
In Japan können sich nur wenige junge Leute Kunstwerke leisten, und nur sehr wenige junge Künstler finden einen Ausstellungsort für ihre Werke. Genau hier bot sich für Mao Sakaguchi die Gelegenheit, etwas völlig Neues zu erschaffen: Gedai Geijutu Hakurankai, das Sakaguchi-Projekt für mobile Kunst.
Im Projekt für mobile Kunst verleiht eine Gruppe von hochkreativen Grafikanimations-Künstlern den Hintergrundbildern und Benutzeroberflächen von Mobiltelefonen neuen Schwung.
„Wir wollen, dass unsere Kunst mit dem Display spielt“, erklärt Sakaguchi. „Viele verlassen sich zum Beispiel auf ihre Handy-Uhren, also beziehen wir dies ein.“ Veränderungen der Uhrzeit, des Akku-Ladestands und der Signalstärke lassen sich mit Adobe Device Central simulieren.
Sakaguchis Projekt ist ein Abo-Dienst, der über Gigno Systems vertrieben wird, einen der größten Anbieter mobiler Inhalte in Japan. „Ich habe sechs Monate gebraucht, um Gigno davon zu überzeugen, dass dieses Projekt eine Zukunft hat“, erzählt Sakaguchi, der sich ganz auf die herausragende Qualität der Arbeit seiner Künstler und auf seine Kenntnis des Handy-Marktes verließ. Das Projekt für mobile Kunst zählt bereits 6000 Mitglieder, und jeden Monat kommen neue hinzu. „Sie können es auch auf eigene Faust versuchen“, sagt Sakaguchi, „aber dann fehlt Ihnen der Vertriebskanal – so ähnlich, wie wenn Sie einen Song bei einem kleinen statt einem großen Plattenlabel veröffentlichen.“ Weitere Informationen über den Vertrieb von Inhalten für Mobiltelefone
Während Sakaguchi künstlerischen Esprit in die Benutzeroberfläche von Handys integriert, erstellt Luigi Greco von 01 Design in Italien Inhalte, die das gesamte Display einnehmen. Mit Adobe Photoshop und Adobe Flash Lite als den hauptsächlichen Werkzeugen für Design und Entwicklung erstellt 01 Design transparente Anwendungen, die anstelle einer Benutzeroberfläche einen Markencharakter wiedergeben.
Die Projekte für D&G und MTV Italia veranschaulichen dieses Prinzip – mit Stil. Die Handy-Anwendungen von 01 Design erlauben den Zugriff auf Web- und interaktive Funktionen – von Modenschauen bis hin zu Musikvideos –, während Standardfunktionen wie Uhrzeit, Datum und Signalstärke im Hintergrund verschwinden. „Wir wollen, dass die Anwender das Erlebnis genießen“, sagt Greco. „Sie sollen das Telefon völlig vergessen.“

