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Why shoot raw?

Die Antwort auf obige Frage ist einfach: Sie haben mehr Einfluss auf die Nachbearbeitung eines Bildes. Bei Aufnahmen im JPEG-Format erstellt die integrierte Kamerasoftware unter Berücksichtigung der zuvor festgelegten Einstellungen ein Farbbild und komprimiert es auf Basis der JPEG-Komprimierung. Bei manchen Kameras können Sie Parameter für diese Konvertierung angeben, in der Regel die Auswahl von sRGB oder Adobe® RGB als Farbraum, ein Wert für die Schärfe und eventuell eine Farbtonkurve oder eine Kontrasteinstellung. Aber da Sie vermutlich nicht die Muße haben, diese Parameter für jedes einzelne Bild neu festzulegen, sind Sie auf die Art und Weise angewiesen, wie die Kamera die aufgenommenen Motive interpretiert. JPEGs bieten nur geringen Spielraum bei der Nachbearbeitung. Größere Anpassungen bei Farbtönen und Farben führen zu einer Überzeichnung der 8 x 8-Pixelblöcke, die die Grundlage der JPEG-Komprimierung bilden. Zwar lassen sich Luminanzwerte im JPEG-Format recht gut beibehalten, aber die Farbtreue ist gering, sodass es bei der Darstellung von Hautfarben oder bei sanften Farbübergängen zu Problemen kommt. Wenn Sie Ihre Bilder jedoch im Raw-Format aufnehmen, haben Sie volle Kontrolle über alle erwähnten Aspekte der Konvertierung. Beim Raw-Format sind ISO-Geschwindigkeit, Verschlussgeschwindigkeit und die Blendeneinstellung die einzigen Faktoren, die sich auf die erfassten Pixel auswirken. Alle weiteren Einstellungen können Sie bei der Konvertierung des Raw-Bildes selbst vornehmen. Weißabgleich, farbmetrisches Rendering, Einstellung des Tonwertbereichs und die Detailwiedergabe (Schärfe und Störungsreduktion) erlauben beträchtlichen Spielraum. Sie haben sogar die Möglichkeit, die grundlegende Belichtung neu einzustellen, indem Sie Schwarz- und Weißpunkt zurücksetzen.

Voraussetzungen

Damit Sie den Anweisungen in diesem Artikel folgen können, benötigen Sie folgende Software:

Adobe Photoshop CS2

Erforderliches Hintergrundwissen:

Grundlegende Kenntnisse von der verwendeten Digitalkamera, von digitaler Bildbearbeitung und von Photoshop CS2.

Ausnutzen aller Bits

Die meisten modernen Kameras nehmen pro Pixel mindestens 12  Bit pro Kanal auf. Dadurch sind 4.096 Tonwertabstufungen für jeden Kanal möglich. Je größer die Anzahl der Bits, desto größer der Bearbeitungsspielraum. Das JPEG-Format unterstützt jedoch pro Pixel nur 8 Bits pro Kanal. Wenn Sie also JPEG-Aufnahmen machen, gestatten Sie dem integrierten Konvertierungsmechanismus der Kamera, ein Drittel der Bilddaten zu verwerfen, und vertrauen darauf, dass der verbleibende Rest dem Bildmotiv gerecht wird.

Bei Aufnahmen im Raw-Format wird hingegen alles erfasst, was die Kamera erfassen kann. Folglich haben Sie bei der Nachbearbeitung viel bessere Voraussetzungen, um Farbtöne und Kontrasteinstellungen für das Gesamtbild festzulegen. Außerdem erhalten Sie eine Datei, deren Potenzial sich für eine Bearbeitung mit Photoshop wesentlich besser eignet als ein JPEG-Bild mit 8 Bits pro Kanal.

Bearbeitungsvorgänge in Photoshop sind „destruktiv“: Wenn Sie Werkzeuge wie „Tonwertkorrektur“, „Kurven“, „Farbton/Sättigung“ oder „Farbbalance“ anwenden, nehmen Sie Änderungen an den Pixelwerten selbst vor. Diese Änderungen sind häufig die Ursache zweier möglicher Probleme:

  • Wenn Sie den Tonwertbereich erweitern, kann es zum so genannten Stanzeffekt kommen. Lagen die Tonwerte ursprünglich direkt nebeneinander, werden sie nun auseinander gezogen. Anstelle eines Übergangs von beispielsweise 100 über 101, 102, 103, 104 zu 105 liegen die neuen Werte nun eher bei 98, 101, 103, 105 und 107. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Bearbeitungsschritt für sich genommen einen sichtbaren Stanzeffekt erzeugt. Normalerweise müssen vier oder fünf Tonwerte übersprungen werden, bevor man anstelle eines gleichmäßigen Übergangs einen Farbsprung wahrnimmt. Nachfolgende Bearbeitungsschritte jedoch können die Lücken zwischen den Farbwerten weiter vergrößern und damit zu einem sichtbaren Stanzeffekt führen.
  • Wenn Sie den Tonwertbereich komprimieren, kann es zu Detailverlust kommen. Wo zuvor unterschiedliche Tonwerte vorlagen, werden diese nun auf denselben Tonwert reduziert. Dabei gehen die Unterschiede, die mögliche Bilddetails erkennbar machen, unwiederbringlich verloren.

Abbildung 1 verdeutlicht, wie sich Erweiterung und Komprimierung von Tonwertbereichen auf die Pixelwerte auswirken können. Machen Sie sich aber nicht zu viele Gedanken über den Verlust von Tonwerten – das ist ein ganz normaler und notwendiger Bestandteil der Bildbearbeitung. Die Auswirkungen von Tonwertverlusten lassen sich erheblich abschwächen, wenn Sie keine Bilder mit 8 Bits pro Kanal, sondern Bilder mit 16 Bits pro Kanal nach Photoshop importieren. Seien Sie sich jedoch des destruktiven Potenzials einer Bildbearbeitung mit Photoshop bewusst.

Weißbalance

Die Einstellung der Weißbalance bei einer Raw-Datei mit Adobe Photoshop® unterscheidet sich grundlegend von demselben Vorgang bei einer Datei, die bereits gerendert wurde.

Wie aus Abbildung 1 hervorgeht, sind Bearbeitungsvorgänge in Photoshop vom Prinzip her destruktiv: Nach der Bearbeitung enthält die Datei weniger Tonwerte als vorher. Erfolgt die Weißbalance jedoch als Teil des Konvertierungsprozesses einer Raw-Datei, ist die Bearbeitung weit weniger destruktiv. In diesem Fall verändern Sie nämlich nicht die Pixelwerte durch die Anwendung von Gradationskurven, sondern Sie passen einen oder zwei Kanäle durch vorsichtige Skalierung an den dritten Kanal an. Bei der Weißbalance mit Camera Raw gehen wesentlich weniger Bilddaten verloren als bei irgendeinem Bearbeitungsschritt, den Sie in Photoshop an dem Bild durchführen können.

Destruktive Bildbearbeitung

Abb. 1: Destruktive Bildbearbeitung

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Histogramme

Abb. 2: Die beiden Histogramme verdeutlichen den Verlust von Tonwerten während der Bildbearbeitung. Das obere Histogramm zeigt den Zustand des Bildes vor der Bearbeitung, das untere den Zustand nach der Bearbeitung. Die Lücken repräsentieren verloren gegangene Tonwerte; sie sind entstanden, als der Tonwertbereich erweitert wurde. Die Zacken repräsentieren verloren gegangene Details; sie sind entstanden, als der Tonwertbereich komprimiert wurde.

Farbmetrische Bildwiedergabe

Bei JPEG-Aufnahmen stehen in der Regel sRGB oder Adobe RGB (1998) als Farbräume zur Verfügung. Gleichwohl können die meisten modernen Kameras Farben erfassen, die außerhalb dieser beiden Farbräume liegen, vor allem bei gesättigten Gelb- und Cyantönen. Bei der Konvertierung in sRGB oder Adobe RGB gehen diese Farbtöne verloren.

Je nach dem verwendeten Konvertierungsprogramm lassen sich Bilder im Raw-Format für unterschiedliche Farbräume rendern. Adobe Camera Raw bietet hier vier verschiedene Möglichkeiten. Eines dieser Zielformate, ProPhoto RGB, unterstützt alle mit einer Kamera erfassbaren Farben sowie nahezu alle mit dem Auge sichtbaren Farben. Wenn Sie bei einer Konvertierung nach ProPhoto RGB großflächige Farbverluste feststellen, haben Sie mit Sicherheit Bereiche außerhalb des sichtbaren Lichts eingefangen!

Das unkompliziert wirkende Bild in Abbildung 3 wurde mit ProPhoto RGB als Zielfarbraum gerendert. Dann wurde das Farbspektrum dieses Bildes auf den Farbumfang von sRGB und Adobe RGB projiziert. Man erkennt, wie viele der erfassten Farben außerhalb der beiden Vergleichsfarbräume liegen.

Farben außerhalb des Farbbereichs

Abb. 3: Selbst ein so unkompliziert wirkendes Bild wie dieses kann Farben enthalten, die sich mit den Farbräumen von Adobe RGB (1998) oder sRGB nicht darstellen lassen.

Die unten abgebildeten Farbräume wurden mit Chromix ColorThink erstellt. Die Darstellung der Farben erfolgt im LAB-Farbmodus. Der Betrachter blickt auf eine Seitenfläche des Farbraums, wobei die Achse für die Helligkeit vertikal verläuft. Die a*-Achse von Rot nach Grün verläuft quasi aus dem Bild heraus geradewegs auf Sie zu. Die b*-Achse von Blau nach Gelb verläuft von links nach rechts. Die dunklen Gelb- und Orangetöne liegen außerhalb des Farbbereichs von Adobe RGB (1998) und sRGB.

Bildfarben vor dem Hintergrund des Farbraums

Abb. 4: Darstellung der Farben aus dem Windmühlenbild (in Form von Kästchen) vor dem Hintergrund des Farbraums Adobe RGB (1998) (schattierte Fläche).

Bildfarben vor dem Hintergrund des Farbraums

Darstellung der Farben aus dem Windmühlenbild (in Form von Kästchen) vor dem Hintergrund des Farbraums sRGB (schattierte Fläche).

Belichtung

Wie die Einstellung der Weißbalance ist auch die Anpassung der Belichtung bei einem Bild im Raw-Format weitgehend verlustfrei (es sei denn, im Zuge der Bearbeitung werden Lichter komplett weiß und Tiefen komplett schwarz). Dies steht im Gegensatz zur Anpassung der Tonwertbereiche, die Sie in Photoshop an einem gerenderten Bild vornehmen. In der Praxis allerdings ist der Spielraum bei der Anpassung der Belichtung kleiner als bei der Einstellung der Weißbalance.

Die wichtigste Einschränkung bei der Belichtungsanpassung liegt hier: Wenn Sie versuchen, besonders unterbelichtete Bereiche zu erhellen, kommt es schnell zu Grobkörnigkeit und Stanzeffekten in den Mitteltönen und den Tiefen. Das liegt nicht daran, dass der Bearbeitungsvorgang destruktiv wäre, sondern daran, dass im Bild von Anfang an nicht genug Tiefen-Informationen gespeichert waren.

Komplett überbelichtete Bereiche lassen sich ebenfalls nicht wiederherstellen. Allerdings ist Camera Raw im Gegensatz zu anderen Konvertierungsprogrammen für Raw-Bilder doch um einiges leistungsstärker, wenn es darum geht, Details in überbelichteten Bereichen erkennbar zu machen, selbst wenn nur einer der Kanäle Daten enthält. Je nach Kamera und gewählte Weißbalance haben Sie möglicherweise Erfolg bei der Rettung von Details inmitten eines lichtüberfluteten Bereichs. Dennoch ist eine gute Belichtungseinstellung zum Zeitpunkt der Aufnahme nach wie vor sehr wünschenswert.

Detailschärfe und Störungsreduktion

Bei JPEG-Aufnahmen werden Schärfeeinstellung und Störungsreduktion von der integrierten Kamerasoftware vorgenommen. (Bei den meisten Kameras kann die Schärfe manuell eingestellt werden. Nur wenige Modelle ermöglichen hingegen eine manuelle Einstellung der Störungsreduktion.) Bei Aufnahmen im Raw-Format kontrollieren Sie beides: Schärfe und Störungsreduktion. Mit Camera Raw können Sie die Störungsreduktion sogar getrennt nach Helligkeit und Farben handhaben.

Daraus ergeben sich mehrere Vorteile. Sie können die Störungsreduktion auf verschiedene ISO-Geschwindigkeiten abstimmen, eine schnelle, bildweite Schärfeanpassung für die Rohfassung von Bildern vornehmen oder Bilder ganz ohne Schärfeeinstellung rendern, sodass es in Photoshop möglich ist, nuancierte Detailschärfe gezielt auf ausgewählte Bildbereiche anzuwenden.

Einschränkungen des Raw-Formats

Zwar bietet das Raw-Format beträchtliche Vorteile gegenüber JPEG-Aufnahmen, allerdings gilt es auch einige Einschränkungen zu berücksichtigen. Ich bin der Ansicht, dass die Vorteile in den meisten Fällen überwiegen, dennoch will ich die Nachteile nicht verschweigen. Der Vollständigkeit halber folgt hier also ein Blick auf die Einschränkungen, die beim Raw-Format zu beachten sind.

Verarbeitungszeit

Das größte Plus von Raw-Dateien ist möglicherweise auch ihr größter Nachteil: Sie als Anwender erlangen beim Konvertierungsprozess weitgehende Kontrolle über die Bilddaten, allerdings müssen Sie sich auch die Zeit nehmen, aus einer Raw-Datei ein Bild zu erstellen. Mit Camera Raw lassen sich Raw-Dateien sehr effizient bearbeiten, insbesondere wenn Sie die Anwendung in Kombination mit den Automatisierungsfunktionen von Photoshop nutzen. Dennoch beansprucht jedes Bild eine gewisse Zeit – ein paar Sekunden – für die Bearbeitung.

Wenn Sie alle in diesem Buch beschriebenen Techniken, Tipps und Tricks verinnerlicht haben und umsetzen können, werden Sie schnell feststellen, dass der Computer einen Großteil der Bearbeitungszeit beansprucht. Daher haben Sie die Möglichkeit, Konvertierungen im Stapel zu übergeben und sich interessanteren Dingen zu widmen, während der Computer die Konvertierung durchführt. So oder so stehen aber Dateien im Raw-Format nicht so schnell zur Verfügung wie JPEGs und sie erfordern einen zusätzlichen Schritt im Workflow.

Dateigröße

Raw-Dateien sind größer als JPEGs, in der Regel zwei- bis viermal so groß. Zwar kostet Speicherplatz nicht mehr viel und wird auch von Jahr zu Jahr billiger, aber wenn es nötig ist, so viele Bilder wie irgend möglich auf der Speicherkarte der Kamera abzulegen oder Bilder möglichst schnell über ein Netzwerk oder das Internet zu übertragen, dann kann die Größe von Raw-Dateien zum Problem werden.

In den meisten Fällen lassen sich derartige Probleme jedoch durch ein Minimum an Planung umgehen: Halten Sie einfach genügend Speicherkarten bereit und planen Sie ausreichend Zeit für die Dateiübertragung ein.

Tipp: Zwei kleine Karten sind besser als eine große. Compact Flash-Karten mit großer Kapazität kosten im Vergleich zu Karten mit geringerer Kapazität auch großes Geld: Eine 4-GB-Karte kostet mehr als doppelt so viel wie eine 2-GB-Karte, und diese wiederum kostet mehr als doppelt so viel wie eine 1-GB-Karte. Ein weiterer Vorteil von mehreren kleineren Karten: Wenn die erste Karte voll ist, können Sie sie bereits Ihrem Assistenten übergeben, der dann schon die Dateien auf den Computer überspielen und vielleicht sogar schon die erste Grobbearbeitung in Angriff nehmen kann, während Sie mit den Aufnahmen fortfahren und diese auf der zweiten Karte ablegen. Mit mehreren kleineren und kostengünstigeren Karten sind Sie wesentlich flexibler als mit einer großen Karte.

Zukunftsfähigkeit

Es gibt noch ein Problem im Zusammenhang mit Raw-Dateien. Momentan nutzen viele Kamerahersteller für Raw-Dateien ein firmeneigenes Format. Dieser Umstand weckt Bedenken hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit solcher Dateien. Hardware-Hersteller tun sich zumeist schwer damit, für alte Hardware zeitgemäße Software auf den Markt zu bringen – in meinen Schränken tummeln sich zahlreiche verwaiste Artefakte, die das belegen. Daher ist es nur legitim zu fragen, ob die Dateien, die heute im Raw-Format aufgenommen werden, auch in 10 oder in 100 Jahren noch lesbar sind. Die Bemühungen von Adobe, Camera Raw zum universell einsetzbaren Konvertierungsprogramm von Raw-Dateien zu machen, sind kein Geheimnis. Ebenso wenig ist es ein Geheimnis, dass manche Kamerahersteller in dieser Hinsicht nicht gerade viel unterstützendes Engagement erkennen lassen. Wenn Sie sich um die langfristige Nutzbarkeit Ihrer Raw-Dateien Sorgen machen, sollten Sie Ihren Kamerahersteller darauf ansprechen. Weiterhin haben Sie die Möglichkeit, die Initiative von Adobe zur Förderung des DNG-Formats, eines offenen, dokumentierten Dateiformats für Raw-Aufnahmen, zu unterstützen, oder, falls nötig, mit Ihrer Brieftasche gegen solche Hersteller zu votieren, die sich gegen entsprechende Initiativen sperren.

Adobe Camera Raw

Wenn Sie bis zu diesem Punkt durchgehalten haben, konnte ich Sie hoffentlich von den Vorzügen des Raw-Formats überzeugen. Jetzt möchte ich Ihnen noch erläutern, warum Adobe Camera Raw sich als bevorzugtes Konvertierungsprogramm anbietet.

Universell einsetzbar

Im Gegensatz zu Konvertierungsprogrammen der Kamerahersteller beschränkt Camera Raw seine Unterstützung nicht auf eine bestimmte Kameramarke. Adobe hat sich verpflichtet, das Programmpaket in regelmäßigen Abständen für neue Kameras zu erweitern, und bislang scheint das hervorragend zu klappen. Daher gilt: Auch wenn Sie Aufnahmen mit mehreren Kameras von verschiedenen Anbietern machen und regelmäßig neue Kameras hinzunehmen, müssen Sie sich nur mit einer Benutzeroberfläche und mit einem Satz von Steuerelementen vertraut machen. Daraus ergeben sich natürlich unmittelbare Einsparungen beim kostbarsten aller Güter: bei der Zeit.

Funktionen für Branchenprofis

Kaum ein anderes Konvertierungsprogramm kann es in punkto Funktionsvielfalt mit Camera Raw aufnehmen Es ermöglicht genaueste Einstellungen für Weißbalance, Belichtung, Störungsreduktion und Schärfe. Im Gegensatz zu vielen anderen Konvertierungsprogrammen für Raw-Dateien verfügt es außerdem über Steuerelemente zur Beseitigung von farblichen Abweichungen (digitale Aufnahmen lassen schonungslos sämtliche Unreinheiten auf dem Objektiv erkennen, die Film kaschiert) sowie über Möglichkeiten zur Feinjustierung der Farbreaktion bei verschiedenen Kameramodellen

Durch das Auslesen von Metadaten erkennt Camera Raw, mit welchem Kameramodell eine Aufnahme gemacht wurde. Sie können für jedes Kameramodell Kalibrierungseinstellungen festlegen, die Camera Raw dann automatisch anwendet. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, alle anderen Einstellungen von Camera Raw individuell zu definieren und diese Einstellungen als Vorgaben zu speichern. Auf diese Weise erhalten Sie für jedes Kameramodell einen maßgeschneiderten Satz von Voreinstellungen.

Integration mit Photoshop

Sobald Sie in Adobe Bridge auf einen Ordner mit Bildern im Raw-Format verweisen, erstellt Camera Raw Miniatur- und Vorschaubilder der Dateien, sodass eine schnelle Bildauswahl möglich ist.

Dank der Automatisierungsfunktionen von Adobe Bridge können Sie benutzerdefinierte Einstellungen auf einzelne Bilder anwenden und anschließend Photoshop aufrufen, um Bilder im Stapel so zu konvertieren, dass sie sich für Web-Galerien, PDF-Präsentationen oder Kontaktformulare eignen. Und wenn Sie ausgewählte Bilder gezielt und intensiv bearbeiten möchten, lädt Camera Raw die Dateien direkt in Photoshop, wo die erforderliche Bearbeitung durchgeführt wird.

Das digitale Negativ

Wie so viele Analogien hinkt auch der Vergleich zwischen digitalen Aufnahmen im Raw-Format und Filmnegativen, nicht zuletzt weil Raw-Aufnahmen nicht die gleiche Belichtungsbreite bieten wie Filmnegative. Doch bei vielen anderen Aspekten hält der Vergleich durchaus stand.

Beide bieten die Möglichkeit zur Aufnahme eines ungerenderten Bildes und eröffnen beträchtlichen Spielraum beim Rendern des Bildes nach der Aufnahme. Beide bieten die Möglichkeit, zu experimentieren und viele verschiedene Bildvarianten derselben Aufnahme zu rendern, ohne dass die ursprüngliche Aufnahme verändert wird.

Weiterführende Informationen

Folgende Informationsquellen bieten noch mehr Wissenswertes über Camera Raw: