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Auch Museen sind auf den UGC-Zug aufge­sprungen. Manche erstellen einfach eine Ver­knüpfung zum Blog eines Besuchers, wie Walking the Wall, der als Online-Begleit­lek­türe zur Aus­stellung Great Wall of China im Powerhouse Museum in Sydney fungiert. Andere installieren aufwen­dige techni­sche Geräte wie das 3D-Videospiel zur Rela­tivi­täts­theorie, durch das sich der Besucher auf einem Fahrrad bewegt – dieses Ausstellungs­stück wurde von der Agentur AllofUs in London für das dortige Science Museum gebaut. Wie auch immer sich eine inter­aktive Lösung präsen­tiert, erfolg­reich sind vor allem die, die einen komplexen Sach­verhalt hautnah vermitteln – und eine neue Gene­ration Computer-erfahrener Besucher begeistern. „Museen versuchen, ein jüngeres und breiter gestreutes Publikum anzusprechen“, sagt Johnson. „Und das geht nur durch einen Bezug zum Leben der Besucher.“

Johnson beschreibt das herkömm­liche Modell, in dem das Museums­personal Objekte inter­pretiert und sein Wissen mit den Besuchern teilt, als kurator­zentriert. Heutzu­tage, da durch das Internet Infor­ma­tionen, Content-Portale wie Wikipedia und das allgegen­wärtige YouTube so leicht zugäng­lich sind, erwarten Museums­besucher jedoch einen Dialog.


Das Team von Second Story sieht seine Aufgabe darin, „Musik, Infor­ma­tionen, Bilder und Atmo­sphäre bereit­zustellen, aus denen die Besucher eigene Geschichten kreieren können“. Diese wechsel­seitige Beziehung setzte es für das McCormick Freedom Museum in Chicago um. Eines von Second Storys vielen UGC-basierten Museums­projekten ist eine in Zusammen­arbeit mit Gallagher & Associates entworfene Ausstellung mit fast einem Dutzend inter­aktiver Installa­tionen zur Rede­freiheit und dem ersten Zusatz­artikel zur Ver­fassung der USA. Die Besucher können verbotene Musik hören, ihre eigene Version der „Bill of Rights“ erstellen und einer Debatte der Gründer­väter bei ihrer Arbeit am Entwurf der ameri­ka­ni­schen Ver­fassung lauschen. Anschließend werden die Besucher ermuntert, ihre eigenen Geschich­ten zum Thema Rede­freiheit aufzu­nehmen. Diese Geschich­ten werden inhaltlich geprüft. Wer die Prüfung besteht, gelangt in ein größeres Archiv, in dem schon Video-Clips von Oprah Winfrey, Barack Obama, ehema­ligen US-Präsidenten und anderen Promi­nen­ten gespei­chert sind. Dieses sich ständig wandelnde Video­archiv wird vor dem Museum auf einem großen Plasma­bildschirm abgespielt.

Das von Second Story gestaltete Exponat im Liberty
Memorial Museum besteht aus zwei „runden Tischen“ mit je über acht Metern Durch­messer, die den Besuchern Rollen­spiele über Kriegs­beginn und Friedens­schluss ermög­lichen. In einer UGC-basierten Installa­tion erstellen Besucher eigene Propaganda­poster und Krieger­denkmäler, die sie an sich und andere per E-Mail verschicken können.