Adobe Magazine für Kreative
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Produktionskosten für „Cactusflower“*    
Verpflegung $ 150
Versicherung für gemietete Ausrüstung $ 600
3 Tage Mietwagen zum Transport der Ausrüstung $ 550
Neue Lampen, Requisiten $ 500
Mietkosten für Kamera $ 1.200
Miete für Grip und Beleuchtung $ 1.500
Leere Tapes $ 200
SUMME: $ 4.700
     
*in US-Dollar. Die gesamte kreative Arbeitszeit von Andrew Huebscher (DP), Jason Levine (Toningenieur), Addison Liu (Legal/PA), Jason Woliner (After Effects), Michael McCarthy (After Effects) und John Gold (Musiker) wurde unentgeltlich beigesteuert.
Nicht jedes Projekt muss mit einem limitierten Budget auskommen.
Manchmal erweist man sich selbst einen Bärendienst, wenn man an allen Ecken und Enden spart. Ich denke, die Budgetfrage muss für jedes Projekt individuell geklärt werden. Bei Filmen mit eigenem Set, vielen Schauspielern, Außenaufnahmen und hohem Organisationsaufwand ist definitiv ein höheres Budget notwendig, um alle Beteiligten zufriedenzustellen und effizient arbeiten zu können. Ich glaube, dass einfache Ideen – und das sind oft die besten – per se Low-Budget sind. Große Budgets werden erst dann wirklich relevant, wenn namhafte Akteure, zahlreiche Genehmigungen, Drehorte und andere Faktoren ins Spiel kommen, deren Kontrolle unumgänglich ist.

Ich habe gerade die Arbeiten an Drehbuch, Regie und Aufnahmen für einen Kurzfilm mit dem Titel „December Story“ auf Super-8 und Super-16 abgeschlossen. Hier waren die Budgetvorgaben nicht so eng wie bei „Cactusflower“, und der gesamte Prozess war sehr sorgfältig geplant und praktisch für die Postproduktion. Ich nutzte Film als Quellformat, HDCAM SR für die Ausgabe und HDCAM zum Editieren. Ich hatte ein digitales Negativ auf HDCAM SR für die Fertigstellung des Films und ein farbkorrigiertes HDCAM-Master für den Schnitt. Auf diese Weise konnte ich den Film bereits während der Bearbeitung ansehen.

Sie setzen also nicht ausschließlich digitale Technologien ein?
Nein. Wenn digitale Technologie alles kann, was ich brauche, vertraue ich mich ihr gerne voll und ganz an.

Wenn ich aber irgendwo tief in der Wüste von Arizona drehe – wie z. B. bei „December Story“ –, werde ich gewiss nicht mein Budget sprengen, indem ich mit einem kalibrierten HD-Monitor, einem Spezialisten für digitale Bildbearbeitung, einem Haufen Generatoren und einem schwarzen Zelt anrücke, um das HD-Bild klar erkennen zu können. Klassische Filmproduktionen sind relativ einfach zu kalkulieren, weil für Kamera, Filmmaterial und Kopien feste Preise gelten.

Inwiefern hat digitale Technologie die Filmproduktion positiv verändert?
Sie gibt auch technisch weniger versierten Anwendern ausgefeilte Werkzeuge an die Hand. Ich halte es für einen unglaublichen Fortschritt, dass man heute mit einer durchschnittlichen Handycam Videos in einer Auflösung von 1920 x 1080 aufnehmen kann, während ich noch in den 90ern Skate-Videos auf Hi8 gedreht habe. Die wirklich wichtigen technologischen Errungenschaften sind meiner Meinung nach die hochauflösenden, komprimierten Bearbeitungsformate, die viel weniger Plattenspeicher benötigen und trotzdem hervorragende Bildeigenschaften liefern – zusätzlich zu hochauflösenden Imagern, die ebenfalls eine bessere Bildqualität ermöglichen.