Eingabehilfen
Marisa Bozza

Marisa Bozza

Macromedia

Erstellt:
12 September 2005
Benutzer-Stufe:
Anfänger
Produkte:
Fireworks

Das neue Bedienfeld „Einstellungen für automatische Form“

Auto-Form-Objekte, die häufig einfach als Auto-Formen bezeichnet werden, sind intelligente Vektorobjektgruppen, die sehr spezifischen Regeln unterliegen und es Ihnen somit erleichtern, gängige visuelle Elemente zu erstellen und zu bearbeiten. Das Bedienfeld Einstellungen für automatische Form in Fireworks 8 ist eine Art Eigenschaften-Inspektor und wurde speziell zur präzisen Steuerung von Auto-Form-Objekten konzipiert. In früheren Programmversionen gab es kein vergleichbares Bedienfeld. In Fireworks MX 2004 beschränkte sich die Steuerung der Auto-Form-Eigenschaften auf die Manipulierung der gelben Steuerungspunkte auf einem Auto-Form-Objekt.

Diese Methode existiert zwar auch noch in Fireworks 8, aber mit dem Bedienfeld Einstellungen für automatische Form können Sie spezifische Formeigenschaften bis ins Detail festlegen. Dazu gehören die Eckenrundung von Rechtecken, die Höhe, Breite und Stärke von Pfeilen sowie der Innenradius von Donut-Formen.

Anforderungen

Um diesen Artikel durchzuarbeiten, müssen Sie die folgende Software installieren:

Fireworks 8

Auto-Form-Objekte

Auto-Form-Objekte werden als Objektgruppen erstellt. Im Gegensatz zu anderen Objektgruppen weisen Auto-Formen jedoch nicht nur Ziehgriffe für die Objektgruppe, sondern auch rautenförmige Steuerungspunkte auf. Da jeder Steuerungspunkt mit einer bestimmten visuellen Eigenschaft der Form verbunden ist, wird durch Ziehen eines Steuerungspunkts nur die zugehörige visuelle Eigenschaft verändert. Diese Eigenschaften werden im Folgenden beschrieben.

Die meisten Steuerungspunkte sind mit QuickInfos ausgestattet, die angeben, wie sich eine Punktänderung auf das Auto-Form-Objekt auswirkt. Setzen Sie den Zeiger auf einen Steuerungspunkt, um die zugehörige QuickInfo einzublenden. Sie können die folgenden Auto-Form-Objektattribute bearbeiten:

  • Pfeil: Eine Objektgruppe, die wie ein einfacher Pfeil aussieht. Mit den Steuerungspunkten können Sie die Spreizung der Pfeilspitze, die Länge und Breite der Pfeilenden und die Länge der Spitze festlegen.
  • Geschliffenes Rechteck: Eine Objektgruppe, die wie ein Rechteck mit geschliffenen Ecken aussieht. Mit den Steuerungspunkten oder mit dem Bedienfeld Einstellungen für automatische Form können Sie den Schliff aller Ecken gleichzeitig ändern oder die Ecken einzeln bearbeiten.
  • Schräges Rechteck: Eine Objektgruppe, die wie ein Rechteck mit nach innen abgerundeten Ecken aussieht. Sie können den Abschrägungsradius aller Ecken gleichzeitig ändern oder die Ecken einzeln bearbeiten.
  • Verbindungslinie: Eine Objektgruppe, die wie eine aus drei Segmenten bestehende Verbindungslinie aussieht, wie sie beispielsweise in Flussdiagrammen oder Organigrammen vorkommen. Mit den Steuerungspunkten oder mit dem Bedienfeld Einstellungen für automatische Form können Sie die Endpunkte des ersten und dritten Teils der Verbindungslinie sowie die Position des mittleren Teils bearbeiten, der die beiden anderen Teile miteinander verbindet.
  • Donut: Eine Objektgruppe, die wie ein gefüllter Ring aussieht. Mit den Steuerungspunkten oder mit dem Bedienfeld Einstellungen für automatische Form können Sie den Innendurchmesser anpassen oder die Form in Einzelstücke zerlegen.
  • L-Form: Eine Objektgruppe, die sich aus zwei im rechten Winkel zueinander stehenden Schenkeln zusammensetzt. Mit den Steuerungspunkten oder mit dem Bedienfeld Einstellungen für automatische Form können Sie die Länge und Breite der horizontalen und vertikalen Abschnitte sowie die Krümmung der Ecke bearbeiten.
  • Torte: Eine Objektgruppe, die wie ein Kreisdiagramm aussieht. Mit den Steuerungspunkten oder mit dem Bedienfeld Einstellungen für automatische Form können Sie die Form in Einzelstücke zerlegen.
  • Intelligentes Polygon: Eine Objektgruppe, die wie ein gleichseitiges Polygon mit drei bis 25 Seiten aussieht. Mit den Steuerungspunkten oder mit dem Bedienfeld Einstellungen für automatische Form können Sie Segmente vergrößern, drehen, hinzufügen oder entfernen, die Anzahl der Seiten erhöhen oder verringern sowie der Form ein inneres Polygon hinzufügen.
  • Abgerundetes Rechteck: Eine Objektgruppe, die wie ein Rechteck mit abgerundeten Ecken aussieht. Mit den Steuerungspunkten oder mit dem Bedienfeld Einstellungen für automatische Form können Sie die Abrundung aller Ecken gleichzeitig ändern oder die Ecken einzeln bearbeiten.
  • Spirale: Eine Objektgruppe, die wie eine offene Spirale aussieht. Mit den Steuerungspunkten oder mit dem Bedienfeld Einstellungen für automatische Form können Sie die Anzahl der Windungen festlegen und angeben, ob die Spirale offen oder geschlossen ist.
  • Stern: Eine Objektgruppe, die wie ein Stern mit drei bis 25 Spitzen aussieht. Mit den Steuerungspunkten oder mit dem Bedienfeld Einstellungen für automatische Form können Sie Spitzen hinzufügen oder entfernen sowie den inneren und äußeren Winkel der Spitzen ändern.
  • Schatten hinzufügen: Eine Objektgruppe, die unter dem ausgewählten Vektorobjekt einen auf den Objektmaßen basierenden Schatten hinzufügt. Der Schatten ist eine Auto-Form und enthält wie alle Auto-Formen Steuerungspunkte, mit denen Sie sein Erscheinungsbild ändern können. Sie können beispielsweise den Richtungssteuerungspunkt mit gedrückter Umschalttaste ziehen, um die Bewegung auf einen 45-Grad-Winkel zu beschränken. Klicken Sie auf den Richtungssteuerungspunkt, um den Schatten auf die ursprüngliche Form zurückzusetzen. Zur Anwendung dieser Auto-Form wählen Sie Befehle > Kreativ > Schatten hinzufügen.

In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wie Sie die Eigenschaften der Auto-Formen vom Bedienfeld aus ändern. Bei den meisten Formen genügt es, einfach einen neuen Wert in ein Textfeld einzugeben und dann die Tabulator- bzw. Eingabetaste zu drücken, um die Änderung auf die aktuelle Form anzuwenden. Bei einigen Formen stehen Kontrollkästchen und Schaltflächen zur Verfügung. Wenn Sie auf diese klicken, werden die Änderungen sofort umgesetzt.

Hinweis: Wenn Sie in Fireworks in einem SWF-Befehlsbedienfeld (z. B. Ausrichtung, Einstellungen für automatische Form, Bildbearbeitung und Sonderzeichen) an einer beliebigen Stelle klicken, wird diesem Bedienfeld der Fokus zugewiesen. Alle nachfolgenden Tastenanschläge werden von diesem Bedienfeld erfasst. Solange das Bedienfeld den Fokus hat, funktionieren die Fireworks-Tastaturbefehle nicht. Damit die Fireworks-Tastaturbefehle wieder funktionieren, müssen Sie innerhalb von Fireworks klicken (also an einer beliebigen Stelle außerhalb des Bedienfelds).

Bedienfeld „Einstellungen für automatische Form“

In Abbildung 1 sehen Sie, wie das Bedienfeld Einstellungen für automatische Form standardmäßig aussieht.

Standardmäßiges Erscheinungsbild des Bedienfelds Einstellungen für automatische Form

Abbildung 1. Standardmäßiges Erscheinungsbild des Bedienfelds Einstellungen für automatische Form

Wenn Sie auf der Leinwand eine einzelne gültige Auto-Form ausgewählt haben, werden die für diese Form relevanten Eigenschaften angezeigt. Diese Eigenschaften werden in den folgenden Abschnitten erläutert. Das standardmäßige Erscheinungsbild des Bedienfelds wird unter folgenden Bedingungen eingeblendet:

  • Wenn kein aktives Dokument geöffnet ist
  • Wenn es auf der Leinwand keine aktive Auswahl gibt
  • Wenn es auf der Leinwand keine gültige Auswahl gibt
  • Wenn zwei oder mehr (gültige oder ungültige) Objekte ausgewählt sind

Nur Formen, die mit den Auto-Form-Objektwerkzeugen von Fireworks 8 erstellt wurden, werden als gültige Objekte betrachtet. Alle aus älteren Versionen (z. B. Fireworks MX 2004) stammenden Formen und die Formen auf der Registerkarte Formen des Bedienfelds Elemente werden vom Bedienfeld Einstellungen für automatische Form ignoriert.

Mit dem unten im Bedienfeld abgebildeten Popupmenü wird ein neues Auto-Form-Objekt in der Mitte der Leinwand eingefügt.

Auto-Form-Typen

Im Folgenden werden die Auto-Formen, die Sie in Grafiken einfügen können, einzeln aufgeführt.

Pfeil

Pfeil-EigenschaftenDen Pfeil-Eigenschaften entsprechende Bereiche

Abbildung 2. Pfeil-Eigenschaften (links) und entsprechende Bereiche (rechts)

Wenn Sie mit der Maus auf die nachfolgend aufgeführten Begriffe zeigen, können Sie in Abbildung 2 sehen, worauf diese Begriffe sich beziehen:

Rechteck (Geschliffen, Schräg und Abgerundet)

Rechteck-Eigenschaften

Abbildung 3. Rechteck-Eigenschaften

Die Rechteck-Eigenschaften (siehe Abbildung 3) lauten:

  • B: Breite des Rechtecks
  • H: Höhe des Rechtecks

Durch Klicken auf das Schlosssymbol werden die Ecktypen und die Radiuseinstellungen gesperrt bzw. entsperrt. Wenn die Ecktypen und/oder die zugehörigen Radiuseinstellungen unterschiedlich sind (also entsperrt) und Sie dann auf das Schlosssymbol klicken, werden die für die Ecke oben links angegebenen Einstellungen den übrigen Ecken zugewiesen. Beim Entsperren bleibt das Erscheinungsbild unverändert.

Beim wiederholten Klicken auf eine Ecktyp-Schaltfläche werden nacheinander alle drei Ecktypen angezeigt.

Wenn die Ecken gesperrt sind und Sie einen neuen Wert für eine der vier Eckradiuseinstellungen eingeben bzw. auf eine der vier Schaltflächen klicken, wird die Änderung auf alle vier Ecken angewendet.

Verbindungslinie

Verbindungslinie-Eigenschaften Beispiel für eine Verbindungslinie

Abbildung 4. Verbindungslinie-Eigenschaften (links) und Beispiel für eine Verbindungslinie (rechts)

Die Eigenschaften der Verbindungslinie (siehe Abbildung 4) lauten:

  • Abstand: Abstand zwischen einem Ende der Verbindungslinie und der vertikalen/horizontalen Linie zwischen den beiden Enden
  • Ecke: Eckradius
  • Höhe/Breite: Höhe/Breite der Verbindungslinie

Eine Verbindungslinie kann entweder horizontal (Standard) oder vertikal sein. Im horizontalen Modus können Sie die Höhe numerisch angeben. Im vertikalen Modus können Sie die Breite numerisch angeben.

Die beiden Enden der Verbindungslinie werden jetzt automatisch an der Kante eines Objekts ausgerichtet, wenn Sie sie über einem Objekt loslassen.

Die Zahlen 1 und 2 in Abbildung 4 beziehen sich auf die beiden Enden der Verbindungslinie. Wenn Sie wissen möchten, welche Zahl für welches Ende gilt, bewegen Sie einfach die Maus auf ein Ende, und warten Sie. Die QuickInfo gibt an, um welches Ende es sich handelt.

Donut

Donut-Eigenschaften

Abbildung 5. Donut-Eigenschaften

Die Donut-Eigenschaften (siehe Abbildung 5) lauten:

  • Segmente: Die Werte im Feld Segmente geben jeweils den Winkel eines Steuerungspunktes auf dem Kreisumfang an
  • Außenradius: Außenradius der Donut-Form
  • Innenradius: Innenradius der Donut-Form

L-Form

L-Form-Eigenschaften

Abbildung 6. L-Form-Eigenschaften

Die L-Form (siehe Abbildung 6) ist eine Variante der Pfeilform (eine Pfeilform ohne Pfeilspitze). Sämtliche Eigenschaften sind mit den Eigenschaften der Pfeilform identisch.

Torte

Torte-Eigenschaften

Abbildung 7. Torte-Eigenschaften

Die Torte-Form (siehe Abbildung 7) ist eine Abwandlung der Donut-Form (eine Donut-Form ohne den Innenradius). Sämtliche Eigenschaften sind mit den Eigenschaften der Donut-Form identisch.

Intelligentes Polygon

Eigenschaften des intelligenten Polygons

Abbildung 8. Eigenschaften des intelligenten Polygons

Die Eigenschaften des intelligenten Polygons (siehe Abbildung 8) lauten:

  • Punkte: Gesamtanzahl der Punkte
  • Seiten: Anzahl der Segmente (entspricht maximal der Punktanzahl)
  • Außenradius: Außenradius des Polygons
  • Innenradius: Innenradius der Polygons
  • Drehung: Gradzahl, um die das Polygon gedreht werden soll
  • Teilen: Falls aktiviert (Standard), wird das Polygon in separate Segmente aufgeteilt; andernfalls wird das Polygon als einzelner geschlossener Pfad gezeichnet.

Spirale

Spirale-Eigenschaften Beispiel für eine Spirale

Abbildung 9. Spirale-Eigenschaften (links) und Beispiel für eine Spirale (rechts)

Die Spirale-Eigenschaften (siehe Abbildung 9) lauten:

  • Radius: Radius der Spirale (siehe rote Linie); wie eng die Spirale ist, lässt sich manuell mit dem entsprechenden Steuerungspunkt regeln
  • Im Uhrzeigersinn: Falls aktiviert (Standard), wird die Spirale im Uhrzeigersinn gezeichnet, und andernfalls gegen den Uhrzeigersinn
  • Spirale schließen: Falls aktiviert, wird eine geschlossene Spirale gezeichnet, und andernfalls eine offene Spirale (Standard)

Stern

Stern-Eigenschaften

Abbildung 10. Stern-Eigenschaften

Die Stern-Eigenschaften (siehe Abbildung 10) lauten:

  • Punkte: Anzahl der Spitzen
  • Radius 1/2: Abstand vom Mittelpunkt des Sterns; diese Eigenschaften bestimmen die Größe der Spitzen
  • Rundung 1/2: Abstand vom Mittelpunkt des Sterns; diese Eigenschaften bestimmen die Rundung bzw. die Schärfe der Spitzen. Bestimmte Kombinationen dieser Eigenschaften können zu interessanten Formen führen, die kaum noch an einen einfachen Stern erinnern.

Nachtrag: Schatten

Im Gegensatz zu den anderen in diesem Artikel beschriebenen Auto-Formen lässt sich ein Schatten nicht über das Popupmenü Neue Auto-Form einfügen im Bedienfeld Einstellungen für automatische Form einfügen. Zum Einfügen eines Schattens müssen Sie stattdessen grundsätzlich Befehle > Kreativ > Schatten hinzufügen wählen. Nachdem Sie den Schatten hinzugefügt haben, können Sie jedoch im Bedienfeld Einstellungen für automatische Form auf die zugehörigen Eigenschaften zugreifen (siehe Abbildung 11).

Schatten-Eigenschaften

Abbildung 11. Schatten-Eigenschaften

Die Schatten-Eigenschaften lauten:

  • Abstand X: Schattenabstand entlang der x-Achse
  • Abstand Y: Schattenabstand entlang der y-Achse; ein negativer Wert bedeutet, dass der Schatten über der Grundlinie der Form liegt (Standard)
  • Breite: Breite des Schattens; durch eine Anpassung dieser Eigenschaft lässt sich ein perspektivischer Schatten simulieren

In Abbildung 12 sehen Sie ein Beispiel für einen perspektivischen Schatten.

Beispiel für einen Schatten

Abbildung 12. Beispiel für einen Schatten

Weitere Schritte

Weitere Informationen zur Verbesserung Ihrer Grafiken finden Sie auf der Seite Grafiken erstellen und bearbeiten* im Fireworks Developer Center. Weitere Informationen zu Schatten finden Sie im Artikel Fireworks 8: Die Geheimnisse des Schattens von Jim Babbage.

Über den Autor

Marisa Bozza ist leitender QA-Ingenieur im Macromedia Fireworks-Entwicklungsteam. Sie gehört dem Team seit 1999 an und hat seitdem an allen Design- und Entwicklungsphasen von Fireworks mitgewirkt.