Mit der extrem fetten UberGoth hat Non-Format eine weitere Schriftart herausgebracht, in der Tradition und Experimentierfreudigkeit zum Ausdruck kommen. In dieser Schriftart setzen sich die Formen der einzelnen Buchstaben in scharfen, energischen und gekrümmten Serifen fort. Das Design ist gleichermaßen modern und traditionell; es erinnert stilistisch an Skulpturen, Architektur und Kunst der europäischen Gotik.
UBERGOTH VON NON-FORMAT:
BEI DER VERWENDUNG IN ANIMIERTEN FILMTITELN KÖNNEN DIE SPITZEN SERIFEN LANGSAM AUS DEN EINZELNEN WÖRTERN HERAUSWACHSEN.
DIE VERGÄNGLICHKEIT DER SCHRIFT
Manchmal nehmen historische Dinge eine völlig unerwartete Gestalt an, wenn sie in einem modernen Kontext auftauchen – so auch bei der Schrift Brunel, die im 19. Jahrhundert in England entwickelt wurde. Der freie Schriften-Designer
Paul Barnes arbeitete zehn Jahre lang an einer originalgetreuen Reproduktion dieser Schrift. Vor zwei Jahren schloss sich sein Kollege
Christian Schwartz dem Projekt an. Als diese antiquierte Schriftart dann in modernen Print-Medien eingesetzt wurde, darunter auch
Harpers Bazaar UK, wirkte sie plötzlich erstaunlich

zeitgemäß. „Wir haben hier ein Design, das sich in den letzten 200 Jahren kaum verändert hat, und nun trotzdem frisch und unverbraucht aussieht“, betont Schwartz.
Schriftarten sind wie Fische, die im Meer der Geschichte schwimmen. Aus diesem Grund taucht Schwartz selbst in die Geschichte des Schriften-Designs ein, um seine Arbeiten effizienter weiterentwickeln zu können. „Die Art und Weise, wie sich bestimmte Schriftarten aus anderen heraus entwickelt haben, zeigt mir Möglichkeiten für zukünftige Arbeiten in bisher unerschlossenen
künstlerischen Bereichen auf.“
„Ich interessiere mich für vergängliche Dinge“, erklärt Schwartz, der Schriften-Design mit den Modetrends in der Textilindustrie vergleicht. Ähnlich wie Schlaghosen und Flapper-Kleider kann auch eine Schriftart eine bestimmte Zeit repräsentieren. Beispielsweise ruft Cooper Black, das auch Bestandteil der Adobe Type Library ist, starke Erinnerungen an die siebziger Jahre wach. „Die Schriftart wird geistig so verarbeitet, dass sie zu einem visuellen Denkmal für eine bestimmte Zeit wird.“