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Funktionsweise des Farbmanagement
Wenn Sie mit Ihren aktuellen Farbmanagementmethoden zufrieden sind, da diese Ihren Anforderungen entsprechen und Sie eine Störung Ihres Workflows vermeiden möchten, ist das Ihr gutes Recht. Wenn Sie jedoch in problematischen Workflow-Bereichen bessere Ergebnisse erzielen möchten, sollten Sie die Implementierung eines ICC-gestützten Farbmanagement in Erwägung ziehen.

ICC-gestütztes Farbmanagement ist eine effizientere Methode zur Erzielung der gewünschten Farbausgabe. Die Bezeichnung ICC steht dabei für International Color Consortium. Dies ist ein Konsortium verschiedener Unternehmen der Branche - einschliesslich Adobe -, die sich auf eine offene Standardmethode für konsistente, vorhersehbare und zuverlässige Farben in digitalen Workflows geeinigt haben. Damit werden die jeweiligen Beschränkungen und Unterschiede, wie Farben von den einzelnen Geräten im Prozess definiert und erzeugt werden, überwunden, so dass Sie vom Scannen über die Anzeige und den Probedruck bis hin zur Druckpresse konsistente Farben erhalten.

Bisher waren viele Anwender in kreativen Berufen misstrauisch, wenn es um die Implementierung eines ICC-gestützten Farbmanagement ging. Es galt als komplexes, verwirrendes System, das bei schlechter Implementierung eher zu Problemen als zu einem planbaren Workflow führen konnte. Das muss jedoch nicht sein. Schliesslich verfügt das Farbmanagement über sämtliche Elemente, die professionelle Anwender für eine erfolgreiche Verwendung benötigen. Sie bestimmen, in welchem Ausmass Farbmanagement implementiert werden soll und wie viel Sie dafür ausgeben möchten. So können Sie es zur Lösung Ihrer speziellen Probleme anpassen.

Denken Sie ausserdem daran, dass mit "Farbmanagement" eine "Farbbearbeitung" nicht ausgeschlossen wird. Nichts geht über das scharfe Auge eines erfahrenen Art Directors oder die erworbenen Fertigkeiten eines Photoshop-Experten. Farbmanagement ermöglicht lediglich einen effizienteren Workflow.

ICC-gestütztes Farbmanagement besteht aus drei Hauptkomponenten: Farbmanagementmodul, Profile und Anwendungsunterstützung. Diese werden hier einzeln erläutert.

Farbmanagementmodul
Die erste Komponente im Farbmanagement-Prozess ist das Farbmanagementmodul, kurz CMM (Color Management Module). Es wird auch als "Farb-Engine" bezeichnet. Beim CMM wird ein "geräteunabhängiger" Farbraum verwendet, d. h. ein Farbraum, der nicht von der spezifischen Farbausgabe eines Bildschirms, Scanners oder Druckers abhängig ist.

Dieser Farbraum, der als CIELAB (sprich "szie-läb") bezeichnet wird, ist gross genug, um alle Farben eindeutig darzustellen, die auf Scannern übernommen, auf Bildschirmen angezeigt sowie auf Proof-Systemen und Druckpressen gedruckt werden können. Er fungiert quasi als Dolmetscher zwischen den Farbfunktionen aller Geräte im Workflow, so dass die Farbtreue auf allen Geräten gewahrt bleibt und Farben ausserhalb des Farbumfangs integriert werden. Auf diese Weise können auf einem Bildschirm die Farben angezeigt werden, die auf der Druckpresse erzeugt werden, wodurch zuverlässige Online-Überprüfungen möglich werden. Dieselben Farben können auch auf zwei Bildschirmen konsistent angezeigt werden, so dass Ihre Chefin nicht rätseln muss, ob die Fuchsien, die sie auf dem Bildschirm sieht, so rosa sind, wie Sie geplant hatten.

Farb-Engines sind Teil eines Betriebssystems oder einer Anwendung. Unter Mac OS sind zum Beispiel drei Engines in ColorSync integriert, darunter eine Engine von Heidelberg. Die Heidelberg-Engine ist auch in das ICM von Microsoft Windows integriert. In Adobe Illustrator 9.0 wird die neue Adobe-Farb-Engine ACE verwendet, die in zukünftigen Versionen aller Adobe-Anwendungen den Standard darstellen wird.

Profile
Um Farben im gesamten Workflow konsistent auszugeben, werden von der Farb-Engine Dateien verwendet, in denen die Farbausgabe jedes einzelnen Geräts beschrieben wird - so genannte "ICC-Profile". Diese Daten werden von der Engine benötigt, um die einzigartigen Farbeigenschaften jedes Geräts kompensieren zu können. Zum Beispiel werden möglicherweise auf Ihrem RGB-Scanner bestimmte Blautöne oft mit einem Lila-Stich erzeugt, auf Ihrem RGB-Bildschirm Farben mit einem gelblichen Ton angezeigt und auf Ihrem CMYK-Proof-Gerät Orangetöne in ein schmutziges Braun umgewandelt. ICC-Profile enthalten alle diese Informationen. Wenn das Farbmanagement aufgerufen wurde, durchlaufen die Profile den Workflow als Anhänge an Farbbilder und werden von der Farb-Engine verwendet, um konsistente Farbe anzuzeigen und zu drucken.

Die meisten Scanner, Bildschirme und Proof-Systeme werden mit produkteigenen Profilen ausgeliefert, durch die die Farbfähigkeiten der Geräte gemäss den Werkspezifikationen definiert werden. Die tatsächliche Leistung der meisten Geräte unterscheidet sich davon jedoch erheblich, wenn Sie Druckfarbe, Papier, Feuchtigkeit, Umgebungslicht und andere Variablen berücksichtigen. Profile von Herstellern sind als Ausgangspunkt geeignet. Wenn Sie jedoch Profile verwenden möchten, die den Farbfähigkeiten der Geräte in Ihrem Workflow genauer entsprechen, sollten Sie diese mit Hilfe von Drittanbieter-Werkzeugen selbst definieren. Die Software zur Profilerstellung kostet von 100 bis zu mehreren Tausend US-Dollar, und Pakete umfassen eine Vielzahl von Funktionen, darunter die Unterstützung einer oder mehrerer Profilarten, die Möglichkeit, mit Farbmessinstrumenten zu arbeiten, und die Fähigkeit zum Bearbeiten von Profilen.

Um benutzerdefinierte ICC-Profile zu erstellen, müssen Sie zunächst das Gerät kalibrieren, d. h. so normalisieren, dass die Farbausgabe bei denselben Eingabedaten stets konsistent ist. Anschliessend charakterisieren Sie das Gerät, indem Sie die Daten zur Farberzeugung in einem Profil speichern. Der Prozess der Kalibrierung und Charakterisierung unterscheidet sich zwischen den einzelnen Gerätetypen geringfügig.

Eingabegeräteprofile
Das Kalibrieren von Scannern und digitalen Kameras sowie das Erstellen von benutzerdefinierten Profilen mit Drittanbieter-Software ist recht einfach. Sie scannen oder fotografieren ein so genanntes "Farbziel", d h. eine gedruckte Seite, ein Dia oder eine Folie mit einer Reihe von Standard-Farbfeldern für Farbe und Graustufen. Anschliessend werden in der Software zur Profilerstellung die tatsächlichen Farbwerte mit den Werten verglichen, die mit dem Scanner bzw. mit der digitalen Kamera erfasst wurden. Obwohl dies für einen Scanner nur einmal erforderlich sein sollte, ist der Nutzen eines einzelnen Profils nur begrenzt. Da digitale Kameras unter unterschiedlichen Belichtungsverhältnissen eingesetzt werden, müssen Sie ein Profil für jede spezifische Belichtungsbedingung erstellen. Nur so kann Farbmanagement sinnvoll eingesetzt werden.

Scanner-Profile sind besonders für Designer wichtig, die Scans extern erstellen lassen und nicht kontrollieren können, welche Marke und welches Modell ihr Prepress-Partner verwendet. Wenn der Partner jedoch ein digitales Bild mit angehängtem Scanner-Profil liefert, kann der Designer von Anfang an mit zuverlässigeren Farbdaten arbeiten. Durch die Farb-Engine werden dem Designer auf dem Bildschirm die richtigen Farben angezeigt, und der Prepress-Partner kann mit Hilfe des an das Bild angehängten Profils einen konsistenten vertraglich vereinbarten Probedruck vorbereiten.

Scanner-Profile sind jedoch nicht unumstritten. Einige Benutzer ziehen es vor, die Qualität der Farbe von erfahrenen Scanner-Bedienern mit Hilfe der Software des Scanners optimieren zu lassen (wie in Workflows ohne Farbmanagement), während andere es für besser halten, genaue Farbdaten mit Hilfe von ICC-Profilen zu erfassen. Designer müssen nicht unbedingt Scanner-Profile immer verwenden. Wenn Sie das Layout von Seiten ohnehin mit gering auflösenden FPO-Bildern gestalten, die nur zur Bestimmung der Bildposition dienen, sind Scanner-Profile sogar überflüssig. Designer können jedoch in anderen Bereichen ihres Workflows trotzdem mit Farbmanagement arbeiten, zum Beispiel als Möglichkeit, um auf einem Bildschirm und einem Proof-System die endgültigen Druckpressenbedingungen abzustimmen.

Bildschirmprofile
Zur Profilerstellung für Monitore gehört die exakte Kalibrierung, um Farbabweichungen auszugleichen, die mit der Zeit auftreten. Anschliessend müssen ein Weisspunkt und ein Gamma-Wert festgelegt und diese Spezifikationen in einem Profil aufgezeichnet werden. Zur Kalibrierung und Profilerstellung bei Bildschirmen haben Sie drei Möglichkeiten:

Zunächst können Sie eines von zwei kostenlosen Dienstprogrammen verwenden, die auf Ihrem Mac wahrscheinlich bereits installiert sind: den Apple Monitor Calibration Assistant, auf den Sie über die Kontrollfelder für Monitore und Ton zugreifen können, oder Adobe Gamma, das im Lieferumfang von Adobe Photoshop und anderen Adobe-Produkten enthalten ist. Sie können Gamma auch auf dem PC verwenden. Sowohl in Gamma als auch im Calibration Assistant werden Sie durch einige einfache Dialogfelder geführt (Hardware ist nicht erforderlich), und die erzeugten Profile sind für viele Produktionsumgebungen akzeptabel.


Wenn Sie in Bezug auf Genauigkeit (und Kosten) einen Schritt weiter gehen möchten, können Sie ein Kolorimeter oder ein Spektralphotometer kaufen, um die von Ihrem Bildschirm ausgestrahlte Farbe zu messen, und die Daten mit Drittanbieter-Software in einem benutzerdefinierten Profil aufzeichnen. Schliesslich können Sie einen selbstkalibrierenden Bildschirm erwerben, bei dem die ausgestrahlten Farben mit Hilfe von internen Steuerkreisen gemessen und auf den werkseitig programmierten Einstellungen gehalten werden.

Denken Sie ausserdem daran, dass sich die Farben von Wänden und Bildern an Ihrem Arbeitsplatz - sogar die Kleidung, die Sie bei der Arbeit am Computer tragen - auf die Farben auswirken, die Sie auf dem Bildschirm wahrnehmen. Deswegen sollten High-End-Farbarbeiten unter diffusen Lichtbedingungen, ohne grelles Licht und in einem in neutralen Farben gehaltenen Raum durchgeführt werden. Durch Farbmanagement werden keine Abweichungen ausgeglichen, die durch Umgebungsbedingungen verursacht wurden. Das Kalibrieren Ihres Bildschirms ist jedoch eine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass jeder Mitarbeiter in Ihrer Arbeitsgruppe auf dem Bildschirm konsistente, vorhersehbare Farben sieht. (Wenn Sie Farben am Bildschirm genau überprüfen möchten, ist das Kalibrieren zwingend erforderlich.)

Ausgabeprofile
Ausgabeprofile sind ein wesentlicher Bestandteil einer vollständigen Implementierung des Farbmanagement, besonders wenn Sie Farben am Bildschirm prüfen möchten, jedoch auch wenn Sie Probedrucke erstellen möchten, durch die Druckpressenbedingungen simuliert werden.

Benutzerdefinierte Ausgabeprofile sind in der Erstellung am zeitaufwenigsten. Nach dem Kalibrieren des Proof-Systems oder der Druckpresse (das bei einigen hochwertigen Geräten automatisch durchgeführt wird) erstellen Sie das dazugehörige Profil mit Hilfe eines "Farbziels", d. h. einer digitalen Datei, die Sie mit der Software zur Profilerstellung erhalten und die zwischen 20 und 1.400 Farbfelder enthält. Zunächst drucken Sie das Farbziel auf dem Gerät, für das Sie ein Profil erstellen möchten, unabhängig davon, ob es sich um einen Desktop-Tintenstrahldrucker, ein professionelles Proof-System oder eine Vierfarbdruckpresse handelt. Anschliessend messen Sie mit Hilfe eines Kolorimeters oder Spektralphotometers die Farbwerte auf der Druckausgabe und geben die Daten wieder in die Software zur Profilerstellung ein. Je mehr Farbfelder das Farbziel enthält, desto genauer wird das erzeugte Profil - es dauert jedoch entsprechend länger, die Farbwerte in der Profilerstellungs-Software manuell aufzuzeichnen. Einige Unternehmen stellen mechanisierte Farbfeldleser her, durch die der Vorgang beschleunigt werden kann.

Benutzerdefinierte Druckpressenprofile sind am schwierigsten zu erstellen, da ein qualitativ hochwertiger Ziellauf auf einer bestimmten Druckpresse oder Druckpressenklasse geplant werden muss. Viele Druckereien tun dies nur ungern, da der Prozess zeitaufwendig und kostspielig ist. Eine Möglichkeit, die von der GATF (Graphic Arts Technical Foundation) empfohlen wird, besteht darin, einfach ein Profil des vertraglich vereinbarten Proof-Systems zu erstellen, das ohnehin zur Simulation von Druckpressenbedingungen dient. Eine sinnvolle Alternative besteht darin, ein Profil zu verwenden, das auf Branchenstandard-Druckbedingungen basiert, zum Beispiel SWOP, Eurostandard, Toyo Inks oder Dainippon Ink. Mit Hilfe dieser generischen Profile, die bei allen Adobe-Produkten zum Lieferumfang gehören, können Sie zuverlässige Probedrucke mit Farbmanagement erzeugen.

Eine weitere Option, nur für interne Desktop-Tintenstrahldrucker, ist die Verwendung von Adobe PressReady, einer unkomplizierten Methode, um auf Tintenstrahldruckern die Bedingungen von standardmässigen Offset-Druckpressen zu simulieren. PressReady funktioniert von jeder beliebigen Anwendung aus. Mit Hilfe einer integrierten ICC-Farb-Engine und enthaltener Ausgabeprofile werden auf normalen Farb-Tintenstrahldruckern die Bedingungen von Offset-Druckpressen simuliert, so dass Sie Probedrucke erhalten, die wesentlich näher an die Qualität einer Druckpresse heranreichen. Obwohl keine Probedrucke in professioneller Qualität erzeugt werden, können Sie sich mit PressReady den Aufwand ersparen, Profile für Ihre Ausgabegeräte zu erstellen. Ausserdem sparen Sie bei jedem Composite, das Sie sonst extern erstellen lassen müssten, ungefähr 10 bis 40 US-Dollar.

Anwendungsunterstützung
Die letzte Komponente für Workflows mit Farbmanagement ist die Anwendungsunterstützung. Damit Sie in realen Design- und Produktionsumgebungen mit Farb-Engines und Profilen arbeiten können, muss ICC-Farbmanagement von allen Anwendungen unterstützt werden, mit denen Sie Farbdokumente erstellen.

Natürlich wird ICC-Farbmanagement schon heute von allen Anwendungen für professionelles Publishing von Adobe unterstützt. Photoshop 5.0 war die erste Adobe-Anwendung mit zuverlässiger Unterstützung. In Photoshop 5.0 und 5.5 werden eingebettete Profile und die Verwendung eines vom Farbraum des Bildschirms unabhängigen Bearbeitungsfarbraums unterstützt, und der Benutzer kann angeben, wie das ICC-Farbmanagement von Photoshop angewendet werden soll. Zum Beispiel können Sie Photoshop anweisen, Bilder in dem RGB-Farbumfang anzuzeigen, der den Farbfunktionen von Scanner und Ausgabegeräten am besten entspricht, und ein Composite zu drucken, mit dem die Farbe der endgültigen Druckpresse simuliert wird.

Beginnend mit Illustrator 9.0 und Photoshop 6.0 schlägt Adobe in allen Anwendungen für professionelles Publishing einen neuen Kurs für das Farbmanagement ein. In diesen Anwendungen werden zwei wesentliche neue Funktionen eingeführt: Erstens wurde das Dialogfeld "Farbeinstellungen" verfeinert, wodurch das Einstellen von Farbkonfigurationen nun einfacher ist. Zweitens umfassen die Anwendungen unsere ICC-kompatible Farb-Engine ACE, mit der Sie anwendungs- und plattformübergreifend konsistente Farbe erzeugen können. Ausserdem verfügt ACE über einen "schadenssicheren" Modus, in dem nicht verwaltete Farbe unberührt bleibt.
Überblick
Häufige Probleme bei der Farbgestaltung
Vorteile des ICC-Farbmanagements
Funktionsweise des Farbmanagements
Kurze Tipps

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