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Wie ein texanischer Herausgeber bei Adobe InDesign tatkräftige Hilfe fand

Von Matt Davidson

Früher erkannte man einen starken Mann daran, dass er ein Telefonbuch zerreissen konnte. Mit 800 oder mehr Seiten und etlichen Zentimetern Dicke sind die Bücher extrem umfangreich - der ideale Standard, um seine Kräfte zu messen.

Eben diese Qualitäten machen Telefonbücher auch zu einem guten Massstab für die Herausgeber, die sie produzieren. Sie sind dicht bedruckt mit Tausenden von Namen und Nummern, eine Mischung aus einfarbigen und vierfarbigen Seiten, und Informationen, die so ziemlich alles abdecken: Diese gewichtigen Nachschlagewerke sind nichts für Schwächlinge, selbst wenn die Gelben Seiten hohe Einkünfte verheissen. Mit anderen Worten, wenn Sie ein Telefonbuch ohne ernsthafte Produktionsprobleme herausgeben können, können Sie sich zu den Arnold Schwarzeneggers des Verlagswesens zählen.

Die Rio Grande Valley Publishing Company aus McAllen, Texas, stellte sich 1998 der Kraftprobe - mit dem Buch Fiesta Pages. Der Herausgeber sah die grosse Chance im Rio Grande Valley, das mit einer Bevölkerung von fast 1,3 Million zu den am schnellsten wachsenden Regionen des Landes zählt. Leider erwies sich die erste Ausgabe der Fiesta Pages, die 1999 mit gut 800 Seiten gedruckt wurde, als Produktionsalbtraum. Layout-Schwierigkeiten mit QuarkXPress und Probleme mit den PostScript-Dateien, die an den Drucker geschickt wurden, trieben die Produktionskosten von Rio Grande in die Höhe. Das Unternehmen musste sogar seine eigenen Mitarbeiter zur Druckanlage schicken, um problematische Seiten in Ordnung zu bringen.

Grafiker Gerry Medina (links) und Mario A. Salinas produzieren Anzeigen für Fiesta Pages mit Photoshop und Illustrator. Für die 2001-Ausgabe plant Rio Grande Valley Publishing, alle Anzeigen mit InDesign 1.5 zu erstellen.
Angeschlagen, aber nicht restlos geschlagen wechselte Rio Grande zu Adobe® InDesign, um die 2000-Ausgabe zu erstellen, und trennte sich von seinem bisherigen Drucker zugunsten von RR Donnelly. Das war etwas riskant, denn InDesign war eine brandneue Software, und RR Donnelly hatte bis dato keine Dateien bekommen, die mit InDesign erstellt worden waren. Aber die Rechnung ging auf: Nach der neuen Ausgabe, die fast 1.000 Seiten zählte und reibungslos gedruckt wurde, waren sowohl Rio Grande Valley Publishing als auch RR Donnelly überzeugte Anhänger von InDesign. "Es ergaben sich nur minimale Probleme, die jedoch auf technischen Schwierigkeiten mit den Grafiken beruhten, und nichts mit InDesign zu tun hatten", sagt Austin King, Präsident von Rio Grande Valley Publishing.

Ein schwer wiegendes Problem
Inzwischen lacht King, aber vor einem Jahr war ihm nicht danach zu Mute. Für die erste Ausgabe von Fiesta Pages hatte Rio Grande ein Layout mit einfarbigen und vierfarbigen Seiten in QuarkXPress erstellt, der Text wurde mit dem Plug-in Xdate von EmSoftware importiert. In der letzten Produktionsphase sei Rio Grandes Drucker plötzlich auf Probleme mit Grafik-lastigen Seiten gestossen, so Len Frazier, Produktionsmanager bei Rio Grande.

"XPress machte uns eine Menge Ärger mit Seiten, besonders wenn sie grössere Grafikdateien enthielten - was bei unserem Buch bei den meisten Seiten der Fall war", erinnert sich Frazier. "Wir hatten in der Tat hunderte von Anzeigen, die von XPress aus einzeln geprooft worden waren, aber wenn man sie in auf einer Seite kombinierte, kamen dabei nur Fehler heraus".

In ihrem Kampf, das Problem zu beheben, schickte Rio Grade drei Grafiker zur 500 Meilen entfernten, nördlich von Dallas gelegenen Druckanlage. Die Grafiker brauchten Tage, um die Dateien zu öffnen, Anzeigen zu proofen und die Quark-Dateien wieder in Ordnung zu bringen. "95 Prozent der Zeit nahm das XPress-Problem in Anspruch", sagt Frazier. "Es erhöhte unsere Produktionsausgaben um Tausende von Dollars und verzögerte den Druck um Wochen".

Zeit für einen Wechsel
Die Entscheidung, für die 2000-Ausgabe zu InDesign zu wechseln, fiel nicht schwer. Rio Grande verwendete bereits Adobe Photoshop® und Adobe Illustrator® für die Produktion von Anzeigen, und Frazier gefiel das Konzept der engen Integration zwischen der Software zur Anzeigengestaltung und der Layoutsoftware. Ende 1999 fuhr er nach Houston, wo das Produkt erstmals gezeigt wurde, und bestellte Vorab-Kopien von InDesign, bevor die Software auf den Markt kam. Rio Grande hatte ausserdem Vorab-Versionen von InData, dem Plug-in von EmSoftware zum Importieren von InDesign, getestet.

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