Häufige Schwierigkeiten mit Farben Selbst die erfahrensten Designer klagen gelegentlich über erhebliche Probleme beim Vierfarbdruck. Unter Umständen entspricht das Composite nicht den am Bildschirm angezeigten Farben, oder der vertraglich vereinbarte Probedruck entspricht nicht dem Composite, oder das endgültige Ergebnis entspricht nicht dem ursprünglichen Scan.
Farbabweichungen können an vielen Stellen im Workflow auftreten, jedoch werden die meisten Probleme dadurch verursacht, dass Farben von verschiedenen Geräten und Anwendungen unterschiedlich erkannt und erstellt werden. Monitore zeigen Farben beispielsweise in RGB an, während der Druck bei Probedruckgeräten und Druckpressen in CMYK erfolgt. Hierbei handelt es sich um zwei verschiedene Farbräume oder Farbpaletten, die von Geräten zur Beschreibung von Farben verwendet werden. CYMK ist zwar ein kleinerer Farbraum als RGB, jedoch können mit CYMK bestimmte Farbnuancen erzeugt werden, die mit RGB nicht möglich sind, und umgekehrt.
So kann es unter Umständen frustrierend sein, dass Ihre Composites oder vertraglich vereinbarten Probedrucke nicht den auf dem Bildschirm angezeigten Farben entsprechen. Ein anderes Beispiel ist der von der Druckpresse ausgegebene blaue Himmel, der möglicherweise ein etwas intensiveres Cyan aufweist als das gescannte Originalbild. Wenn das Bild genau reproduziert werden sollte, sind Sie (und Ihr Kunde) möglicherweise enttäuscht.
Zudem gibt es mehrere CMYK- und RGB-Farbräume. Der von einem Tintenstrahl-Tischdrucker erzeugte CMYK-Farbraum unterscheidet sich beispielsweise von dem CMYK-Farbraum eines Farbersatzdruckers, der sich wiederum von dem durch eine Druckpresse erzeugten CMYK-Farbraum unterscheidet. Dasselbe gilt für RGB: Selbst von zwei Monitoren desselben Herstellers und desselben Modells werden leicht unterschiedliche Farben erzeugt. Dies liegt daran, dass jedes Hardware-Gerät einen eigenen Farbumfang, d. h. ein eigenes Spektrum von reproduzierbaren Farben, besitzt. (Durch Alter, Raumbeleuchtung und andere Umweltbedingungen wird die Farbanzeige des Monitors ebenfalls beeinflusst, während die Farberzeugung durch Drucker von Verbrauchsmaterialien und Umweltbedingungen abhängig ist.)
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Wenn Sie also mehrere Probedrucke erstellen - auf einem Farbersatzprobedrucker neben Ihrer Arbeitsstation, auf einem Kopierer in der Grafikabteilung und anschliessend als analoger oder digitaler vertraglich vereinbarter Probedruck von Ihrem Dienstanbieter - werden die Farben auf den einzelnen Geräten leicht unterschiedlich angezeigt. Wenn Sie sich ein Bild in Adobe Photoshop am Monitor Ihres Art Directors ansehen, unterscheiden sich die Farben sicherlich von denen auf Ihrem Bildschirm. Es ist schwierig zu beurteilen, welches der folgenden Szenarien schlimmer ist: Dem Kunden einen farbenreichen, mit einem Tintenstrahldrucker erstellten Farbprobedruck vorzulegen, der ihn begeistert, um dann festzustellen, dass diese Farbschattierungen nicht von der Druckpresse reproduziert werden können, oder den Kunden im Voraus zu warnen, dass die Farben im Composite nicht präzise sind, und ihm anschliessend Pantone-Farbfelder der durch die Druckpresse reproduzierten Farben zeigen zu müssen.
Schliesslich können individuelle Anwendungen konfiguriert werden, um RGB-Farben auf verschiedene Arten zu beschreiben. Deshalb stellen Sie möglicherweise - selbst auf demselben Monitor - Farbabweichungen fest, wenn Sie ein in Photoshop erstelltes Bild in einem Illustrator-, InDesign- oder Quark-Layout platzieren.
Der Preis eines fehlenden Farbmanagement Die meisten Designer und Prepress-Dienstanbieter wissen, wie die gewünschte Farbe auf dem Bildschirm und mit der Druckpresse erzeugt werden kann. Dies wird jedoch häufig trotz der verwendeten Technologie anstatt mit ihr erreicht: Der Bediener eines Scanners muss über Geschick und Erfahrung verfügen, um die optimale Farbqualität zu erzielen; anschliessend werden Bildzusammensetzung und -farbe vom Designer in Adobe Photoshop weiter verfeinert. Um Vektorgrafiken zu erstellen, legen Designer zunächst die Farben in CMYK, RGB, Pantone und/oder einem von mehreren anderen Farbsystemen nach ihrer Nummer fest. Anschliessend werden Probedrucke erstellt. Kommt es bei diesen zu Farbabweichungen, gehen die Designer und Photoshop-Experten wieder einen Schritt zurück und passen die Nummern manuell an. Schliesslich wird die Druckpresse vom Bediener kalibriert, und die Druckfarben werden so festgelegt, dass das gedruckte Dokument dem vertraglich vereinbarten Probedruck entspricht.
Ein Workflow in Produktionsumgebungen ohne Farbmanagement ist daher unter Umständen komplizierter, kostspieliger und zeitaufwendiger als notwendig. Durch mehrere Probedruckzyklen werden Design- und Produktionszyklen verlangsamt, und Designer müssen oft die Mehrkosten tragen. Die Produktivität der Mitarbeiter fällt weit unter ihr Potenzial, wodurch wiederum ihre Kapazitäten für andere Aufgaben und Projekte sinken. Ausserdem kann beim Kunden Frustration oder Enttäuschung entstehen, wenn der Prozess oder die endgültigen Ergebnisse nicht seinen Erwartungen entsprechen. Wenn der Kunde unzufrieden ist, besteht die Gefahr, dass Sie keine Folgeaufträge mehr erhalten. All diese Faktoren haben direkte Auswirkungen auf Ihren Gewinn.
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