Jede einzelne Exposif-Tapete ist ein Unikat und wird damit einer weiteren Erwartung gerecht, die mit der Digitalisierung einhergeht: Individualität. „Exposif-Tapeten sind ein Produkt des globalen Wunsches nach Individualisierung“, erläutert Akkerman. „Vom Auto bis zum Laptop kann heutzutage alles personalisiert werden, und Exposif ist das Medium für die individuelle Gestaltung von Räumen und Flächen.“
Dieser Wandschmuck ist kein Mauerblümchen, soviel steht fest. Das von Grafik dominierte Design erzielt eine Wirkung, die über die Interaktion mit der Umgebung hinausgeht. Es beeinflusst und verwandelt sie. Akkerman erklärt sich den Effekt so: „Die Kollektion ist ein Zeugnis für den Wandel in der Raumgestaltung. Waren Tapeten bisher nur Beiwerk im Hintergrund, etablieren sie sich jetzt als dekoratives, gestalterisches Element. Darum ist die Umgebung, in der sie angebracht werden, auch ausschlaggebend für ihre Wirkung.“
GLÄNZENDE AN-/AUSSICHTEN
Print hat überlebt – und wird uns auch in Zukunft erhalten bleiben. Drucktechnik zählt auch nach über tausend Jahren nicht zum alten Eisen, und neue digitale Werkzeuge und Ansätze werden ihr eher noch mehr Möglichkeiten eröffnen. Interaktivität, kontextbezogene Verspieltheit, neue Drucktechnologien und die stetige Verbesserung digitaler Tools sind nur einige Faktoren, die dafür sorgen werden, dass Print-Erzeugnisse niemals von der Bildfläche verschwinden.
„Nach so vielen Jahren, in denen sich das Medium Print praktisch nicht verändert hat, erleben wir nun die Entstehung ganz neuer Kommunikationswege“, freut sich Dörte Spengler-Ahrens.
Kevin Peaslee ist Kreativ-Direktor bei Axis41 und Autor mit fast zwanzig Jahren Erfahrung.
Kiko Farkas: Visualisierte Kompositionen
Kiko Farkas, unser Gast-Designer in dieser Ausgabe, entwarf eine Reihe von Postern für das staatliche Symphonieorchester von São Paulo, die die Vielfalt der Harmonie, Tonalität, Dynamik und des Rhythmus in der Musik widerspiegeln.
Farkas hat allerdings nicht nur mit seinem Design neue Wege beschritten: In einer einzigen Saison schuf er mehr als 67 Poster innerhalb weniger Monate. Dies entsprach fast der kompletten produzierten Menge, da je Auflage immer nur wenige Exemplare gedruckt wurden, um das Foyer der berühmten Konzerthalle Sala São Paulo zu schmücken.
Dabei ist es nicht verwunderlich, dass die Zeitvorgaben für die Produktion extrem knapp waren. Jeden Freitag wurde ein neues Design für das Konzert der folgenden Woche via FTP oder E-Mail an das Büro geschickt, das das Poster anschließend auf einem
Lambda-Drucker, einem digitalen Großformat-Fotodrucker, ausgab. Am Montag darauf traf das fertige Poster in Farkas Studio ein. Farkas konnte dem hektischen Zeitplan sogar noch einen positiven Aspekt für seine künstlerische Arbeit abgewinnen: „Es war ein fortlaufender Prozess, der wenig Zeit für kritische Analysen ließ und uns in einen Zustand permanenter kreativer Wachsamkeit versetzte.”