
Die ikonenhaften Bilder des 2007 erschienenen Spielfilms „300“ sind exemplarisch für eine eindrucksvolle Illustrationstechnik, die zwar schon lange in Comics angewendet wird, aber ohne diesen Film wohl nie den heutigen Bekanntheitsgrad erlangt hätte. In Frankreich und Belgien genießen diese Bildromane Kultstatus. Sie werden als „bandes dessinées“ oder kurz „BD“ bezeichnet. Comic-Romane sind dort aber weit mehr als nur Illustrationen: Seit ihrer Entstehung im frühen 19. Jahrhundert sind sie eine eigene, etablierte Kunstform. Ein weiteres Beispiel für die gelungene Fusion von Film und Comic ist Steven Spielbergs 2011 veröffentlichter Animationsfilm „Die Abenteuer von Tim und Struppi“. Hergés Abenteurer und sein treuer Hund erblickten das Licht der Welt erstmals 1929 in der Geschichte „Tim im Lande der Sowjets“.

„Photoshop CS6: Speichern im Hintergrund, Wiederherstellung, Ebenenfilter, verbesserte Videobearbeitung, adaptive Weitwinkelkorrektur, jede Menge Verbesserungen aus der JDI-Initiative – ja, ist denn heute mein Geburtstag?“
Stéphane Baril
Viele führende Comic-Zeichner verwenden Adobe® Photoshop®, um ihre Ideen zum Leben zu erwecken. Stéphane Baril und sein Partner Naïts haben einen Produktionsprozess entwickelt, der die besten manuellen Illustrationstechniken mit der digitalen Power von Photoshop kombiniert.
Wie viele Kreativprofis schätzt auch das französisch-belgische Künstler-Duo die Arbeit mit Kreide, Tusche oder Farbe auf Papier oder Leinwand. Sie möchten die Effekte, die Künstler mit diesen herkömmlichen Mitteln erzielen, auch in der digitalen Welt möglichst erhalten. Auch wenn Photoshop natürliche Zeichentechniken immer besser unterstützt, beginnen viele Illustrationskünstler ihren kreativen Prozess lieber mit Zeichengeräten auf Papier, um ihn dann ab einem gewissen Punkt digital fortzuführen.

Baril erklärt: „Moderne digitale Systeme können nahezu jede traditionelle Kolorationstechnik simulieren. Wenn man über Kenntnisse der Malerei verfügt und diese mit der Leistungsfähigkeit moderner Software kombiniert, kann man bei Comics unglaubliche Farbeffekte erzielen. Fein abgestimmte Verläufe und logisch platzierte Lichtquellen gehören heute einfach zum digitalen Handwerkszeug.“
Am Anfang eines üblichen Comic-Projekts stehen Skizzen, die dann mit Tusche, Pinsel oder Stift nachgezeichnet werden. Die Tafeln mit den fertigen Zeichnungen werden mit einem Scanner digitalisiert. Das Ergebnis ist entweder ein Schwarz-Weiß-Bitmap oder ein Graustufenbild, wobei bei Letzterem die Originalstrukturen und -schattierungen besser erhalten bleiben. Unerwünschte Unregelmäßigkeiten in den Umrissen werden dann mit Photoshop korrigiert. Dabei kommen eine ganze Reihe von Werkzeugen und Techniken zum Einsatz, z. B. Kurven für mehr Kontrast oder „Abwedeln“ und „Nachbelichten“ gegen ungewollte Strukturen.
Die bereinigte Grafik wird als Linienmuster auf einer separaten Ebene übernommen. In darüberliegenden Ebenen findet die Ausarbeitung mit Farbe, Schattierungen und Strukturen statt. Am Schluss erhalten Figuren und Szenen noch ihren 3D-Effekt durch Tiefen- und Lichteffekte.

Informationen zum Buch: Stéphane Baril ist Experte für die Adobe Creative Suite® und arbeitet für Adobe Frankreich. Dieser Beitrag enthält Ideen und Bilder aus dem Buch, das er mit Co-Autor Naïts veröffentlicht hat und das sich mit dem Einsatz von Photoshop zum Kolorieren von Comic-Romanen befasst. Zurzeit ist es nur in französischer Sprache erhältlich.
Titel: Coloriser ses BD avec Photoshop
Autoren: Stéphane Baril, Naïts
Verlag: Eyrolles