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Herzlich willkommen liebe Leserinnen und Leser. Ich freue mich, dass die Firma Adobe mich eingeladen hat, ab jetzt regelmässig zum Thema digitale Farbe zu schreiben. Für meine Kolumne habe ich den Titel "Das Labyrinth der Farben" gewählt, da es nicht den einen Königsweg zur "richtigen" Farbe gibt. Colormanagement mit ICC-Profilen bietet viele neue Produktionswege, um zum Beispiel mit preiswerten Equipment eine Farbqualität in der Ein- und Ausgabe zu erreichen, die vor einigen Jahren noch gar nicht vorstellbar war. Andererseits fehlt es noch an der Absprache zwischen den Entwicklern von Betriebssystemen und Anwendungsprogrammen. Wer beispielsweise versucht, das Zusammenspiel zwischen den Einstellungsmöglichkeiten im Betriebssystem, in Photoshop 5.5 und im Druckertreiber zu ergründen, landet in einem Labyrinth mit Hinweisschildern in fremden Sprachen und augenscheinlichen Wegweisern, die in die Irre führen.
Meine Kolumnen sind Reiseberichte aus diesem Irrgarten. Mal werde ich aus der Vogelperspektive die Hauptstrassen und Knotenpunkte erläutern, mal werde ich für Sie die Hinweisschilder übersetzen und vor falschen Wegweisern warnen.In meiner ersten Kolumne starte ich mit der Vogelperspektive. Aus luftiger Höhe lassen sich im Labyrinth der Farben drei Ortschaften ausmachen: 1. Bürohausen mit dem explosionsartig wachsenden Nachbarort Webhausen Büro- und Webhausen sind Durchgangsorte. Das Ziel jedes Reisenden ist es, den Ort mit den gleichen Farben zu verlassen, mit denen er in den Ort hineingefahren ist. Bevor der Reisende allerdings durch den Ort fährt, muss er hohe Lizenzgebühren für jeweils eine Einfahrt und eine Ausfahrt erwerben. Das Benutzen dieser Ein- und Ausfahrten ist dann für die nächsten Jahre kostenlos. Und hier liegt auch schon der Haken. Nicht jede Lizenz für eine Einfahrt führt auf die gut ausgebaute Mittelspur der Hauptstrasse sRGB. Und auch nicht jede Lizenz für eine Ausfahrt lässt die Farben unberührt, mit denen man hineingefahren ist. Einfahrlizenzen erteilen zum Beispiel Firmen wie AGFA, Hewlett Packard, Mustek oder Plustek. Wer die falsche Lizenz erworben hat, landet dann statt auf der asphaltierten sRGB-Mittelspur auf einer der Nebentrassen voller Schlaglöcher. Nach kurzer Fahrt auf der Hauptstrasse sRGB oder einer Nebentrasse kommt ein riesiger Kreisverkehr mit einem überdimensionalen Monitor in der Mitte. Manche Fahrer auf der Route sRGB kommen schnell durch den Kreisverkehr. Andere müssen Ehrenrunden drehen, bis der Monitor die Farben der Eingabe zeigt. Die grösste Ausfahrt aus dem Kreisverkehr führt direkt nach Webhausen, das seinerseits wieder aus vielen kleinen Monitoren besteht. Zum Ortsende hin stellen Firmen wie etwa Epson, Hewlett-Packard, Canon oder Lexmark Lizenzen für Ausfahrten bereit. Manche dieser Strassen sind gut bestellt. Wer sie durchfährt, bekommt die gleichen Farben wie bei der Eingabe und verlässt dann fröhlich Bürohausen. Andere Ausfahrten stellen sich nach den ersten Metern als Feldwege heraus. Manchmal muss man gar den Rückwärtsgang einlegen und noch mal eine Ehrenrunde im Kreisverkehr drehen, um endlich Bürohausen mit den richtigen Farben zu verlassen. 2. Grafikstadt 3. Grossbaustelle Crossmedia City Mehr zu den Farben in Crossmedia City erfahren Sie in der dritten Kolumne. Es grüsst Sie Jan-Peter Homann, Ihr Reiseführer durch das Labyrinth der Farben.
Jan-Peter Homann ist Autor des Buches "Digitales Colormanagement" und verfügt über 13 Jahre Erfahrung in der digitalen Farbverarbeitung mit Standard Hard- und Software. Sein Steckenpferd ist Troubleshooting, wenn bezüglich Farbe Dinge passieren, die es eigentlich nicht geben dürfte... |