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Tony Knight

Tony Knight

Macromedia

Erstellt:
01 Jan 2000
Produkte:
Director

Einbinden von DVD-Video in Macromedia Director MX 2004

Wenn Sie zu den Usern gehören, die sich regelmäßig über Director informieren, wissen Sie mittlerweile bestimmt, dass Director MX 2004 das populäre DVD-Video-Format unterstützt. Großartig, mögen Sie denken, doch sich im nächsten Moment fragen, welche Relevanz das für Sie hat. Um diese Frage zu beantworten, werde ich in diesem einführenden Artikel die Vorteile der DVD-Video-Wiedergabe im Rahmen von Director erläutern, und Sie werden eine kleine Beispielanwendung mithilfe eines fertigen DVD-Controllers erstellen.

Systemanforderungen

Für die Arbeit mit diesem Lernprogramm müssen Sie die folgende Anwendung installieren:

Director MX 2004

Warum DVD?

Ein kluger Mann sagte einst zu mir, dass, wenn man die Frage nach dem Warum? beantworten kann, das Wie? letztlich kein Problem darstellt. In diesem Sinne möchte ich Ihnen zunächst auseinander setzen, warum die Einbindung von DVD-Filmen in Director-Projekte so vielversprechend ist, bevor ich mich dann der Frage widme, wie sie praktisch zu bewerkstelligen ist.

Über die Jahre hinweg hat Director die Zahl der unterstützten Videostandards immer weiter ausgebaut. Statt weniger ausgewählter Formate können in Director alle wichtigen Videotechnologien eingesetzt werden, angefangen bei Quicktime bis hin zu Real und Windows Media. Mit der Möglichkeit, DVD-Video in Director MX 2004 einzubinden, finden nun das wohl am weitesten verbreitete Videoaustauschformat aller Zeiten und das bekannteste professionelle Multimedia-Authoring-Tool zueinander.

Auf den ersten Blick scheinen die beiden nicht unbedingt füreinander geschaffen, denn DVD-Video ist ja bereits ein höchst interaktives Videoformat. Viele der in Director enthaltenen Funktionen, wie die Erstellung von Menüs, Schaltflächen, Untertiteln und sich abwechselnden Audiostreams, sind in der DVD-Video-Spezifikation bereits als eigenständige Features definiert. Man könnte sogar behaupten, dass sich die Funktionalität von Director und DVD-Video überschneidet. Wenn man genauer hinsieht, werden jedoch einige sehr überzeugende Gründe offenbar, die für eine Verbindung der beiden Technologien sprechen.

Für die Wiedergabe von DVD-Video gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. So werden die Filme zum einen (auf Grundlage der aufgestellten Richtlinien für den DVD-Video-Standard) einheitlich auf einem breiten Spektrum von Wiedergabegeräten abgespielt, egal, ob es sich um ein preiswertes Einstiegsmodell oder einen High-End-Multifunktionsrecorder handelt. Video-DVDs können aber auch auf dem PC wiedergegeben werden, und hier wird es für uns interessant. Denn DVD-Player-Software bietet so gut wie alle Wiedergabeoptionen, die man von ihren Hardwaregegenspielern kennt, unterliegt jedoch nicht denselben Einschränkungen. So ist das programmatische Navigations- und Steuerungsniveau von Player-Software mit der Fernbedienung einer Set-Top-Box einfach nicht zu erreichen. Sie möchten an eine ganz bestimmte Stelle in einem Film springen? Kein Problem, geben Sie einfach den Zeitcode ein, und die Szene wird direkt aufgerufen. Oder Sie möchten nur einen bestimmten Ausschnitt aus dem Film sehen? Mit einem Set-Top-Player müssen Sie zum Anfang dieses Ausschnitts navigieren und die Wiedergabe am Ende des Ausschnitts anhalten. Einige von Ihnen haben sicherlich schon erkannt, worauf ich damit abziele. Nehmen wir an, Sie möchten sich einfach nur hintereinander Ihre Lieblingsszenen ansehen. Mit einem Set-Top-Player ist das nicht wirklich machbar, während es mit der DVD-Player-Software im PC kein Problem darstellt.

Diese erweiterte Funktionalität beruht darauf, dass die meisten Software-Player über ein Anwendungs-Framework verfügen, mit dem andere Anwendungen, also zum Beispiel Director MX 2004, die DVD-Wiedergabe programmatisch steuern können. Unter Windows gibt es verschiedenste Software-DVD-Player, von denen die meisten jedoch den einheitlichen Wiedergabestandard DirectShow unterstützen, der Bestandteil von DirectX 8 und höher ist. Unter Mac OS X wird nur ein Software-DVD-Player verwendet, und die Panther-Version (die in 10.3) unterstützt die externe Steuerung. Director MX 2004 kommuniziert mit beiden Plattformen und ist in der Lage, über eine standardisierte Programmierschnittstelle DVD-Filme einzubetten, zu steuern und wiederzugeben.

Was also zunächst nach einer Funktionsüberschneidung aussah, öffnet das Tor zu einer spannenden neuen Welt. Mit nur einer DVD können Sie die Vorteile von Set-Top-Box-Inhalten mit der Möglichkeit kombinieren, DVD-Videostreams auf eine Weise in PCs einzubinden, die mit Hardware-Playern nicht möglich ist.

Manch einer von Ihnen malt sich die neuen Möglichkeiten sicherlich schon lebhaft aus. Lassen Sie mich Ihnen die Augen noch ein bisschen weiter öffnen. Nehmen wir an, Sie vertreiben einen DVD-Film mit einem Link auf Ihre Website. Mit Shockwave Player 10 können Sie die DVD-Wiedergabe unmittelbar in den Browser des Benutzers einbetten. Warum das so interessant ist? Aus diversen Gründen. So können Sie beispielsweise bei der Wiedergabe des Films verschiedene Ereignisse auslösen. Sagen wir, Sie sehen sich einen Film an, in dem ein schnittiger neuer Sportwagen auftaucht. Bei einem Kinobesuch können wir eigentlich nichts weiter tun als abwarten und später auf eigene Faust erkunden, um was für ein Modell es sich gehandelt hat. Bei ans Web angebundener DVD-Wiedergabe hingegen können Sie genau dann eine URL aufrufen, wenn der Frame mit dem Auto eingeblendet wird, und den Zuschauern auf diese Weise mitteilen, dass es sich um das neueste Modell von Trio Motors (einer fiktiven Firma) handelt. Mit diesem Feature können Sie auch die auf den Film abgestimmte Freigabe von kontextbasiertem Inhalt auslösen. In welchen anderen Filmen ist der Schauspieler aufgetreten? Wo wurde diese Szene gedreht? Wo finde ich weitere Informationen zu diesem Film? Diese Art der Interaktivität ist mit den neuen DVD-Funktionen innerhalb von Director MX 2004 möglich. Erinnern Sie sich an das Szenario, in dem Sie eine Szenenfolge in einer virtuellen Playlist zusammenstellen konnten? Dazu benötigen Sie lediglich einen Mausklick auf eine Schaltfläche und ein kleines bisschen Director-Code. Hollywood-Studios verwenden seit Jahren spezielle Software, um genau diese Funktionen Windows-Anwendern anzubieten. Mit Director MX 2004 wird diese Funktionalität nun nicht nur für jedermann erschwinglich, sondern ist darüber hinaus plattformübergreifend einsetzbar.

Informationen zu DVD-Video

Die Verwendung von DVD-Video in Director MX 2004 unterscheidet sich deutlich von der Nutzung anderer Videoformate. Wenn Sie beispielsweise einen DVD-Darsteller erstellen, verweisen Sie nicht auf eine einzige Datei mit dem gesamten Videoinhalt, wie Sie es bei einer QuickTime-Datei tun würden. Vielmehr erstellen Sie einen Verweis auf eine Gruppe von Dateien, die auf festen Medien gespeichert sind. Es gibt auch signifikante Unterschiede in der Struktur von DVDs im Vergleich mit, sagen wir, QuickTime-Dateien. Diese Unterschiede sollten Sie kennen, wenn Sie Skripte für die Steuerung eines DVD-Films schreiben. Vielleicht ist also an dieser Stelle ein kurzer Überblick zum DVD-Video-Standard angebracht.

DVD-Filme sind in so genannten Video Title Sets (VTS) organisiert, daher auch der Name video_ts für den Ordner, in dem alle DVDs ihre Objektdateien speichern. Eine DVD kann bis zu 99 solcher Titel umfassen, wobei ein Titel eine Kombination aus MPEG2-codiertem Videomaterial und MPEG- oder Dolby AC3-Audiomaterial ist. Titel wiederum können bis zu 99 Kapitelmarkierungen beinhalten, also vordefinierte Videoframes, zu denen der Benutzer springen kann. DVD-Filme können außerdem bis zu 9 Kamerawinkel, 32 Untertitelspuren und 8 Tonspuren pro Titel umfassen.

Die genaue Struktur einer DVD-Video ist von Bedeutung, da DVDs auf sehr unterschiedliche Art und Weise erstellt sein können. Die meisten Studiofilme werden Titel 1-DVDs genannt, da der gesamte Film in Titel 1 gespeichert ist. Bei anderen Videos, zum Beispiel Lern-DVDs, ist der Inhalt auf mehrere verschiedene Titel verteilt. Bevor Sie also DVD-Video-Inhalte in Director MX 2004-Projekte einbetten, müssen Sie sich mit der Struktur der betreffenden DVD vertraut machen.

DVD-Wiedergabe

Beim Erstellen von DVD-Darstellern werden Sie ziemlich bald merken, dass sie sich in einigen Punkten von anderen Digitalvideodarstellern, mit denen Sie vielleicht bisher gearbeitet haben, unterscheiden. Zum einen verweist ein DVD-Darsteller auf ein DVD-VTS (bzw. ein video_ts-Verzeichnis). In der Regel befindet sich dieses Verzeichnis auf der Root-Ebene Ihres DVD-ROM-Laufwerks; es kann aber auch jedes andere Festplattenverzeichnis dafür genutzt werden.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen DVD-Darstellern und traditionelleren DV-Darstellern ist bei der Wiedergabe durch Director zu beachten. Das DVD-Framework von Director ist von einer Reihe verschiedener Variablen abhängig. Werfen wir zuerst einen Blick auf die Windows-Plattform. Unter Windows müssen sowohl die Authoring- als auch die Client-Computer mindestens DirectX 8 unterstützen und über einen DirectShow-kompatiblen Software-DVD-Player verfügen. Wenn Sie einen neuen PC inklusive DVD-ROM-Laufwerk kaufen, verfügt dieser im Allgemeinen auch über DVD-Player-Software, die mit dem DirectShow-Framework von Microsoft kompatibel ist. Microsoft entwickelte DirectShow in den späten 1990ern als zentrale Befehlssprache für die Kommunikation mit unterschiedlicher DVD-Player-Software. Mittlerweile ist die Anzahl der Anbieter von DVD-Player-Software überschaubar geworden, und DirectShow wird praktisch auf allen DVD-fähigen Windows-PCs unterstützt. Der Nachteil dieses Modells liegt darin, dass Kunden, die über einen der wenigen Computer ohne einen DirectShow-kompatiblen Player verfügen, sich einen solchen Player kaufen müssen. Kaufen, da der Vertrieb von DVD-Player-Software – im Gegensatz zu Technologien wie QuickTime, Windows Media oder Real Media – mit der Zahlung von Lizenzgebühren an diverse Firmen, die DVD-bezogene Patente halten, verknüpft und der kostenlose Vertrieb von DVD-Player-Software daher unrealistisch ist. Glücklicherweise trifft dieses Szenario nicht auf allzu viele Kunden zu.

Auf der Macintosh-Seite sieht das Ganze etwas einfacher aus. Der DVD-Player von Apple ist der einzig erhältliche Player und bietet ein eigenes externes Framework (ähnlich wie DirectShow). Vorgestellt wurde dieses Framework unter Mac OS 10.3, auch als Panther bekannt. Was die Anforderungen für die DVD-Wiedergabe in Director anbelangt, so muss der Benutzer Panther und einen Computer mit einem DVD-ROM-Laufwerk von Apple verwenden. Letzteres hat seinen Grund in der Lizenzgebührenstruktur für die Wiedergabe von DVD-Video. Die von Apple bezahlten Lizenzgebühren basieren auf der Anzahl der ausgelieferten DVD-ROM-Laufwerke, und der DVD-Player von Apple führt den entsprechenden Hardwarecheck beim Starten der Anwendung aus. Anwender, die ein gebrauchtes DVD-ROM-Laufwerk verwenden, werden bei der DVD-Wiedergabe Probleme haben. Zum Glück ist deren Anzahl jedoch äußerst gering, da Apple schon seit Jahren keine Computer ohne DVD-Wiedergabefunktionen mehr produziert.

Erste Schritte mit DVD-Video

Nun habe ich Sie hoffentlich davon überzeugen können, dass die Wiedergabe von DVD-Video innerhalb von Director ein ausgezeichnetes Konzept mit vielfältigen Möglichkeiten ist. Erstellen wir nun ein kleines, einfaches Director-Projekt, das einen DVD-Film mit einem voll funktionsfähigen DVD-Controller enthält. Das wird Ihnen einen guten Eindruck davon vermitteln, wie Director mit diesem Format umgeht.

Legen Sie zuerst die DVD in das DVD-ROM-Laufwerk Ihres PCs ein, die Sie in Ihrem Projekt einsetzen möchten. Doch bevor Sie mit der Arbeit beginnen, muss ich Ihnen noch eine wichtige Grundlage erklären. Sowohl unter Macintosh als auch unter Windows kann zu einem gegebenen Zeitpunkt jeweils nur eine Anwendung das DVD-Video-Framework steuern. Dies hängt mit den Maßnahmen zum Schutz gegen unerlaubte Vervielfältigung zusammen, die bei aller DVD-Player-Software zum Tragen kommen. Sie müssen also, wenn beim Einlegen der DVD in das Laufwerk die Player-Software gestartet wurde, diese Anwendung schließen, um deren Kontrolle über das DVD-Player-Framework aufzuheben. Umgekehrt müssen Sie die Steuerung des DVD-Frameworks von Director aus unterbrechen, damit eine andere Anwendung, z. B. Shockwave Player, darauf zugreifen kann.

Nachdem das geklärt ist, können wir nun Director MX 2004 und unser Projekt starten.

Für den Anfang habe ich ein verhältnismäßig einfaches Projekt ausgewählt, dessen Ergebnis Sie entweder als Director-Projektor oder als webbasiertes Shockwave Player-Projekt veröffentlichen können. Erstellen Sie zunächst ein neues Projekt, und legen Sie die Größe der Bühne mit 720 x 540 Pixeln fest. DVD-Video ist in der Regel 720 x 480 Pixel groß, und unser Controller wird bis zu 80 Pixeln hoch sein, kann aber auf gerade mal 40 Pixel verkleinert werden.

Das Hinzufügen eines einfachen DVD-Films zu dem Projekt ist nicht schwer. Bestimmte DVD-Funktionen, wie schnelles Vor- und Rückwärtsspulen, das Aufrufen von Menüs und andere Navigationselemente, können in Schaltflächen und andere UI-Elemente geskriptet werden. Doch warum sollten Sie sich diese Arbeit machen, wenn es nicht unbedingt sein muss? Director MX 2004 enthält bereits eine fertige Flash-Komponente mit einem voll funktionsfähigen DVD-Controller. Die Komponente kann problemlos individuell angepasst und in wenigen Minuten in Ihr Projekt integriert werden. Führen Sie die folgenden Schritte aus, um einen neuen DVD-Darsteller zu erstellen und mit dem DVD-Controller zu verknüpfen:

  1. Erstellen Sie einen neuen DVD-Darsteller.

    Wählen Sie Einfügen > Mediaelement > DVD. Daraufhin öffnet sich das DVD-Editor-Fenster. Wenn Sie keine DVD eingelegt haben oder Ihre DVD-Player-Software nicht unterstützt wird, werden Fehlermeldungen ausgegeben. Weisen Sie dem Darsteller den Namen DVD zu, und schließen Sie das DVD-Editor-Fenster. Damit haben Sie einen neuen DVD-Darsteller im Besetzungsfenster erzeugt. Ziehen Sie den Darsteller auf die Bühne. Weisen Sie im Eigenschafteninspektor auf der Registerkarte Sprite dem Sprite den Namen DVD zu.

  2. Ziehen Sie die DVD-Controller-Komponente auf die Bühne.

    Der DVD-Controller befindet sich auf der Bibliothekspalette. Wählen Sie dort im Popupmenü die Voreinstellung Komponenten aus. In der Komponentenansicht wird die DVD-Controller-Komponente angezeigt. Ziehen Sie die Komponente unterhalb des DVD-Sprites auf die Bühne.

  3. Legen Sie einige Eigenschaften der Controller-Komponente fest.

    Klicken Sie bei aktiviertem DVD-Controller-Sprite im Eigenschafteninspektor auf die Registerkarte Sprite. Weisen Sie dem Sprite den Namen Controller zu, und setzen Sie den Farbeffekt auf transparent. Da der DVD-Film mit 720 x 480 Pixeln Vollbildgröße hat, müssen Sie die Breite des DVD-Controllers ebenfalls mit 720 Pixeln festlegen. Wenn Sie die Breite auf der Registerkarte Sprite mit 720 festlegen, verbreitern Sie den Sprite, doch ist noch ein weiterer Schritt erforderlich, damit der DVD-Controller während des Films richtig funktioniert. Klicken Sie im Eigenschafteninspektor des Sprites auf die Registerkarte Flash-Komponente. Dort finden Sie das Feld controllerSpriteWidth. Geben Sie in diesem Feld die Zahl 720 ein. Jetzt sollte der Controller problemlos funktionieren. Aktivieren Sie auch gleich das Kontrollkästchen neben dem Feld DrawerOpen. Damit rufen Sie einige zusätzliche Features des Controllers auf.

  4. Verknüpfen Sie den DVD-Controller mit dem DVD-Sprite.

    Damit der DVD-Controller den DVD-Film steuern kann, müssen die beiden miteinander verknüpft werden. Klicken Sie, während der DVD-Controller auf der Bühne noch immer markiert ist, im Eigenschafteninspektor auf die Registerkarte Flash-Komponente. Geben Sie im Feld controllerSpriteName den Namen Controller ein. Dies ist der Name, den Sie dem DVD-Controller zugewiesen haben, als Sie ihn auf die Bühne zogen. Geben Sie dann im Feld dvdSpriteName den Namen DVD ein, also den Namen, den Sie dem DVD-Sprite zugewiesen haben, als Sie ihn auf die Bühne zogen. Damit haben Sie die beiden Sprites miteinander verknüpft, und der DVD-Controller sollte nun in der Lage sein, alle vom DVD-Sprite ausgehenden Ereignisse zu empfangen und auf sie zu reagieren.

Jetzt ist die Zeit gekommen, den Controller zu testen. Starten Sie die DVD-Wiedergabe, indem Sie auf die Wiedergabe-Schaltfläche des Projekts klicken. Während der Wiedergabe empfängt und sendet der DVD-Controller Nachrichten vom bzw. an den DVD-Sprite. Je nach Art des verwendeten DVD-Films sollten die meisten der DVD-Controller-Schaltflächen, zum Beispiel zum Ändern der Kamerawinkel oder der Audio- bzw. Untertitelspuren, funktionieren. Wenn Sie noch einmal den Eigenschafteninspektor der Flash-Komponente öffnen, sehen Sie einige zusätzliche Eigenschaften, die für den Controller festgelegt werden können. So gibt es beispielsweise Popup-Menüs für forwardRate und reverseRate, über die Sie die Geschwindigkeit der Vor- und Rückspulschaltflächen definieren können. Bei einem kurzen Mausklick auf die Nach-Links- und Nach-Rechts-Schaltflächen des Controllers wird das vorhergehende bzw. das nächste Kapitel aufgerufen. Wenn Sie die Maustaste gedrückt lassen, fungieren die Schaltflächen als Rück- und Vorspulschaltflächen. Mit einem Wert von 32 rasen die Bilder geradezu an Ihnen vorbei! Mit dem Feld forwardButtonDelay bzw. reverseButtonDelay können Sie festlegen, wie viele Millisekunden diese Schaltflächen gedrückt werden müssen, damit die Scan-Funktionen aktiviert werden. Standardmäßig sind 1000 Millisekunden eingestellt, was für die meisten Verwendungszwecke angemessen sein sollte.

Jetzt haben Sie die Möglichkeit, das Director-Projekt als eigenständige EXE-Datei oder webbasierte Shockwave-HTML-Datei zu veröffentlichen. In jedem Fall sollten Sie mit diesem Projekt beliebige DVD-Filme steuern und wiedergeben können.

Zusammenfassung

Die Einbeziehung von DVD-Video in das Arsenal der von Director unterstützten Dateitypen ist eine wirklich aufregende Neuerung. In diesem Artikel habe ich einige Hintergrundinformationen zum DVD-Video-Format vermittelt, die Handhabung von DVD-Video in Director erläutert und eine Beispielanwendung mit einem DVD-Controller erstellt. In den nächsten Artikeln werde ich mich intensiver mit den DVD-Wiedergabefunktionen beschäftigen und anspruchsvollere interaktive Abläufe erstellen, zum Beispiel die Reaktion auf Ereignisse während der DVD-Wiedergabe und die Steuerung von DVD-Filmen mithilfe von Flash-Objekten.

Über den Autor

Tony Knight ist seit 15 Jahren in verschiedenen Bereichen der Multimediabranche tätig, darunter im Software-Engineering und im Produktmanagement. Mitte der 90er machte er sich zunächst um die Einführung von Apple QuickTime verdient, bevor er dann eine DVD-Firma namens SpinWare gründete. In der jüngeren Vergangenheit war er Produktmanager für DVD Studio Pro von Apple und leitender Produktmanager für Macromedia Director MX 2004.