Adobe
Anmelden Meine Bestellungen Mein Adobe
Print
Print Center Features
Der Stoff, aus dem die Träume sind
Die Desginerin von Sportbekleidung Christy Hutchins zieht Sie mit Vektorgrafiken an

Von Steven Roback

Während andere noch Pläne für den Sommer schmieden, drehen sich die Gedanken von Christy Z. Hutchins um den Herbst: den Herbst 2001, genauer gesagt. Die Beraterin für Textil-Merchandising und -Design mit dem Schwerpunkt auf Qualitäts-Sportbekleidung steht einem Kunden bei der Herbst-Kollektion zur Seite. Die Produkte - von Trainings-Shorts und Tops bis zu federleichter, wasserabstossender Regenkleidung - zeichnen sich vor allem durch High-Tech-Materialien aus, die Feuchtigkeit vom Körper fernhalten. Der Stoff ist nicht das einzige Hich-Tech-Element bei Hutchins' Kreationen: Sie verwendet während des Produktionsprozesses digitale Werkzeuge.

Wie man Grafikprogramme im Design einsetzt, lernte Hutchins an einer Schule, die von Monarch Design Systems geleitet wird. Das Unternehmen mit Sitz in Glendale im US-Bundesstaat New York entwickelt CAD- und Produktionssysteme für die Textil- und Bekleidungsindustrie.

"Bei Monarch wird einem beigebracht, wie man in der Textil- und Design-Branche produktiv sein kann", meint Hutchins. Sie besuchte spezielle Kurse zu Adobe® Illustrator® und Adobe Photoshop® für Textil-Designer. Unterrichtsstoff waren die Kreation verschiedener Texturen, die Simulation eines Strickmusters, Hinzufügen von Schlagschatten für mehr Tiefe und die Erstellung von Wiederholungsmustern.

Hutchins hat viele der Techniken, die sie bei Monarch gelernt hat, in ihre Design-Arbeiten einfliessen lassen. Beim Entwerfen von Hemden, Shorts oder Jacken verwendet sie grundlegende Silhouetten in Illustrator als Ausgangspunkt und macht daraus neue Designs. Oft scannt sie auch grobe Skizzen ein und bearbeitet sie im Programm. "Ich arbeite mit Vektor-basierten Programmen wegen ihrer Vielseitigkeit und Kontrolle," begründet sie. "Man kann Bilder vergrössern, verkleinern, bewegen oder neu kolorieren, ohne deren Struktur oder Klarheit zu beeinträchtigen. Die Dateien sind klein, und für die endgültige Präsentation bleiben exakte Stiftlinien erhalten."

 

Hutchins' strapazierfähige Southgate-Jacke, entworfen für die diesjährige Herbstkollektion von Moving Comfort, einem Hersteller von Sportbekleidung.
(c) Copyright Christy Z. Hutchins
Hutchins wendet viele der Techniken an, die sie in den Monarch-Kursen erlernt hat: Kreation verschiedener Texturen, die Simulation eines Strickmusters und die Erstellung von Wiederholungsmustern. Für die Gestaltung des D-Ringes oben, an dem ein Skipass hängt, setzte sie ebenfalls Illustrator ein.
Die Designerin arbeitet an einem PC. Nach Erstellung einer Grobskizze in einem Grafikprogramm konvertiert sie sie in Illustrator und beginnt mit der Farbgestaltung. Besonders angetan ist sie von den Farbanpassungsfunktionen in Illustrator: "Ich kann ziemlich nahe an PANTONE-Mischfarbe im CMYK-Modus arbeiten und brauche sie nur leicht anzupassen. Das spart Zeit und die Mühe, jeweils eine Datei für die Präsentation und für den Prozessdruck anzulegen."

Mit dem Transformieren-Werkzeug skaliert, dreht und spiegelt sie Objekte. Der Befehl "Gruppieren" kommt beim Verschieben oder Kolorieren mehrerer Objekte zum Einsatz. "Maskieren" erlaubt ihr das Füllen von Bereichen des Kleidungsstücks mit einem gescannten Druck- oder einem ihrer eigenen Muster. Dank des Messwerkzeugs kann sie den Herstellern genaue Masse für jedes Stück mitteilen.

Zur Erstellung von Musterfüllungen für Vektorskizzen scannt Hutchins Bilder ein und bearbeitet sie in Photoshop. Dabei reduziert sie je nach erwünschtem Effekt die Farbtiefe von 256 auf etwa 3-6 Farben. Anschliessend isoliert sie Bilder vom Hintergrund mit Hilfe von Masken und verwendet die Befehle "Muster definieren" und "Füllen", um eine neue Bitmap-Füllung zu erzeugen.

Die Integration von Photoshop-Designs als die CAD-Komponente in CAD/CAM-Systemen war auch Thema der Kurse bei Monacrh: Sie entwirft Muster für Fleece-Stoffe in Photoshop und übergibt sie als Bitmap-Dateien an eine Strickfarbik weiter. Die dortige Software produziert auf deren Basis den fertigen Stoff. "Bald werde ich selbst erstellte Muster in voller Breite entwickeln können, die dann entweder zur vom Kunden bevorzugten Fabrik oder - bei erhöhtem Ordervolumen - an zwei unterschiedliche Produktionsstätten geschickt werden."

Um Design-Elemente besser kontrollieren und Änderungen an Linien und Farbgebung leichter vornehmen zu können, macht Hutchins von der Ebenentechnik in Photoshop Gebrauch. Wenn ihr Ideen nicht zusagen, kann sie über das Protokoll bis zu 20 Schritte ungeschehen machen. "Zu einem bestimmten Zeitpunkt weniger Arbeit zu haben, während man mit einer Idee spielt, ist fast nicht zu überbieten", so Hutchins. "Manchmal tut man gut daran, es bei einem Projekt nicht zu sehr zu übertreiben."

Hutchins experimentiert oft mit Designs aus silhouetteartigen Schablonen, die sie in Adobe Illustrator in der Grösse verändert und neu koloriert.
(c) Copyright Christy Z. Hutchins
Nach dem Scannen eines türkischen Musters in Photoshop verringerte Hutchins die Anzahl der Farben, erstellte ein neues Bitmap mit dem Befehl "Muster definieren" und exportierte es in Illustrator. Dort setzte sie es als Füllung für das abgebildete Parka-Design ein.
(c) Copyright Christy Z. Hutchins
Der freischaffende Autor und Digital-Kenner Steven Roback ist ausserdem Musiker und Produzent.
zurück zum Anfang