir schon immer verschiedene Composite-Videos und -Grafiken übereinander anordnen. Sobald wir aber das Ergebnis nach Flash exportierten, wurde aus dem Composite ein langweiliges undurchsichtiges Rechteck, das sich nicht mit den verschiedenen Hintergründen in Flash kombinieren ließ. Mit Flash 8 hat sich das aber geändert. Jetzt kann ich endlich durch Teile meines Videos hindurchsehen und dahinter verschiedene Bilder anordnen.

Damit ergeben sich aus der Kombination von After Effects und Flash wunderbare Möglichkeiten. Das erste größere Web-Projekt, das wir mit Flash 8 erstellen werden, ist „Underworld: Evolution“ von Sony Pictures. Die bisher erstellten Objekte sind ein hervorragender Beleg dafür, wie sehr After Effects den Flash-Workflow bereichert.