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Flash Video – Lernhandbuch

Videos erfassen und kodieren

Bevor Sie On-Demand-Videos in eine Web-Seite einfügen können, müssen Sie die Videodaten erfassen und kodieren, d. h. in das Adobe FLV-Format (Flash Video) konvertieren.

Dieser Abschnitt enthält Informationen zum Kodieren von On-Demand-Videos. Dazu gehören Informationen zur technischen Seite der Kodierung von Flash-Videos sowie zu Optimierungsmöglichkeiten bei der Erfassung von Videos.

Es wird vorausgesetzt, dass Sie einige Videos in anderen Formaten als FLV besitzen. Viele führende Werkzeuge zur Bearbeitung von Videos erlauben die unmittelbare Verwendung von Videodaten, die von einer digitalen Videokamera stammen. Tipps zum Aufnehmen von Videos finden Sie unter Hochwertige Videos erfassen .

Informationen zum Konvertieren (Kodieren) Ihrer vorhandenen Videos in das FLV-Format finden Sie im folgenden Abschnitt: FLV-Dateien (Flash Video) kodieren und erstellen.

Verwenden Sie zum Erfassen und Veröffentlichen von Live-Videos Adobe Flash Player und Adobe Flash Media Server (früher Flash Communication Server). Weitere Informationen finden Sie im Flash Media Server-Developer Center*.

FLV-Dateien (Flash Video) kodieren und erstellen

Flash bietet mehrere Video-Kodierungslösungen, mit denen Videos in das FLV-Format kodiert werden können.

Importassistent für Flash-Videos

Mit dem Importassistenten von Flash werden Video-Clips beim Importieren in das FLV-Format (Flash Video) kodiert. Der Importassistent hat jedoch einige Nachteile: Es kann immer nur ein Video-Clip kodiert werden. Außerdem kann die Kodierung sowohl viel Rechnerleistung beanspruchen als auch zeitaufwendig sein.

Wenn Sie häufig mit videobasierten Inhalten arbeiten, bieten sich der in Flash CS3 Professional enthaltene Flash CS3-Video-Encoder und der QuickTime-Exporter an.

Flash CS3-Video-Encoder

Der Flash CS3-Video-Encoder gestattet auch die Stapelverarbeitung mehrerer Video-Clips, ohne den Arbeitsfluss unterbrechen zu müssen. Zusätzlich zur Auswahl der Kodierungsoptionen für Video- und Audiodaten bietet der Flash CS3-Video-Encoder die Möglichkeit, Cue-Points in zu kodierenden Videos einzubetten und Videos mit den Optionen für den Zuschnitt und die Feineinstellung zu bearbeiten.

Weitere Informationen finden Sie in der Online-Hilfe des Flash CS3-Video-Encoders.

Hinweis: Sowohl der Importassistent als auch der Flash CS3-Video-Encoder unterstützen den Export von Kodierungs- und Cue-Point-Einstellungen in eine XML-Datei, um sie in anderen Videoprojekten wiederzuverwenden.

FLV QuickTime-Export-Plug-in

Wenn auf Ihrem Computer Adobe Flash CS3 Professional und Apple QuickTime 6.1.1 installiert sind, können Sie FLV-Dateien aus unterstützten Videoschnitt-Anwendungen mit dem FLV QuickTime-Export-Plug-in exportieren. Sie können diese FLV-Dateien dann direkt in Flash importieren und in Flash-Dokumente einbinden.

Das Plug-In für den FLV-Export unterstützt die folgenden Videobearbeitungs-Programme:

  • Adobe After Effects (Windows und Macintosh)
  • Adobe Premiere Pro (Windows)
  • Apple Final Cut Pro (Macintosh)
  • Apple QuickTime Pro (Windows und Macintosh)
  • Avid Xpress DV (Windows und Macintosh)

Durch das Exportieren von FLV-Dateien mit dem FLV QuickTime-Export-Plug-in aus dem Flash CS3-Video-Encoder oder Bearbeitungsprogrammen heraus wird die Arbeit mit FLV-Dateien in Flash-Dokumenten erheblich vereinfacht. Im Plug-in für den Export von FLV-Dateien können Kodierungsoptionen wie Bildrate, Bit-Rate oder Qualität bereits beim Exportieren festgelegt werden. Die FLV-Dateien können ohne erneutes Kodieren direkt in Flash importiert werden.

On2 VP6- und Sorenson Spark-Video-Codecs

Der Flash CS3-Video-Encoder kodiert exportierte Videos standardmäßig mit dem VP6 Video-Codec (für Flash Player 8) bzw. mit dem Sorenson Spark-Codec (für Flash Player 7). Ein Codec ist ein Kompressions-/Dekompressionsalgorithmus, der steuert, wie Videodateien bei der Kodierung komprimiert und bei der Wiedergabe dekomprimiert werden. Beim Erstellen von Flash-Inhalten, die Video beinhalten, ist der VP6 der bevorzugte Video-Codec. Dieser Codec bietet die beste Kombination von Videoqualität und kleinstmöglicher Dateigröße.

Wenn Ihr Flash-Projekt dynamisch Flash-Videos lädt (mittels progressivem Download oder über den Flash Media Server), können Sie VP6 verwenden, ohne die SWF-Datei erneut für Flash Player 9 veröffentlichen zu müssen, vorausgesetzt, dass der Flash Player 8 oder eine höhere Version zur Anzeige verwendet wird. Durch das Streaming oder Herunterladen eines VP6-Videos in eine SWF-Datei der Version 6 oder 7 und die Wiedergabe des Materials mit dem Flash Player 8 (oder höher) vermeiden Sie es, die SWF-Datei für die Wiedergabe mit Flash Player 9 neu erstellen zu müssen.

Achtung: Nur der Flash Player 8 (und höher) unterstützt sowohl die Veröffentlichung als auch die Wiedergabe von VP6-Videos.

Codec Inhalt (SWF) (veröffentlichte Version) Flash Player-Version (für Wiedergabe erforderlich)

Sorenson Spark

6 6, 7, 8, 9
7 7, 8, 9

On2 VP6

6 8, 9
7 8, 9
8 8, 9
9 9

Hochwertige Videos erfassen

Außer den physischen Eigenschaften des Videos gibt es eine ganze Reihe von Faktoren, die sich auf die Effizienz des Encoders und letztendlich auf das Anwendererlebnis bei der Wiedergabe des Videos auswirken. Zwei Faktoren spielen bei der Kodierung eine besonders wichtige Rolle: Qualität der Quelldaten und Einzelbild-Bewegung.

Qualität der Quelldaten

Sie bestimmen die Qualität eines Videos, sobald Sie die Aufnahmetaste an der Kamera drücken. Nachstehend finden Sie einige allgemeine Hinweise zur Verbesserung der Qualität der Quelldaten sowie zur Optimierung der Qualität des resultierenden komprimierten Videos.

Verwenden Sie ein Stativ, um ein Verwackeln zu vermeiden. Wenn die Kamera nicht fixiert ist, steigt infolge der Bewegungen der Prozentsatz der Pixel, die sich von Einzelbild zu Einzelbild ändern. Eine fixierte Kamera reduziert die Anzahl der Pixel, die sich von Einzelbild zu Einzelbild ändern. Das Resultat ist eine bessere Qualität bei einer stärkeren Komprimierung (niedrigere Datenraten).

Achten Sie auf gute Ausleuchtung. Auch eine Hightech-Kamera auf einem Stativ kann bei schlechter Ausleuchtung nur Filme geringer Qualität produzieren. Schwachlicht-Filter oder Restlicht-Verstärker liefern verrauschte Bilder. Dieses Rauschen fällt in jedem Einzelbild des Videos unterschiedlich aus und macht das Komprimieren der Datei bei hoher Qualität schwierig. Sie müssen Ihre maximale Datenrate ggf. voll nutzen oder sogar noch erhöhen, um die Probleme zu kompensieren, die sich aus dem Videorauschen ergeben.

Verwenden Sie die beste verfügbare Kamera. Einfache Kameras – insbesondere Kameras für den Endverbrauchermarkt, die ein analoges Signal auf einem Magnetband (VHS, Hi-8 usw.) aufzeichnen – generieren sehr viel analoges Bildrauschen. Auch digitale Fotoapparate mit Filmmodus weisen nur eine geringe Qualität auf und produzieren normalerweise Video-Clips mit starkem Bildrauschen. Eine solche Kamera generiert Bildrauschen auch bei Verwendung mit einem Stativ und unter optimalen Lichtbedingungen.

Geben Sie sich also mit dem besten verfügbaren Material die größtmögliche Mühe. Digitale High-End-Kameras, digitale Betacam-Camcorder und 35-mm-Kameras produzieren ein rauschfreies Bild, wenn die Szenerie gut ausgeleuchtet ist und sich die Kamera auf einem Stativ befindet. Eine solche Zusammenstellung garantiert optimale Komprimierungsresultate und reduziert die Datenrate bei exzellenter Qualität. Möglicherweise verfügen Sie aber nicht über Profiausrüstung, Stativ und gute Beleuchtung. Bedenken Sie trotzdem: Je besser die Qualität der Video-Quelldaten und je geringer das Bildrauschen, desto geringer ist die für eine gute Wiedergabedatei erforderliche Datenrate.

Nehmen Sie die Kodierung möglichst an zuvor unkomprimierten Daten vor. Wenn Sie ein bereits komprimiertes digitales Videoformat in das FLV-Format konvertieren, hat möglicherweise der zuvor verwendete Encoder Bildrauschen erzeugt. Die erste Komprimierungskomponente hat bereits einen Kodierungsalgorithmus auf die Videodaten angewendet und zu einer Reduzierung von Qualität sowie Bildgröße und -rate geführt. Außerdem entstanden möglicherweise digitale Artefakte und Bildrauschen. Dieses Rauschen beeinträchtigt die FLV-Kodierung und macht u. U. eine höhere Datenrate erforderlich, um eine Datei in guter Qualität wiedergeben zu können.

Einzelbild-Bewegung

Die Einzelbild-Bewegung ist ein weiterer Faktor, der bei der Kodierung berücksichtigt werden muss. Sie bezeichnet den prozentualen Anteil der Pixel am Gesamtbild, die sich von Einzelbild zu Einzelbild ändern. Diese Veränderung kann sich aus der Bewegung einer Person oder eines Objekts, einem Kameraeffekt oder einem nachträglich hinzugefügten Effekt ergeben:

  • Personen und Objekte, die sich bewegen, können Personen sein, die sich aus dem Linsenblickfeld bewegen, im Wind schaukelnde Blätter, fahrende Autos, extreme Nahaufnahmen usw.
  • Kameraeffekte sind Schwenk- und Zoom-Aufnahmen oder die Handführung der Kamera mit dem Ergebnis einer Änderung fast aller Pixel von Einzelbild zu Einzelbild.
  • Nachträglich hinzugefügte Effekte sind z. B. Einblendungen, Ausblendungen, Überblendungen oder komplexe Videoeffekte, die zu einem hohen Prozentsatz geänderter Pixel von Einzelbild zu Einzelbild führen.

Je mehr Bewegung im Video aufgezeichnet wurde, desto größer ist der Umfang der Daten, die der Encoder komprimieren muss. Wenn der Clip wenig Bewegung zeigt (z. B. die Videoaufnahme eines Sprechers), ändern sich von Einzelbild zu Einzelbild nur wenige Pixel. Der Video-Encoder verwirft Einzelbilder und kodiert eine Folge vollständig unkomprimierter Einzelbilder. Diese unkomprimierten Einzelbilder werden als Schlüsselbilder bezeichnet, aus denen die fehlenden Einzelbilder im Rahmen der Wiedergabe errechnet werden.

Tipps zum Kodieren von On-Demand-Videos

Wenn Sie ein On-Demand-Video kodieren, müssen eine ganze Reihe von Faktoren ausbalancieren, einschließlich des Umfangs der dargestellten Bewegungen, der Dateigröße, der Zielbandbreite, der Bildrate, des Schlüsselbild-Intervalls und der Pixelmaße im Video.

Sie können Werte für einige dieser Faktoren angeben, wenn Sie in das Flash Video-Format konvertieren. Einige dieser Einstellungen werden in diesem Abschnitt in allgemeiner Form erörtert. Weitere Details zu einigen der anderen Einstellungen finden Sie unter Technische Übersicht der Videostandards

Detaillierte Informationen über bestimmte Werte für verschiedene Einstellungen finden Sie im Artikel Bewährte Verfahren: Kodierung von bereits aufgenommenen Flash-Videos* von Kevin Towes. Dieser Artikel enthält eine Tabelle mit empfohlenen Einstellungen*.

Nachstehend finden Sie einige allgemeine Richtlinien, die beim Komprimieren von Videodaten in das Flash Video-Format für die Bereitstellung über das Internet beachtet werden sollten:

  • Eine höhere Zielbandbreite (auch als Datenrate bezeichnet) unterstützt mehr Bewegung im Video, größere Dateien, bessere Bildraten und größere Pixel.
  • Je weniger Bewegungen das Video enthält, desto kleiner ist die resultierende Datei, wodurch die erforderliche Zielbandbreite verringert wird.
  • Sinkt die Zielbandbreite, reduzieren Sie die Schlüsselbildrate. Eine geringere Schlüsselbildrate (z. B. ein Schlüsselbild alle sechs Sekunden) liefert ein verschwommeneres Bild, reduziert aber die erforderliche Bandbreite.
  • Steigt der Bewegungsanteil, müssen Sie die Schlüsselbildrate, die Bildrate und die Datenrate erhöhen. Clips mit viel Bewegung müssen mehr Daten an den Player senden. Sie sind deshalb für eine Bereitstellung bei geringerer Bandbreite nicht geeignet, da mehr unkomprimierte Schlüsselbilder in der Datei kodiert werden müssen.
  • Reduzieren Sie die Bildgröße, wenn die Bandbreite beschränkt ist und Bildrate sowie Qualität von größerer Bedeutung sind.
  • Stammen die zu kodierenden Videodaten direkt von einer Videokamera, sollten Sie die Halbbilder entfernen und für den Flash Video Encoder die obere Hälfte verwenden. Liegt das Video im Halbbild-Modus vor, steigert die Auswahl dieser Option die Leistung bei Kodierung und Wiedergabe des Videos.

Die Bit-Rate

Die Bit-Rate gibt die Menge der pro Sekunde übertragenen Daten an. Wenn Sie in das Flash Video-Format konvertieren, geben Sie eine Bit-Rate an. Wählen Sie eine für das erwartete Publikum geeignete Bit-Rate. Benutzen die meisten Besucher Ihrer Website Modems mit 56 Kbps, sollten Sie kein Video mit einer Bit-Rate von 2 Mbps bereitstellen.

Schlüsselbilder

Ein Flash-Video wird als Folge von Schlüsselbildern (unkomprimierte Bilder in voller Größe, die dem Video in regelmäßigen Zeitintervallen entnommen werden) kodiert. Auf jedes Schlüsselbild folgen Informationen, die die Veränderung der Pixel im Schlüsselbild beschreiben, also die „Delta-Bilder“ zwischen den Schlüsselbildern definieren. Während der Wiedergabe errechnet der Decoder die Delta-Bilder aus den Schlüsselbildern.

Das Schlüsselbild-Intervall gibt die Anzahl der Delta-Einzelbilder zwischen Schlüsselbildern an. Je größer das Intervall zwischen den Schlüsselbildern, desto problematischer ist die Erstellung der fehlenden Einzelbilder durch den Decoder. Ist das Schlüsselbild-Intervall zu groß, laufen Sie Gefahr, dass die verfügbare Datenrate nicht zum Komprimieren und Übertragen der Daten ausreicht. Ein Video-Clip mit viel Bewegung und einem langen Schlüsselbild-Intervall liefert also eine schlechte Qualität.

In Flash-Videos sind die Schlüsselbilder besonders wichtig, wenn Ihre Präsentation eine Funktion zum Suchen oder Spulen (damit ein Benutzer die Position im Stream während der Wiedergabe ändern kann) aufweist.

Hinweis: Damit Sie im Video suchen und spulen können, muss es als Stream mit dem Flash Media Server oder Flash Video Streaming Service bereitgestellt werden. Für die Suche nach bestimmten Stellen innerhalb eines progressiv heruntergeladenen Videos müssen Sie beim Kodieren entsprechende Cue-Points zur Navigation (Zeit-Codes) einbetten. Der Encoder ordnet dann den angegebenen Zeit-Codes vollständige Schlüsselbilder zu. Durch das Hinzufügen von Cue-Points stellen Sie sicher, dass Ihre Zuschauer präzise Suchergebnisse erhalten.