Giles Revells Anliegen ist es, seine Motive realistisch und naturgetreu zu präsentieren und dennoch zu betonen, dass es sich um Kunst handelt. So verschmelzen Fotografie, Wissenschaft und Natur zu einem symbiotischen Gesamtkunstwerk. Ähnliches gilt für Flach, dessen Tierporträts eine emotionale Verbindung zwischen Betrachter und Motiv schaffen, die – wenn auch kaum erklärbar – doch für die meisten wahrnehmbar ist. Die Resultate sind dabei nicht nur der Kunstfertigkeit und Leidenschaft zu verdanken, mit der sich die beiden Fotografen ihren Motiven widmen, sondern ebenso ihrer Offenheit gegenüber innovativen Techniken.
Jennifer Jackson ist freie Autorin für verschiedene Verlage und Unternehmen.
Revell setzte in seinem „Insect Techtonics“-Projekt voll und ganz auf moderne Technologie. „Bei der digitalen Bildbearbeitung ist es meistens so: Man hat eine Vorstellung davon, wie das fertige Bild aussehen soll, und dann sucht man sich die technischen Mittel, um die Idee zu realisieren.“ Revells „Insect Techtonics“ lag die Idee zugrunde, jedes winzige anatomische Detail eines Insekts zu erfassen und das Gesamtbild so dreidimensional wie möglich erscheinen zu lassen. Dazu benötigte er ein Rasterelektronen-Mikroskop und Adobe Photoshop.
SPÜRBARER ERFOLG
Erfolg im Kontext der Kunst zu bewerten, ist eine sehr subjektive Angelegenheit – je nachdem, ob er nach Kritikerstimmen, auf kommerzieller Ebene oder nach der Beliebtheit in der Öffentlichkeit gemessen wird. Tim Flach und Giles Revell haben erreicht, was viele sich wünschen: den publikumsübergreifenden Erfolg. Revell äußert bescheidenen Stolz, wenn er über die Ausstellung seiner „Insect Techtonics“ im Londoner Natural History Museum spricht. „Ich hatte nie konkret geplant, meine Werke der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, aber es war doch sehr aufregend, ins Museum zu gehen und die vielen verschiedenen Menschen zu sehen, die von meiner Arbeit so beeindruckt waren.“
„Man hat eine Vorstellung davon, wie das fertige Bild aussehen soll, und dann sucht man sich die technischen Mittel, um die Idee zu realisieren.“ – Giles Revell