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Flash Video – Lernhandbuch

Bereitstellungsoptionen für Flash-Videos

Für die Ausgabe eines Videos im Adobe FLV-Format (Flash Video) stehen verschiedene Methoden zur Auswahl. Sie müssen sich für eine Ausgabeoption entscheiden, bevor Sie Flash-Videos in Web-Seiten integrieren können.

Übersicht der Bereitstellungsoptionen

Flash CS3 Professional unterstützt folgende Verfahren zur On-Demand-Bereitstellung von Videoinhalten:

Für Live-Videos müssen Sie das Streaming-Verfahren verwenden. Weitere Informationen über Live-Videos können Sie dem ausführlichen Vergleich der Bereitstellungsoptionen entnehmen.

Wenn Sie zu diesem Thema mehr wissen möchte, lesen Sie den folgenden Artikel von Chris Hock: Unterschiede zwischen progressiven Downloads und Video-Streams*.

Eingebettetes Video in SWF-Dateien

Seit der Einführung von Flash MX und Flash Player 6 können Multimedia-Entwickler Videos in SWF-Filme einbetten, indem sie ein Video importieren und es in die Zeitleiste der Authoring-Umgebung von Flash einfügen. Wenn der SWF-Film veröffentlicht wird, ist das Video vollständig in dieser Datei enthalten. Diese Methode setzt zur Bereitstellung des Videos nur einen normalen Webserver voraus.

Die Verwendung eingebetteter Videos wird nur empfohlen, wenn auch Besucher mit Flash Player 5 oder älteren Versionen das Video anzeigen müssen, wenn Sie das Video und den Flash-Inhalt in einer Datei speichern wollen oder wenn der Video-Clip eine Länge von weniger als fünf Sekunden hat. In allen anderen Fällen sollten keine eingebetteten Videos verwendet werden.

Eingebettete Videos bieten einige Vorteile: Anzeige der einzelnen Videobilder in der Flash-Zeitleiste und Erstellung von Überlagerungen und Interaktionen mit den kreativen Werkzeugen von Flash.

Von Nachteil ist jedoch:

  • Wenn sich der Inhalt des Videos ändert, müssen Sie Flash erneut öffnen, das Video erneut einbetten, erneut überprüfen und ggf. die Navigation und Verknüpfungen überarbeiten und die SWF-Dateien dann erneut veröffentlichen.
  • Wenn Sie während der Bearbeitung den Flash-Inhalt ganz oder teilweise abspielen oder testen möchten, müssen Sie die gesamte Videodatei veröffentlichen. Der Authoring-Prozess kann sich dadurch deutlich verlängern.
  • Für die Ausgabe im Web muss die gesamte Videodatei vom Webserver heruntergeladen werden, bevor die Wiedergabe gestartet werden kann.
  • Zur Laufzeit muss die gesamte Videodatei in den lokalen Arbeitsspeicher des Wiedergabesystems passen.
  • Nach ca. 120 Sekunden treten beim Anwender vereinzelt Probleme bei der Audiosynchronisierung auf.
  • Die Dateilänge ist auf ein Maximum von 16.000 Bilder begrenzt.
  • Die Bildrate des Videos und die Bildrate der Zeitleiste müssen identisch sein (da sie dieselbe Zeitbasis nutzen).

Deshalb wird die Verwendung eingebetteter Videos nur für die oben beschriebenen Sonderfälle empfohlen, und selbst dann sollten Sie das Verfahren nur einsetzen, wenn Sie sehr kurze Video-Clips bereitstellen, deren Qualität nicht von Bedeutung ist und deren Inhalt sich voraussichtlich nur selten ändert.

Progressiver Download externer Videodateien

Mit Flash Player 7 wurde die Technik des progressiven Downloads erstmals eingeführt. Nach diesem Verfahren können Entwickler mit ActionScript-Befehlen externe FLV-Dateien in eine SWF-Datei leiten und zur Laufzeit wiedergeben. Mit den Befehlen netConnection und netStream in ActionScript können Sie den Wiedergabemodus der FLV-Datei aktivieren und die Funktionen zum Abspielen, Anhalten und Suchen (nach einem Zeit-Code) sowie zum Schließen verwenden und außerdem Pufferdauer und -größe für eine gegebene Videodatei einrichten.

Bei dieser Methode werden der Videoinhalt (FLV-Datei) separat (extern) von den anderen Flash-Inhalten und den Steuerelementen für die Videowiedergabe verwaltet. Daher ist es relativ einfach, Inhalte hinzuzufügen oder zu ändern, ohne dass die SWF-Datei erneut veröffentlicht werden muss.

Flash Professional (ab Flash MX Professional 2004) enthält außerdem Videokomponenten, mit deren Hilfe Sie rasch Wiedergabesteuerungen für FLV-Dateien in ein Flash-Projekt einfügen. In Flash CS3 Professional unterstützt die FLVPlayback-Komponente sowohl den progressiven Download als auch das Streaming von FLV-Dateien. Diese Komponente lässt sich mit wenigen Handgriffen neu gestalten, sodass Sie Ihren Video-Player dem Design Ihrer Site angleichen können. Weitere Details finden Sie in Dan Carrs Artikel Anpassung der ActionScript  3.0-basierten FLVPlayback-Komponente*.

Flash CS3 Professional enthält außerdem Funktionen, die in Verbindung mit den Medienkomponenten eingesetzt werden können, um automatische Interaktionen zwischen Videosequenzen und Folien in einem Projekt zu ermöglichen. Diese Funktionen zur Verhaltenssteuerung sind nur dann in Flash CS3 verfügbar, wenn Ihre Datei für ActionScript 2.0 konfiguriert ist. (Weitere Details zur Verwendung von ActionScript 2.0 und Videokomponenten finden Sie im Referenzhandbuch, auf das Sie über die Flash-Hilfe zugreifen können. Weitere Informationen zum Einsatz der Verhaltensfunktionen in Flash Professional 8 oder für eine ActionScript 2.0-Datei in Flash CS3 Professional finden Sie in diesem Artikel von Dan Carr Flash-Videos mit den FLVPlayback-Verhalten steuern*.)

Der progressive Download externer FLV-Dateien bietet gegenüber eingebetteten Videos folgende Vorteile:

  • Während der Bearbeitung müssen Sie nur die SWF-Schnittstelle veröffentlichen, um den Flash-Inhalt ganz oder teilweise in einer Vorschau anzuzeigen oder zu testen. Voransichten und unterschiedliche Varianten lassen sich somit schneller generieren.
  • Wenn Sie eine ActionScript 2.0-Datei verwenden, beginnt die Wiedergabe, sobald das erste Segment heruntergeladen und auf der lokalen Festplatte zwischengespeichert wurde.
  • Wenn Sie eine ActionScript 3.0-Datei verwenden, beginnt die Wiedergabe erst, wenn das nötige Datenvolumen heruntergeladen wurde, um die FLV-Datei von Anfang bis Ende abzuspielen. Dieses Verhalten kann durch ActionScript geändert werden.
  • Zur Laufzeit werden Videodateien von der lokalen Festplatte in die SWF-Datei geladen. Dabei gelten keine Einschränkungen in Bezug auf Dateigröße oder -dauer. Es gibt keine Probleme hinsichtlich der Audiosynchronisierung und des Speichers.
  • Die Bildrate der Videodatei muss nicht mit der Bildrate der SWF-Datei übereinstimmen. Dies erhöht die Flexibilität beim Einrichten von Projekten.

Hinweis: Der Download einer FLV-Datei vom Server erfolgt grundsätzlich nach diesem progressiven Verfahren. Wenn Sie die Streaming-Option nutzen möchten, ist Flash Media Server erforderlich.

Video-Streaming

Die umfassendste, konsistenteste und stabilste Bereitstellungsmethode ist das Streaming von Video- und Audiodateien von einem Server, auf dem Flash Media Server (früher Flash Communication Server) ausgeführt wird. Beim Streaming öffnet jeder Client eine permanente Verbindung zum Video-Server. Es besteht eine enge Beziehung zwischen der Ausgabedateien und der Client-Interaktion. Diese Methode ermöglicht die Bereitstellung von Merkmalen wie Bandbreitenerkennung, damit Videos in geeigneter Größe übertragen werden, Qualitätskennzahlen, detaillierten Nutzungsstatistiken sowie einer ganzen Reihe von Funktionen zur Unterstützung der Interaktivität.

Wie beim progressiven Download werden der Videoinhalt (FLV-Datei) und die anderen Flash-Inhalte und den Wiedergabesteuerungen separat verwaltet. Daher ist es relativ einfach, Inhalte hinzuzufügen oder zu ändern, ohne dass die SWF-Datei erneut veröffentlicht werden muss. Da beim Streaming eine permanente Verbindung zwischen Client und Server besteht, kann der FLV-Inhalt jederzeit basierend auf dem Feedback von Benutzern und Anforderungen der Anwendung geändert werden. Sie können beispielsweise zu einem Video mit geringerer Bit-Rate wechseln, wenn Probleme mit der Servicequalität auftreten.

Das Streaming-Verfahren bietet außerdem folgende Vorteile:

  • Die Wiedergabe beginnt schneller als bei den anderen Verfahren.
  • Streaming belegt weniger Arbeits- und Festplattenspeicher beim Client, da der Client nicht die gesamte Datei herunterladen muss.
  • Netzwerkressourcen werden effizienter genutzt, da nur die angezeigten Teile des Videos zum Client gesendet werden.
  • Es bietet eine sichere Methode für die Bereitstellung von Mediendaten, da die Daten beim Streaming nicht in den Cache-Speicher des Clients geschrieben werden.
  • Überwachung, Auswertung und Protokollierung werden erleichtert, was insbesondere für professionelle Anwender von Bedeutung ist, die beispielsweise Videowerbung anbieten.
  • Sie können Live-Video und -Audio bereitstellen oder Videodaten von der Webcam oder der digitalen Videokamera eines Clients erfassen.
  • Streaming durch mehrere Anwender wird unterstützt, um Video-Chats, Video-Messaging und Videokonferenzen zu ermöglichen.
  • Die Streams können programmgesteuert (in Server-Skripts) gesteuert werden: Sie können Server-seitige Wiedergabelisten erstellen, Streams synchronisieren, die Bereitstellung an die Verbindungsgeschwindigkeit des Clients anpassen und ganze Anwendungen entwickeln.
  • Es bietet erweiterte Funktionen zur Überwachung und Auswertung des Datenverkehrs und -durchsatzes.

Kunden, die auf den Aufwand und die Kosten verzichten möchten, die mit dem Kauf und der Verwaltung von Server-Hardware und Flash Media Server-Software verbunden sind, sichern sich mit dem Flash Video Streaming Service alle Vorteile des Streaming von Flash-Videos und MP3-Dateien. Dieser Dienst ist eine redundante Implementierung von Flash Media Server mit Lastausgleich, die von einem autorisierten CDN-Partner (Content Delivery Network) von Adobe gehostet wird. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite zum Flash Video Streaming Service auf der Website von Adobe.

Ein neues Mitglied der Flash Media Server-Produktfamilie ist der Adobe Flash Media Live Encoder, der mit Plug-and-Play-Kameras und -Mikrofonen integriert werden kann und somit die direkte Erfassung von Audio- und Videodaten während des Streamings an Flash Media Server ermöglicht. Weitere Informationen zum Video-Streaming und zur Live-Übertragung von Videos im Internet finden Sie im Flash Media Server-Developer Center*.

Ausführlicher Vergleich der Bereitstellungsoptionen