Schriften von außerordentlicher technischer und ästhetischer Qualität zu erstellen, ist seit jeher das erklärte Ziel des Adobe® Originals-Programms. Mittlerweile sind Adobe Originals-Schriften – fast 100 Schriftfamilien und Tausende einzelner Schriften – ein oft verwendeter und unverzichtbarer Bestandteil der modernen Typografie.
Das Adobe Originals-Programm nahm seinen Ursprung im Jahr 1989, als Sumner Stone die Schriften-Designer Carol Twombly und Robert Slimbach damit beauftragte, für Adobe eine neue Serie von Schriftfamilien zu entwickeln. Damals breitete sich das Desktop-Publishing mit ungeheurer Geschwindigkeit aus, und die Layouter hatten wachsenden Bedarf an hochwertigen digitalen Schriften.

Die ersten Adobe Originals-Schriften wurden im selben Jahr veröffentlicht: Utopia® und Adobe Garamond®, beide von Slimbach entworfen. Als Neuinterpretation der Normalschnitte von Claude Garamond sowie der Kursivschrift von Robert Granjon vereinte Adobe Garamond die Essenz seiner Ahnen mit den Vorzügen moderner Typografie. Seine Vielseitigkeit und Ästhetik bildete die Grundlage für viele Neuauflagen klassischer Schriften, die Slimbach und Twombly in den folgenden zehn Jahren entwickeln sollten.
Natürlich sind Slimbach und Twombly nicht die einzigen, die Adobe Originals-Schriften entworfen haben. Auch andere mehrfach ausgezeichnete Designer wurden mit der Entwicklung neuer Schriften beauftragt, darunter

Richard Lipton, Jovica Veljovic und Michael Harvey. Für die Entwicklung japanischer Schriften wurde sogar ein eigenes Adobe Originals-Programm ins Leben gerufen. Dieses umfasst heute u. a. Arbeiten von Designern wie Masahiko Kozuka und Ryoko Nishizuka.
Nicht alle Schriften von Adobe sind automatisch Adobe Originals. Vielmehr sind für die Aufnahme in dieses Programm drei Kriterien entscheidend.
1. Ästhetische Qualität. Adobe Originals-Schriften verkörpern die Kunstfertigkeit der weltbesten Schriften-Designer und sind dazu ausersehen, zeitlose Klassiker zu werden. Sie sind nicht als schnellebige Modeschriften gedacht, sondern für die langfristige Verwendung über mehrere Jahrzehnte hinweg konzipiert. So werden viele Adobe Originals-Schriften bereits seit vielen Jahren eingesetzt – einige Beispiele hierfür sind Myriad®, Minion®, Trajan®, Lithos® und Adobe Garamond.
2. Technische Perfektion. Die hervorragend ausgebildeten Entwickler bei Adobe stimmen jede Glyphe und jeden Parameter darauf ab, dass die Schrift mit bestmöglicher Schärfe und Präzision gerastert wird. So werden die Layout-Informationen speziell auf diesen spezifischen Schriftschnitt ausgerichtet und die Schrifttabellen hinsichtlich Dateigröße und Effizienz optimiert. Zusätzlich werden die Designer von den Adobe-Entwicklern unterstützt – gemeinsam arbeiten sie an der Weiterentwicklung der Schriftentechnologie. Seit Beginn des Programms hat Adobe das Type 1-Schriftformat entwickelt, ergänzende Experten-Schriftsätze definiert, Multiple-Master-Schriften erfunden und gemeinsam mit Microsoft das OpenType®-Format ins Leben gerufen. Mittlerweile wurden Tausende von Schriften der Adobe Type Library in das OpenType-Format konvertiert, jeweils mit neuen Glyphen und zusätzlichen Funktionen.
3. Großes Angebot an Zeichensätzen und optischen Größen. Adobe Originals-Schriften enthalten Zeichensätze für zahlreiche verschiedene Sprachen und berücksichtigen darüber hinaus, dass das menschliche Auge Schriften bei verschiedenen Größen unterschiedlich wahrnimmt. Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert begannen Designer, für unterschiedliche Darstellungsgrößen spezielle Schriften zu entwerfen. Diese werden heute als „Opticals“ bezeichnet. Als die Schriftverarbeitung mechanisiert wurde, verließen sich viele Schriftenhersteller auf eine einzige Master-Schrift, die auf die jeweils gewünschte Größe skaliert wurde.
Die so bearbeiteten Schriften sehen allerdings nur in einem bestimmten Größenbereich wirklich gut aus. Eine für normalen Fließtext gut geeignete Schrift sieht bei kleineren Größen gedrängt und bei größerer Darstellung zu fett aus. Viele Adobe Originals-Schriften enthalten deshalb Glyphensätze, die für bestimmte Größenbereiche optimiert wurden und damit alle in Frage kommenden Textgrößen auf angenehme Weise darstellen.
Das Adobe Originals-Programm wird fortwährend weiterentwickelt. Heute liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung von Schriftfamilien, deren Vielseitigkeit weltweit einzigartig ist. Die frühe Adobe Originals-Schrift Myriad enthielt in der ersten Version 228 Glyphen; das im April 2007 veröffentlichte Arno™ Pro umfasst bereits 2.846 Glyphen in der Normal- und 3.223 in der Kursivschrift.
Adobe plant für die kommenden Jahre die Veröffentlichung vieler weiterer Adobe Originals-Schriften. Und während das Programm fortlaufend an neue Formate, Kundenbedürfnisse und typografische Erfordernisse angepasst wird, bleibt die Tradition der Entwicklung innovativer und vielseitig einsetzbarer Schriften erhalten.