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SUNDANCE-FILME AUF DER
KLEINEN LEINWAND

Im Rahmen des Sundance Global Short Film Project brachte der technische Fortschritt ein völlig neues Medium hervor: den mobilen Kurzfilm. Visionäre Independent-Filmemacher am Sundance Institute und führende Köpfe der Mobiltelefon-Technologie bei der GSM Association nutzten die Leistungsfähigkeit aktueller Video-Handys, um im Global Short Film Project fünf Kurzfilme auf die Mini-Bildschirme zu bringen – und das Marktpotenzial solcher Filme zu testen.

„Wir haben unsere experimentierfreudigsten und innovativsten Filmemacher ausgewählt“, berichtet John Cooper, Director of Creative Development am Sundance Institute. Unter diesen freidenkerischen Kreativen war auch die US-Regisseurin Maria Maggenti, die das neue Format sofort überzeugte. Sie schuf einen vierminütigen Film mit dem Titel Los Viajes de King Tiny. Darin wird die Geschichte eines tapferen Hündchens erzählt, das die Straßen von Los Angeles erkundet, während sein Herrchen bei der Arbeit ist. „Es war sehr aufregend, auf einem völlig neuen Gebiet zu arbeiten“, erzählt sie. „Ich habe dabei viel gelernt.“

Maggenti stellte bereits ganz am Anfang fest, dass vier Minuten für das Handy-Publikum sehr lang sind. „Die Leute sehen sich diese Filme nicht in einem ruhigen Vorführraum an“, erklärt Maggenti, die zwei Minuten für eine angemessenere Filmlänge hält. „Sie sehen sie in einer Gruppe, mit vielen Hintergrundgeräuschen und vielen anderen Leuten rund herum. Man muss also von einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne ausgehen.“

Dramaturgie und Inszenierung müssen für das „mobile“ Publikum ebenfalls neu überdacht werden. Beispielsweise müssen alle Aufnahmen näher am Objekt sein, um auf dem 5 x 5 cm großen Bildschirm zur Geltung zu kommen. „Die ‚Lawrence-von-Arabien-Perspektive‘ scheidet dabei aus“, so Cooper. Schließlich erfordert auch der Ton ein Umdenken. Die Sound-Qualität von Mobiltelefonen hat in den letzten Jahren zwar enorme Fortschritte gemacht; damit sie zum Tragen kommt, sind aber Kopfhörer nötig, die bei der spontanen Nutzung von Handys in der Öffentlichkeit meist nicht aufgesetzt werden. „Dialoge sind hier Zeitverschwendung“, meint Maggenti, die ihre Story durch den cleveren Einsatz einfacher Texttafeln voranbringt.

Der Film war ein voller Erfolg: Nach seiner Premiere auf der 3GSM World Conference verbreitete er sich innerhalb weniger Minuten über die ganze Welt. Den höchsten Bekanntheitsgrad erlangte er in Japan und Indien – zwei Ländern mit einem besonders hohen Anteil an Handy-Nutzern.

+ Alle Aufnahmen von King Tiny entstanden in der Nahperspektive, damit der Film auf dem kleinem Bildschirm gut verfolgt werden kann.
Kleine Geräte mit großer Zukunft

Mobiltelefone werden ständig leistungsfähiger. Immer höhere Rechenleistung, genauere Bildschirmauflösung, mehr Speicher, längere Akku-Laufzeit und bessere Sound-Qualität lassen die technischen Begrenzungen kreativer Träume schwinden und selbst die ausgefallensten Projekte möglich scheinen. Sakaguchi beispielsweise experimentiert mit Podcasting und Video-Casting für Handys, während das Sundance Institute Trailer für Kinofilme per Telefon verbreiten will. Cooper ist nicht sicher, in welcher Form seine neuesten Ideen umgesetzt werden, aber er wird es bald herausfinden. „Geben wir den Künstlern die nötigen Werkzeuge“, sagt er. „Den Rest machen sie schon selber.“

Kimberly Grob ist Herausgeberin des Adobe Magazine. Sie arbeitet seit über 15 Jahren als Autorin.

Ressourcen für mobile Inhalte
Hier finden Sie Informationen zu folgenden Themen:
• Erstellung interaktiver Inhalte für mobile Endgeräte: Video zu Adobe Flash CS3
• Neue Arten von Handy-Spielen: Artikel Big Games: Playing in the Streets in ThinkTank
• Videoprojekte für mobile Endgeräte erstellen: Video zu Adobe® Premiere® Pro und Device
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