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Hinterlistig oder raffiniert?
Im Konzept von SinisterBeauty.co.uk und der zugehörigen TV-Werbung wird der Audi RS4 als bedrohliche Spinne dargestellt, die die Konkurrenz verschlingt. Die Kampagne wurde erweitert, als Audi dem Comic-Zeichner Frazer Irving den Auftrag erteilte, einen zwölfseitigen Mini-Comic zu erstellen, der in Kneipen und Clubs verteilt werden sollte. Heraus kam „Beneath“, die Geschichte eines teuflischen Wissenschaftlers, der bei dem Versuch, einem Patienten sein schreckliches Geheimnis zu entlocken, in den Wahnsinn getrieben wird. Bei diesem Geheimnis geht es um die erwähnte RS4-Spinne. Audi entschied sich in letzter Minute dafür, den Comic ins Internet zu stellen.

Dafür wendete sich das Unternehmen an Goodtechnology. Dessen führender Entwickler Ben Lunt überzeugte die Marketing-Strategen von der Idee, dass man aus dem Material einen animierten Kurzfilm machen sollte. Lunts Definition des Branded Entertainment: „Auch wenn beim fertigen Clip die explizite Inszenierung der Marke fehlt, kann dennoch eine Botschaft vermittelt werden. Das Video muss auch außerhalb des beworbenen Produkts oder Unternehmens eine Bedeutung haben.“

„Es war immer geplant, dass sich ‚Beneath‘ auf einer subtilen Ebene abspielt“, sagt Lunt. „Wir wollten, dass die Betrachter ein Rätsel zu lösen haben, beim Herausfinden der Bedeutung Gerüchte streuen und somit den Lauffeuer-Effekt verstärken. Werbung für den Film wurde nur in Form von Mundpropaganda und in einigen Blogs betrieben.“ Allein im ersten Monat verzeichnete die Mikro-Site von „Beneath“ 15.000 Besucher. Davon haben 25 % den Clip auf ihre PlayStation Portable (PSP) oder ihren iPod heruntergeladen.

Ein Auto. Sechs Teams. Drei Wochen.
Im Frühling 2006 ging bei leftchannel ein Anruf der Agentur Rubin Postaer and Associates ein. Der Anlass war die Markteinführung des neuen Honda Civic. Sechs Teams wurden ausgewählt, in jeweils einminütigen Online-Kurzfilmen für Auto und Lebensgefühl zu werben. Jedes Team erhielt lediglich ein richtungweisendes Stichwort. Leftchannel bekam den Begriff „Unleashed“ (Entfesselt) zugewiesen.

Der von leftchannel produzierte Film integrierte wilde Kamerafahrten, statische und bewegliche Elemente sowie Nachbearbeitung, um den Zuschauer auf eine Fahrt durch schmale Gassen, über Felder, Meer und darüber hinaus mitzunehmen. „Wir wollten eine ätherische Welt erschaffen, durch die eine unsichtbare Kraft reist, die den berührten Personen ein Gefühl von Zeit- und Schwerelosigkeit vermittelt“, so Nate Reese von leftchannel. Der Erfolg des Kurzfilms beweist, dass dieses Ziel erreicht wurde: Zwei Wochen nach dem Online-Start konnten bereits 83.000 Besucher verzeichnet werden.

 

Schwarz-Weiß zum Leben erwecken

Da „Beneath“ ursprünglich als handgezeichnetes Comic-Heft geplant war, standen die kreativen Köpfe von Goodtechnology vor einer ungewöhnlichen Herausforderung. Hier erfahren Sie, wie der Übergang vom Papier zum Video-Clip vor sich ging:

1. Druckvorlage anpassen. Das Team nahm die Fahnen des Comic-Hefts zur Hand, schnitt die einzelnen Rahmen aus und passte die Größe der Bilder an die digitale Arbeitsumgebung an.

2. Animation vorbereiten. Anschließend wurden die Figuren in Adobe® Photoshop® zerteilt (z. B. wurde der Kopf vom Rumpf getrennt), um die Einzelteile später animieren zu können. Jetzt konnten die Hintergrundillustrationen wiederhergestellt und die Figuren davor platziert werden.

3. Animieren mit Flash. Das Team von Goodtechnology wählte für die Animation Flash aus, weil „Beneath“ ursprünglich nur für die Wiedergabe im Web gedacht war. „Der hohe Kontrast in ‚Beneath‘ führte automatisch zu groben Übergängen ohne Ein- oder Ausblendung und ohne Grauschattierungen“, gibt Lunt zu Protokoll. „Diese Tatsache inspirierte uns zu den Stroboskop-Effekten, die bei den Zuschauern große Verwirrung auslösen.“

4. Sound optimieren. Toningenieur Davor Krvavac war für Aufnahme, Bearbeitung und Mastering einer Vielzahl von Sounds zuständig, die das unheimliche Ambiente des Films verstärkten sollten. Nachdem er den Soundtrack für den Rohschnitt produziert hatte, wurde das fertige Audio schließlich als kompakte Datei exportiert und beim finalen Schnitt mit dem Bildmaterial verbunden.
Anleitung zum Einbinden von Sound in einen Adobe Flash-Film

5. Umdenken. Nachdem etwa die Hälfte der Programmierung abgeschlossen war, ließ sich Audi „Beneath“ vorführen und beschloss, den Film auf dem firmeneigenen Kabelkanal zu zeigen. Zur gleichen Zeit bemerkten die Mitarbeiter von Goodtechnology, dass sich zahlreiche Anwender den TV-Clip von der RS4-Mikro-Site auf PSP oder iPod heruntergeladen hatten.

6. Abschluss. Als letzter Schritt wurden die in Flash animierten Filmsequenzen im QuickTime-Videoformat ausgegeben. Der finale Schnitt wurde in Adobe Premiere Pro vorgenommen.
Anleitung zum Konvertieren von Videodateien zur Verwendung in einem Adobe Flash-Film