Schrift wird definiert durch den umgebenden leeren Raum zwischen Buchstaben, Wörtern oder Zeilen.
Schreibmaschinen haben normalerweise eine feste Zeichendichte. Das heißt, jedes Zeichen, ob „i“ oder „m“, nimmt denselben Platz ein. Eine Schrift mit fester Zeichendichte, z. B. Courier, ist für einfache, mechanische Schreibgeräte wie eine Schreibmaschine angemessen.


Kommerzieller Text und die modernen digitalen Schriftbilder auf Computern verwenden dagegen im Allgemeinen Proportionalschriften. Bei Proportionalschriften nimmt jedes Zeichen nur so viel Raum ein, wie es benötigt und wie es der Lesbarkeit am Zuträglichsten ist. Mit Proportionalschriften passen wesentlich mehr Zeichen auf eine Seite als bei Schriften mit fester Zeichendichte, und die Lesbarkeit kann erhöht werden.
Je länger die Zeilen sind, desto schwieriger ist es möglicherweise für das Auge des Lesers, vom Ende einer Zeile zum Anfang der nächsten Zeile zu wechseln. Andererseits brechen kurze Zeilen den Textfluss und können vom Leser als störend empfunden werden. Die ideale Zeilenlänge hängt ab von Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand und Länge eines Texts. Um optimale Lesbarkeit zu erzielen, sollte eine Zeile im Allgemeinen 55 bis 60 Zeichen bzw. 9 bis 10 Wörter umfassen.
Der Durchschuss ist der Abstand zwischen den Schriftzeilen und wird in Punkt gemessen. Zu Zeiten der Metalllettern fügten die Drucker zusätzliche Bleistreifen zwischen lange Textzeilen ein, damit der Text besser lesbar war. Bei den meisten Textverarbeitungs- und Layout-Programmen können Sie den Durchschuss anpassen. Experimentieren Sie mit dieser Funktion, und beachten Sie die Auswirkungen auf die Lesbarkeit.

Sie können auch Wortabstand und Laufweite anpassen, um die Lesbarkeit zu verbessern. Obwohl die Schriftbilder bereits mit korrekter Laufweite für normale Verwendung entwickelt werden, kann es in Sonderfällen dazu kommen, dass die Schriftart zu gedrängt oder zu weit erscheint. Zum Beispiel erscheinen Wörter in GROSSBUCHSTABEN oft zu eng, da der Entwickler davon ausgeht, dass in Wörtern immer eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben verwendet wird. Wenn Sie in Ihrer Anwendung die Möglichkeit haben, die Laufweite anzupassen, sollten Sie bei Wörtern in Großbuchstaben die Laufweite etwas erhöhen.

Viele Buchstabenkombinationen, besonders bei Wörtern in Großbuchstaben, sehen ohne Kerning nicht korrekt aus. Kerning ist die Anpassung des Abstands zwischen Zeichenpaaren. Bei hohen Punktgrößen ist Kerning besonders wichtig. Beim Vergrößern der Zeichen vergrößern sich auch die Abstände zwischen den Zeichen.


Der Wortabstand sollte in linksbündigen, rechtsbündigen oder zentrierten Texten konstant sein. Beim Blocksatz jedoch variiert der Wortabstand von Zeile zu Zeile, damit die Zeilenränder stets bündig sind. Wichtig ist, den Wortabstand, oftmals mithilfe der Silbentrennung, so konstant wie möglich zu halten, damit die Lesbarkeit nicht zu sehr leidet. Enge Wortabstände ermöglichen Ihnen zwar mehr Text pro Seite, aber es kann schwierig sein, ein Wort vom anderen zu unterscheiden. Großzügige Wortabstände füllen Seiten mit wenig Text. Die Lesbarkeit wird aber beeinträchtigt, da die Wörter nicht mehr zusammenhängend erscheinen.

Platzüberlegungen und die Gestaltung der Schriftart selbst beeinflussen die sogenannte „typografische Farbe“. Dieser Begriff mag heute unzutreffend klingen, können Sie doch selbst mit Textverarbeitungsprogrammen die Schriftfarben (z. B. rot, blau oder grün) ebenso leicht festlegen, wie Sie die Punktgröße ändern können. Bei der typografischen Farbe handelt es sich jedoch um den Grauwert, oder die Dichte, einer Zeichenmenge auf der Seite. Eine Seite kann helle oder dunkle Farben enthalten, aber Sie müssen die Farbe über die Seite konstant halten, um die Lesbarkeit zu unterstützen.
