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Ein weiteres Element der Quiksilver-Kampagne war ein in Cannes ausgezeichneter Viral-Film, in dem sich eine Gruppe von Surfern im Hafen von Kopenhagen mit einer Ladung Sprengstoff zu einer fahrbaren Welle verhilft. Doch im Gegensatz zur gängigen Vorgehensweise leitet der Clip den Betrachter am Ende nicht auf eine Website, sondern schickt ihn in den nächstgelegenen Quiksilver-Laden, wo sich das auf Postern betriebene Branding und Messaging für Quiksilver meist direkt auszahlt.
DER RAHMEN MACHT DAS BILD
Es ist Winter im Hamburger Hafen. Die riesigen Frachter schaukeln im kalten Nordwind, und Seemöven ziehen ihre Kreise am bleigrauen Himmel. An einem Ort wie diesem rechnet wohl niemand damit, auf Werbung zu stoßen – und schon gar nicht auf eine überlebensgroße Anzeige, die sich geschickt ihrer Umgebung bedient und auf die Gesichter der vorbeiflanierenden Touristen und Anwohner ein überraschtes Lächeln zaubert.

Die deutsche Kreativagentur Jung von Matt hat die Taue, mit denen einige Lastkähne am Kai vertäut sind, in Nudeln verwandelt (um genau zu sein, in handgemachte Spaghetti der Marke Mondo Pasta) und die Schiffe selbst mithilfe großformatiger Gesichter am Bug zu schwelgenden Pastagenießern. Viele der in letzter Zeit produzierten aufsehenerregenden Ambient-Print-Kampagnen setzen auf Interaktion mit dem Zielpublikum, während andere, wie zum Beispiel die Mondo Pasta-Schiffe, durch die Interaktion mit ihrer unmittelbaren Umgebung ein zusätzliches Maß an Einprägsamkeit erreichen.

KONZEPT UND KONTEXT
Ein weiteres Beispiel für das Zusammenspiel zwischen dem Werk und seinem Kontext stammt aus einer Reihe großformatiger Poster, die Dörte Spengler-Ahrens, Kreativ-Direktor bei Jung von Matt und kreativer Kopf hinter der „Mondo Pasta“-Idee, für die Tierschutzorganisation NOAH entworfen hat. Um die Zurschaustellung lebender Tiere in Aquarien als grausame Bestrafung darzustellen, druckte das Kreativteam um Spengler-Ahrens Bilder von Walen, Delfinen und Haien in voller Größe – und zerknüllte diese Bilder anschließend, um sie in erheblich kleinere, gläserne Schaukästen zu zwängen. So entstand eine beinahe wörtlich umgesetzte Kampagne, die auf schockierende und doch geistreiche Weise das Dilemma der eingesperrten Tiere darstellt, für die kein Aquarium groß genug sein kann.

+ Jung von Matt findet ungewöhnliche Projektionsflächen für kreative Ideen.