Anfang dieses Jahres merkte Grefé, dass die bevorstehenden Wahlen sich für eine AIGA-Initiative geradezu anboten. Über eine landesweite Kampagne konnte das AIGA vermitteln, dass es wichtig sei, an der Wahl teilzunehmen und so die geringe Wahlbeteiligung der letzten Jahrzehnte zu bekämpfen. Zugleich konnte das Institut für eigene Ideen wie freie Meinungsäusserung und soziale Aktivitäten werben. Mit diesem Ziel im Hinterkopf bat man alle 41 Ortsgruppen, ein Mitglied zu bestimmen, das ein Poster einreichen sollte. Einziges Kriterium war, dass das Thema die Leute zum Wählen animieren sollte. Ausserdem sollte das Poster die Logos von AIGA und dem Sponsor, der Papierfabrik Yupo, enthalten.
Das Echo war überwältigend: Insgesamt 22 Beiträge von Ortsgruppen aus dem ganzen Land kamen zusammen. Mit Unterstützung des Sponsors Yupo und des AIGA selbst produzierten die Drucker 1.000 Kopien von jedem Poster. Die Idee stiess auch bei einigen bekannteren AIGA-Mitgliedern auf Resonanz: Charles S. Anderson, Kit Hinrichs, Jennifer Sterling und D.J. Stout opferten Zeit und Kreativität für das Projekt.
Die Kunst des Posters
Die 22 Poster reichen vom Einfachen bis zum Obskuren, vom Schrägen bis zum Poetischen. Die Designer hatte komplette künstlerische Freiheit, die Grenze war die eigene Fantasie.
Sharon Werner von Werner Design Werks in Minneapolis kombinierte starke grafische Elemente mit einem Wortspiel und kreierte damit eines der eindrucksvollsten Poster. Ein Soldatenhelm, der in breiten Pinselstrichen auf einem roten Hintergrund aufgetragen ist, zieht mit folgenden Worten die Aufmerksamkeit auf sich: "Some Americans got it in their heads that voting was a right worth fighting for. Go vote" (Einige Amerikaner hatten im Kopf, dass das Wahlrecht etwas war, für das es sich zu kämpfen lohnte. Gehen Sie zur Wahl!). Erst wenn man das Loch im Helm sieht, versteht man die eigentliche Botschaft. Hier zeigen wir Ihnen, wie Werner ihr Poster kreiert hat.