
Yogesh Sharmas Leidenschaft für Software-Entwicklung wird nur noch von seiner Liebe zu Motorrädern übertroffen. Als Leiter des Qualitätsteams für Adobe® Illustrator® ist er mit den Möglichkeiten von Illustrator bestens vertraut. Dieses umfangreiche Wissen setzt er oft in kreative Einfälle um, die in neuen und vielfältigen Darstellungen von Motorrädern Gestalt annehmen.

„Ich liebe Motorräder von Royal Enfield“, gesteht Sharma. „Ihr innovatives Design ist einzigartig: die Linienführung, der Look, die außergewöhnliche Verarbeitung. Jedes dieser Bikes ist ein echtes Kunstwerk. Als ich an Illustrator CS6 gearbeitet habe, wurde mir klar, dass es kein besseres Testobjekt für die neuesten Funktionen geben würde als die Darstellung eines meiner eigenen Motorräder. Es wurde sozusagen meine Muse.“ Die Muse, die Sharma schließlich küsste, war eine Royal Enfield Classic 500.
In Zeiten von benutzerfreundlich-kalkulierbarer Massenware ist eine Royal Enfield wahrlich eine Besonderheit. Diese mechanischen Motorräder sind in liebevoller Handarbeit und mit höchster technischer Präzision gefertigt, die jeder Maschine ihren eigenen unverwechselbaren Charakter verleihen. Die Classic 500 ist mit ihrem kraftvollen 500-Kubik-Einspritzmotor unter einer wundervollen Karosserie im Nachkriegs-Look wohl die begehrteste Royal Enfield aller Zeiten.
Zuerst machte Sharma ein Foto von seiner Royal Enfield Classic 500. Das Bild importierte er dann in Adobe Photoshop® und machte ein paar Farbanpassungen. So gab er den Chromteilen z. B. einen eher golden-bräunlichen Farbton. Er passte auch die Beleuchtung des Motorrades an, indem er die Richtung des Lichtes veränderte und ihm mehr Wärme verlieh.

Sharma wollte zwei neue Funktionen von Illustrator CS6 testen: „Verläufe auf Konturen“ und „Variabel einstellbare Konturen“. Mit „Verläufen auf Konturen“ kann der Anwender wunderschöne und harmonische Verläufe ähnlich wie mit dem Verlaufsgitter erzeugen – nur schneller und einfacher. Die Verläufe können über die Länge, die Breite oder innerhalb von Konturen angewandt werden – und zwar mit einer hohen Präzision, die vielfältige, natürlich wirkende Effekte über gebogene Pfade ermöglicht. Kombiniert man die Verläufe mit den Optionen für die variable Breite von Konturen, lassen sie sich perfekt auf das Profil der Linien anpassen.
Sharma erzählt hier, wie er mit diesen Funktionen von Illustrator CS6 seine ganz besondere Darstellung der Royal Enfield Classic 500 schnell und einfach in die Tat umgesetzt hat.

Ich begann meine Arbeit mit dem Auspuff und dem Schalldämpfer, die an verschiedenen Stellen unterschiedliche Breiten aufweisen. Der Farbverlauf sollte quer durch die Kontur führen, was mit „Verläufen auf Konturen“ nun möglich ist.
Vor Illustrator CS6 hätte ich diesen Effekt nur mit mehreren Formen erreicht, die ich mit linearen Verläufen für gerade Teilstücke und dem Verlaufsgitter für gebogene hätte füllen müssen. Statt viel Zeit für die Erstellung von Objekten mit Verlaufsgittern und der Anpassung von Gitterpunkten zu verwenden, kann ich nun einfach gebogene Pfade zeichnen und auf diese dann Verläufe anwenden.
Während meiner Arbeit merkte ich, dass ich die variabel einstellbaren Konturen mit den Verläufen in den Konturen kombinieren konnte, um den Farbverlauf entsprechend der Breite einer Kontur einzustellen. Zum Beispiel habe ich die breiteste Stelle des Auspuffs mit der variabel einstellbaren Kontur modelliert, um ihm die Rundung an den Enden zu geben. Die Verläufe an diesen Enden werden dabei wirklichkeitsgetreu zusammengeführt.

„Mit Illustrator CS6 kann ich kompliziert aussehende Objekte erstellen, die aber auf einer einfachen Struktur basieren und daher einfach zu bearbeiten sind.“
Dann machte ich mich an die Kotflügel. Das gesamte grüne Objekt für den vorderen und hinteren Kotflügel ist eigentlich nur ein einziger Pfad in Illustrator.
Mit den variabel einstellbaren Konturen gelang es mir, das breitere Ende des hinteren Kotflügels ebenso realistisch darzustellen wie das schmalere in der Nähe des Sitzes. Die dunklere Schattierung des breiten Endes habe ich dadurch erreicht, dass ich ein Objekt mit linearem Verlauf von Schwarz zu voll transparent über den Konturverlauf gelegt habe. Die Glanzlichter auf den Kotflügeln habe ich mit mehreren Pfaden herausgearbeitet, die einen Verlauf von Weiß zu Grau aufweisen, und auf die ich eines von Illustrators Standardprofilen für variabel einstellbare Konturen angewandt habe.
„Mit dem Verlaufsgitter hätten mich Erstellung und Abstimmung dieser Effekte eine Stunde oder mehr gekostet. Mit der Funktion ‚Verläufe auf Konturen‘ waren es nicht einmal 5 Minuten.“

Die Sprungfedern unter dem Fahrersitz waren ein weiterer interessanter Teil des Projekts, aber sie waren eigentlich ganz einfach zu erzeugen. Ich habe einen gebogenen Pfad mit nur zwei Ankerpunkten gezeichnet und dann dupliziert.

Dann habe ich einen Verlauf auf die Kontur angewandt und nach und nach bearbeitet. Nachdem ich einzelne Stellen des Verlaufs korrigiert hatte, musste ich die Kurven leicht anpassen. Hätte ich diese Pfade als gefüllte Objekte angelegt und dann Kontur und Verlauf gleichzeitig verändert, hätte mich das wesentlich mehr Zeit gekostet.
Um die beiden oberen „Sprungfedern“ im Schatten des Sitzes erscheinen zu lassen, habe ich einfach die Deckkraft der beiden oberen Konturen verringert.
Die schwarzen Konturen der Tankpolster habe ich mit dem Stiftwerkzeug gezeichnet und Teile der Linie mit dem Werkzeug zur Anpassung der Konturstärke bearbeitet, um den Eindruck von Tiefe zu erreichen. Auf diese Konturen habe ich dann einen Verlauf mit Farbe zu Transparenz angewandt, um den Effekt zu verfeinern.


„Mir ist es immer schwergefallen, Lichteffekte korrekt auf komplexe Formen anzuwenden. Illustrator CS6 macht es einem hier wirklich leicht. Ich muss mir keine Gedanken mehr darum machen, aus welcher Richtung die Farben verlaufen müssen oder wie ich andere Details handhaben sollte. Mit dem neuen Werkzeug ‚Verläufe auf Konturen‘ nehmen meine Ideen in kürzester Zeit Gestalt an.“