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Das Kartenhaus
U.S. Playing Card, Hersteller populärer amerikanischer Kartenspiele, hat einen neuen Trumpf im Ärmel

Von Andrea Dudrow

Es ist wohl bisher noch niemand ohne irgendwelche Kartenspiele aufgewachsen. Diese Veteranen der Spielewelt stecken altersmässig selbst Klassiker wie Scrabble oder Monopoly in die Tasche. Motive von Spielkarten sind in unserer Erinnerung fest verankert: der einäugige Bube oder das Pik-As. Nun ist das digitale Zeitalter angebrochen, und dank der Hilfe der Technik werden auch Spielkarten dort heimisch.

U.S. Playing Card, Hersteller populärer amerikanischer Kartenspiele wie Bee, Bicycle und Aviation aus Ohio, hat kürzlich auf einen rein digitalen Workflow umgestellt, in dem Karten sowie neue Themenspiele mit Hilfe von Adobe® Illustrator® und Adobe® Photoshop® gestaltet und direkt auf dem Betriebsgelände gedruckt werden.

 

In jedem Bicycle-Spiel erscheint die Göttin der Toleranz auf dem Pik-As.
(c)2000 The United States Playing Card Company.
Die Bee-Serie von U.S. Playing Card wird überwiegend in Casinos eingesetzt. Das Unternehmen arbeitet seit kurzem jedoch auch mit neuartigen Designs.
(c)2000 The United States Playing Card Company.
Wie Sie sich sicher denken können, ist die Digitalisierung ein Novum in der Branche. Vor zehn Jahren wurden Spielkarten noch per Hand illustriert und in Fotokopien umgewandelt, die dann zur Erstellung von Film für den Druck verwendet wurden.

"Bis vor zwei Jahren wurden die Illus noch per Hand angefertigt", erzählt Greg Conyers, Art-Direktor bei U.S. Playing Card. "Heute läuft alles rein digital ab. Alles wird in Illustrator gezeichnet. Selbst unsere älteren Designs werden gescannt und im Programm verbessert." Er habe sich vor allem deswegen für Illustrator entschieden, weil er sich im Laufe der Jahre mit der Software angefreundet habe. "Die Einfachheit und der Komfort gaben den Ausschlag", so sein Urteil.

Sobald eine Vorlage in Illustrator gezeichnet worden ist, schickt sie Conyers an einen Dienstleister, der den Film erstellt. Nach dessen Bereitstellung wird bei U.S. Playing Card eine Platte gebrannt. Druck und Fertigstellung der Kartenspiele werden vor Ort erledigt. Das gesamte Spiel wird an einem Stück gedruckt, die einzelnen Karten werden dann ausgestanzt. Das Material, das im Unternehmen eingesetzt wird, wird vor dem Druck der Motive laminiert. Ein Vorteil für die neueren durchsichtigen Kartenspiele, so Conyers, die im Moment in der Entwicklung sind.

Die Kreativabteilung von U.S. Playing Card beschäftigt sich hauptsächlich mit Designs für neue Spiele und solche für Lizenzabschlüsse, zum Beispiel mit Casinos. "Die Standards werden nicht oft überarbeitet", erklärt Conyers. "Denn Althergebrachtes wird bevorzugt. So erkennen die Spieler die Karten wieder. Wir passen sie vielleicht ein wenig der Zeit an, die Klassiker bleiben aber im Wesentlichen unberührt." Aufträge von Casinos machen einen grossen Teil der Arbeit aus: "Dort werden viele Karten verwendet. Da überall im Land und in der ganzen Welt Casinos errichtet werden, hat ein regelrechter Boom eingesetzt."

Neben den Lizenzaufträgen habe das Unternehmen mit Verpackungsdesign das Angebot erweitert. Auch dabei spielen Illustrator und Photoshop eine Rolle. So wurden Sammlerausgaben mit zwei verschiedenen Kartenspielen in einer dekorativen Schutzhülle und auch Verpackungen für Kinder hergestellt: "Einige Verpackungen haben wir für Pokèmon entworfen. Im Moment liefern wir Zubehör für die Powerpuff Girls: kleine Spiele in einer wiederverwendbaren Vinyl-Tasche."

Verpackungsdesign sei eine logische Folge des Spielkarten-Design, so Conyers weiter. "Fast alles, was wir anbieten - Karten und das Drumherum gestalten, Marketing für die Produkte abwickeln -, hat mit Verpackungen zu tun." Darüber hinaus entwirft U.S. Playing Card seine eigenen Gesellschaftsspiele und gestaltet dazu passende Karten.

Trotz der Digitalisierung, die im Unternehmen Einzug gehalten hat, stammt das interessanteste Projekt aus der Zeit vor Illustrator: Während des Zweiten Weltkriegs wurden von U.S. Playing Card entwickelte Kartenspiele in Kriegsgefangenenlagern verteilt. Marketing-Direktor Allen McCormick erzählt, dass diese Spezialkarten angefeuchtet und auseinander gezogen werden konnten. In der richtigen Reihenfolge wurde daraus eine Karte mit Fluchtwegen durch ganz Europa.

Ein Kartentrick der besonderen Art.

Die Rückseiten der Karten aus der Bicycle-Reihe haben sich seit ihrer Ersterscheinung wenig geändert.
(c)2000 The United States Playing Card Company.
Obwohl weiterhin der Tradition verschrieben, öffnet sich das Unternehmen modernerem Verpackungsmaterial.
(c)2000 The United States Playing Card Company.
Die freischaffende Autorin Andrea Dudrow lebt in San Francisco.
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Copyright (c) The United States Playing Card Company, Eigentümer der Warenzeichen BEE, BICYCLE, King on the Bike, Rider Back Design und Bicycle Ace of Spades.