
Shadow Chens Studio in Schanghai – das sie als etwas unordentlich beschreibt – schmücken viele Postkarten und Kunstdrucke, die ihre künstlerische Energie wecken. Ihr Lieblingsduft steht neben den Kakteen. Gegensätze inspirieren sie. Chens Tätigkeiten umfassen Verpackungs-Design, Corporate Design, Websites, Produkt-Design, klassische Malerei und Modegrafik.
Das Wichtigste bei meiner Arbeit sind meine Gefühle. Wenn ich kreativ arbeite, inspirieren mich meine Emotionen – ähnlich wie Musik einen zum Tanzen und Mitsingen animiert. Sobald das Gefühl da ist, muss ich einfach loszeichnen. Dabei muss ich allein sein, in einem Raum nur für mich. Ich glaube, das Alleinsein ist für jeden Kunstliebhaber etwas Besonderes. Ein weiterer wichtiger Einfluss für meine Arbeit ist Musik. Ich liebe magische, kraftvolle, bizarre Klänge.
Meistens beginne ich mit Skizzen. Dann denke ich über mein weiteres Vorgehen nach, wie ich den Entwurf finalisieren oder digitalisieren will, welche Farben ich verwenden will usw.
„Concert Undersea“ fing mit einer sehr spontanen, assoziativen Buntstiftskizze in Rot- und Grüntönen an. In dieser Skizze drückten sich meine Leidenschaft und Sehnsucht aus, und ich fand sie so gut, dass ich sie für dieses Projekt digitalisieren wollte.
Zuerst importierte ich sie in Adobe® Illustrator® und stellte die Zeichenfläche auf die gleiche Größe ein.
Danach reproduzierte ich all die verschiedenen skizzierten Objekte digital. Ich musste viele Werkzeuge verwenden, um die Vielfalt an Kreaturen in meiner Unterwasserwelt zu gestalten.

Einige Objekte sollten aussehen, als wären sie mit echten Aquarellfarben gemalt worden. Ich stellte fest, dass ich diesen Effekt ganz einfach mit dem Borstenpinsel von Illustrator CS5 erzeugen kann.
Zuerst zeichnete ich eine Kurvenform und füllte sie mit einem wässrigen, blau-grünen linearen Verlauf. Dann erstellte ich mit dem Befehl „Innen zeichnen“ eine Maske. Für den Borstenpinsel wählte ich die flache, gefächerte Pinselspitze und entsprechende Borsteneigenschaften aus.
Den Pinsel führte ich entlang der Form und fügte weitere Pinselstriche mit variierenden Merkmalen hinzu. Anschließend legte ich ein neues kleines Objekt mit eigenen Verlaufs- und Transparenzeinstellungen über das erste.
Anhand dieses Objekts erstellte ich dann ein Symbol, damit ich mehrere Instanzen des Objekts an beliebiger Stelle kopieren konnte.

Mit der Funktion für Konturen mit variabler Breite waren die Bläschen-Objekte sehr einfach zu erstellen. Zuerst zeichnete ich eine Konturlinie. Mit dem neuen Werkzeug zur Anpassung der Breite konnte ich dann die Linie um die gezeichnete Form herum unterschiedlich breit machen. Dann fügte ich zwei Kreise hinzu. Das sind kleine Bläschenformen, die ich oft in meinen Kunstwerken verwende.
Die große Blase kopierte ich, um sie als ein separates Füllobjekt zu verwenden. Dann fügte ich sie in die Hintergrundebene ein und färbte sie rot.
Mit dem Gitter-Werkzeug konnte ich ein Verlaufsgitter definieren und so Glanzpunkte und Schatten gezielt positionieren. Die Transparenz des Verlaufs passte ich an, um die rote Farbe des Hintergrunds durchscheinen zu lassen, wodurch mein Bild an Räumlichkeit gewann.
Ich zeichnete eine weiße transparente Ellipse, die als Glanzpunkt dienen sollte. Auf die gleiche Weise erstellte ich dann eine Reihe weiterer Blasen. Abschließend speicherte ich meine Lieblingsobjekte als Symbole, damit ich sie an anderen Stellen im Bild schnell reproduzieren konnte.
Das Seil bzw. die wurmförmigen Elemente entstanden mit dem Angleichen-Werkzeug. Zuerst entwarf ich die beiden Seilenden. Dann zeichnete ich eine Kurve, die die Verlaufsrichtung des Seils vorgab, und erstellte mit dem Angleichen-Werkzeug Zwischenobjekte. Ich probierte verschiedene Einstellungen aus, bis ich genau den Look erzeugt hatte, den ich wollte.
Wenn das Ergebnis nicht natürlich oder realistisch aussah, erweiterte ich einfach die Angleichung und bearbeitete jedes Zwischenobjekt noch einmal.
Weitere Seile zu gestalten, ging noch schneller. Dazu musste ich nur das angeglichene Objekt über die Zwischenablage an gewünschter Stelle einfügen und bei Bedarf die Einstellungen oder die Form der Kurvenlinie ändern.
Sobald alle Objekte und Details fertig waren, z. B. die Farbverläufe in den Blütenblättern der Blume im Zentrum des Bilds, musste ich nur noch ein paar letzte kleine Feinanpassungen vornehmen.
Nach Auswertung der Gesamtkomposition optimierte ich dann noch die Farbgebung und das Zusammenspiel der vielen kleinen Objekte.
Dann löschte ich die Ebene mit meinem Entwurf, erhöhte die Sättigung der Farben und verlieh dem Bild mehr Tiefe und neue Details. Zum Schluss fügte ich einen tiefblauen Hintergrund hinzu, der zur Wasseroberfläche hin heller wird. Dadurch wirkt mein Kunstwerk noch realistischer.
Laden Sie die Quelldatei für Shadow Chens „Concert Undersea“ herunter.