| "CUTUP" STEHT FÜR EINE LITERARISCHE COLLAGE-TECHNIK, DIE DIE AUTOREN DER BEAT-GENERATION UM 1960 ENTWICKELTEN. FÜR DIE KÖLNER MULTIMEDIA-AGENTUR GLEICHEN NAMENS IST DIESE TECHNIK PROGRAMM. "Wir machen alles", erklärt Peter Pardeike, Animationsdesigner bei cutup vision. Gemeint sind damit weder der psychedelische Ausflug ins Nirwana, noch stilistische Beliebigkeit. cutup vision betreibt einen fröhlichen Eklektizismus und setzt ihn gut durchdacht ein, um unterschiedlichste Kundenwünsche zu erfüllen.
Die Stärke der Agentur liegt in der Verknüpfung, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. 1994 wurde cutup als Atelier für Film- und TV-Design gegründet, inzwischen fliessen hier Bereiche wie TV und Neue Medien erfolgreich zusammen. In allen wichtigen TV-Sendern war cutup bereits mit Trailern, Openern oder ganzen Corporate Identities vertreten.
Collage auf allen Ebenen Auch für den Schaffensprozess selbst ist bei cutup Collage-Technik angesagt: Im 30-köpfigen Team gibt es keine festgefahrenen Strukturen, bis vor kurzem sassen sogar die Chefs am Mac und arbeiteten mit Adobe After Effects. An dieser Software, wie sollte es anders sein, schätzt cutup vor allem die Tatsache, dass sich die Animationen modular aufbauen und in allen Ebenen verändern lassen - ganz so, wie es sich für ein gutes Collage-Werkzeug gehört.
Bis vor nicht allzu langer Zeit kannte die Agentur cutup keine strikte Arbeitsteilung. Jeder war sozusagen für alles zuständig."Es gab Leute, die Storyboards fast schon im Alleingang durchzogen", erinnert sich Peter Pardeike. "Eine Unterteilung in Konzept und Operating wäre da wenig sinnvoll gewesen." Erst seit ungefähr einem Jahr ist dies anders. Durch die stetige Entwicklung der Geschäftsfelder wurde aus dem Atelier für Film- und TV-Design eine Full-Service Agentur mit den Schwerpunkten Branding, Media, Design und Produktion. Heute agiert cutup an zwei Standorten, Köln und Berlin, beschäftigt 30 Mitarbeiter, ist aber nach wie vor bemüht, die kreativen Freiräume zu erhalten.
Neue Möglichkeiten in der TV-Programmgestaltung Zielgruppe des cutup-Teams ist die Kommunikationsindustrie. Durch die Verknüpfung von Fernsehen und Internet entwickelte die Agentur völlig neue Möglichkeiten der Programmgestaltung für Medienunternehmen. Das Know-how im Bereich Film und Broadcastdesign reicht von der klassisch-analogen Gestaltung bis hin zu virtuellen Studios. Da war es nur konsequent, die Medien Internet und digitales Fernsehen miteinzubeziehen. Entsprechend weit gefasst ist inzwischen die Auftragspalette: Sie reicht vom integrativen Messekonzept über das virtuelle Studio für RTL und dem neuen On Air CI für den ORB bis hin zur vollständig animierten Kinowerbung.
Für das Erscheinungsbild des Musiksenders VIVA II wurde cutup vom Art Director's Club mit Gold belohnt. Inhaltlicher und gestalterischer Ausgangspunkt ist die VIVA-Welle, die in allen Versatzstücken des Films als Leitmotiv anklingt. Sie symbolisiert die Musik, steht für Wandel und Veränderung. Kompositorisch hält sie die unterschiedlichen Elemente der Collage zusammen. Mit von der Partie war Adobe After Effects.
Ein Leitmotiv gibt es auch im Vorspann der Sat1-Comedyserie "Anke". Hier sind es die grossen Buchstaben, die Ordnung - und Unordnung zugleich - in die Situation bringen. Sie bilden den Rahmen für Szenen aus dem chaotischen Studioalltag. Die Animation wurde in Adobe After Effects realisiert. Und auch die eigene CI von cutup hat ordnenden Charakter: Sie ist in Grau, Silber, Schwarz und Weiss gehalten und bildet damit einen nüchternen Kontrast zur bunten Beatnik-Welt, die in den Auftragsarbeiten heraufbeschworen wird. "Wir verstehen uns als Gestalter, die auf unterschiedliche Anforderungen antworten", sagt Peter Pardeike. "Insofern ist unsere eigene Corporate Identity eine Art Gerüst, das Raum lässt und zugleich die Sache auf den Punkt bringt."
Mit dem Mac durch Dick und Dünn Pardeike arbeitet bereits seit 10 Jahren mit dem Mac und versteht sich als "After Effectler der ersten Stunde". Auch Adobe Photoshop kennt er von der Pike auf, hat einst sogar ein Buch über die Versionen 2.5 und 3.0 herausgebracht. Obwohl er einen eher nüchtern-pragmatischen Umgang mit der Software pflegt, reagiert er begeistert, als die Sprache auf die neuen Funktionen in Adobe After Effects 4.1 kommt. Mit der neuen RAM-Vorschau sei eine erhebliche Verbesserung des Workflows eingetreten. Ein grosser Vorteil sei es auch, dass man Adobe After Effects-Animationen modular aufbauen und dann in allen Ebenen verändern könne. "Wenn zum Beispiel ein Kunde ein neues Logo benötigt, braucht man nicht alle Seiten zu bearbeiten, sondern tauscht es einfach aus."
Viele Arbeiten der Agentur cutup entstehen auf dem Mac."Die Leute im TV-Business belächelten unsere Arbeitsweise, aber die Ergebnisse sprechen für sich - heute hat sich diese Arbeitsweise international durchgesetzt!", weiss Peter Pardeike. Mit den neuen G3/G4-Macs kommt die Agentur inzwischen ohnehin an die Leistung von Highend-Systemen heran. cutup hat bereits komplette virtuelle Studios für RTL mit 3D-Tools auf dem Mac erstellt und nachträglich in Highend-Systeme implementiert. Aber die Technik allein mache nicht den Erfolg aus, erklärt Pardeike."Schliesslich sind wir Designer, und da hängt die Qualität des Bildes nicht vom Preis des Gerätes ab."
Angelika Brandt, Redakteurin im Adobe Web Content-Team, bastelt von jeher Collagen mit Papier, Schere und Klebstoff.
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