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Elektronische Bücher: Kapitel 1
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Das Publizieren von Büchern in elektronischer Form ist nichts Neues. Multimedia-Pionier Voyager veröffentlichte Titel wie "Jurassic Park" und "Alice's Adventures in Wonderland" in HyperCard für die ersten PowerBooks von Apple. Project Gutenberg begann mit der Digitalisierung frei verfügbarer Texte schon 1992. Man bekam die typischen Probleme im Zusammenhang mit dem Lesen am Bildschirm jedoch nicht in den Griff: Flimmern, schlechtes Layout und Schwankungen bei optischer Genauigkeit und Stärke. Ausserdem mangelt es an der von Verbrauchern geforderten inhaltlichen Vielfalt und optischen Präsentation.

Heute entwickeln Unternehmen wie Adobe, MightyWords, Everybook, Glassbook, Gemstars SoftBook und NuvoMedia so genannte eBook-Lesegeräte und dazugehörige Software in der Hoffnung, dass eBooks sich als freundliches und alltägliches Medium genauso durchsetzen wie Papierbücher. Selbst Microsoft ist auf den Zug aufgesprungen mit dem Reader 1.0, einem in Eigenregie entstandenen Lesegerät.

Eine Neuentwicklung auf diesem Gebiet ist Adobe CoolType, das die Textdarstellung am Bildschirm dank "color anti-aliasing", einer Rendering-Technik für Schrift, die rote, grüne und blaue Subpixel auf einer LCD-Anzeige manipuliert, erheblich verbessert. Aufgrund der Plattform- und Schriftenunabhängigkeit von CoolType profitieren eBook-Leser von klarerem, reinerem Text, der an das Leseerlebnis eines Print-Buches herankommt.

Verlage und der Buchhandel ziehen mit
Wichtige Fortschritte im Software-Bereich und deren Auswirkungen auf die digitale Verbreitung von Inhalten (Romane, Handbücher, Geschäftsberichte etc.) gehen einher mit Bestrebungen von führenden Buchhändlern wie Barnes & Noble. 1999 begann die amerikanische Ladenkette damit, bestehende Print-Bestände in das eBook-Format umzuwandeln. Dazu wurden Niederlassungen in Mexiko-Stadt und Manila eröffnet, die die Konvertierung und Nachbearbeitung in die Hand nahmen.

Barnes & Noble hat darüber hinaus 49 Prozent der Anteile von iUniverse.com erworben, einem Verlag mit Schwerpunkt auf Print-on-Demand, dessen Datenbank neue und vergriffene Werke innerhalb weniger Minuten bereitstellen kann. Die zugrunde liegende Technologie erlaubt dem Buchhändler den Zugriff auf mehr Buchtitel ohne die Notwendigkeit eines zusätzlichen Lagerbestandes und der damit verbundenen Kosten.

Kürzlich gab Time Warner Trade Publishing den Start von iPublish.com für Januar 2001 bekannt. Das Publishing-Projekt soll im Web Autoren und Leser auf einem digitalen Marktplatz zusammenbringen. Mitglieder dürfen eBooks herunterladen oder Manuskripte einreichen, die dann eventuell auf Papier oder elektronisch publiziert werden. Time Warner hält auch Anteile an Bookface.com, einem Online-Buchladen mit eBooks zum Herunterladen.

Ähnliche Pläne verfolgt Random House mit AtRandom, wo ab Januar 20 Romane, Biografien und Selbsthilfebücher in vollem Umfang als Print-on-Demand-Ausgaben oder digital verfügbar sind. Das amerikanische Verlagshaus hat sich ausserdem mit Xlibris.com zusammengetan, um neue Autoren zu ermuntern, ihre Werke online zu veröffentlichen. Die Bücher werden im Web bei Xlibris.com angeboten und über Borders.com gedruckt oder elektronisch vertrieben.

Was steckt dahinter?
Das Internet-Zeitalter macht es möglich: Wie andere Medien können auch eBook-Titel direkt auf den PC oder ein tragbares Lesegerät geladen werden. Solche Spezialgeräte haben zwar eine unterschiedliche Speicherkapazität, einen 500-seitigen Text bringt man jedoch ohne Probleme unter. Die "Seitengrösse" beträgt zwischen 13 x 18 cm und 20 x 28 cm auf einem Lesegerät. Auf einem PC ist praktisch jede Grösse einstellbar. Das "Blättern" in einem eBook erfolgt über Bildlaufleisten, digitale "Eselsohren" und Suchfunktionen.

Derzeit nutzt man als Format für Text entweder Adobe Portable Document Format (PDF) oder eine Variante von HTML und XML. In der Regel wird der Inhalt mit Hilfe von Technologiestandards verschlüsselt, um zu gewährleisten, dass er nicht vor dem Kauf gelesen und nach dem Download nur mit Einschränkungen kopiert, gedruckt oder weitergegeben werden kann.

Der Urheberrechtsschutz von digitalisiertem Material vor Missbrauch und unerlaubter Vervielfältigung ist eine zentrale Frage unter Entwicklern. In Gemeinschaftsarbeit hat man daher Vorschläge für den Umgang mit Digitalrechten und ausserdem für ein einheitliches Inhaltsformat vorgebracht. Davon verspricht man sich eine Festigung der Zukunft von eBooks.

Die Bestseller von morgen
Warum kann man mit eBooks nur Erfolg haben? Auf diese Frage gibt es ein ganzes Regal voller Antworten:
Liefergeschwindigkeit: Die Post erblasst im Vergleich mit dem Tempo des Internet. Einloggen, herunterladen, lesen. Lehrbücher und Fachbibliotheken (zum Beispiel für Medizin oder Jura) können schnell und einfach aktuell gehalten werden.
Flexibilität: Selbst grosse "Schinken" werden als eBooks zu Taschenbüchern. Ob Sie ein oder gleich vier 500-Seiten-Handbücher mit sich herumtragen, der Stauraum bleibt immer gleich.
Individualität: Mit eBooks können Autoren zu Verlegern werden. Unternehmen können strategische Informationen in einer schlanken Datei für den Vertrieb sammeln und aktuell halten. Lehrer können zweckgerichtete Themenpläne kostengünstig erstellen, ohne das Urheberrecht zu verletzen. Und vergriffene Texte gehören der Vergangenheit an.
Unbegrenzte Möglichkeiten für den Nutzer: Anwälte mit vollständigen, aktuellen, mit einem Verweisgefüge versehenen Plädoyers. Ärzte mit medizinischen Archiven für den Nachttisch. Schüler mit mehreren Schulbüchern in einem elektronischen "Schulranzen". Das Anwendungsspektrum ist breit gefächert.
Web-ähnliche Interaktivität und Suchfunktionen: Ein Dokument durchsuchen, ein Lesezeichen einfügen, Verweise einbauen - all das wird machbar, wenn Adobe® Portable Document Format (PDF) als eBook-Format gewählt würde. Auch die Integration von Ton, Video und Animationen ist möglich. Davon können papierne Bücher nur träumen.
Niedrigere Kosten: Da die Druck-, Lager- und Versandkosten entfallen, können Verlage ihre Betriebsausgaben reduzieren und den Leser davon profitieren lassen.
Lesen nach Wahl: Bei eBooks haben Verbraucher die Möglichkeit, genau das Gewünschte zu kaufen, das heisst entweder ein oder mehrere Kapitel aus einer oder mehreren Publikationen oder auch nur bestimmte Auszüge.

Broschüre: Adobe and eBooks
(PDF: 84 KB / 4 Seiten, Englisch)
Adobe and Digital Content for eCommerce
(PDF: 110 KB / 8 Seiten, Englisch)
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