Schalte für deine Autofotografie in den höchsten Gang.

Die Auto- und Fahrzeugfotografie ermöglicht Menschen, ihre Fahrzeuge und Erlebnisse mit Autos zu dokumentieren und zu teilen. Hole dir Tipps, wie du Autofotos zum Strahlen bringst und in deinen Fotos aus einzigartigen Fahrzeugen das Beste herausholst.

Ein Foto von einem Sportwagen mit Regentropfen darauf bei Nacht

Bild von Aedan Petty

Die Schnellen und die Fotogenen.

Von Oldtimer-Muscle-Cars bis hin zu einem luxuriösen Mercedes oder dem neuesten Lamborghini: Menschen sind leidenschaftlich mit Autos verbunden. Um alles festzuhalten – von automobilen Fortschritten bis hin zu Autokultur-Treffen – hat die professionelle Autofotografie an Fahrt aufgenommen und ist zu einer eigenen Kunstrichtung geworden. Sie ist eine Liebeserklärung an das Fahren mit dem Auto und an dessen Ausstattungsdetails, eine Mischung aus Produktaufnahmen und der Möglichkeit, im Bild festzuhalten, wie Handwerk und Technik perfekt miteinander verschmelzen.

 

„Du versuchst, die richtigen Winkel beim Auto zu finden. Du versuchst, diesen dann mit dem richtigen Hintergrund und dem richtigen Licht in Einklang zu bringen – es gibt eine Menge, was in ein gutes Foto einfließt“, erläutert der Fotograf Aedan Petty.

 

Egal, ob dein Interesse für Autos auf die Geschwindigkeit, das Aussehen oder die aufgemotzten Modifikationen zurückgeht: Die Autofotografie kann dich in Kontakt mit schönen Maschinen und den Gleichgesinnten bringen, deren Leidenschaft auch den Autos gilt.

 

„Die Autofotografie fängt das ein, was Autoliebhaber wirklich lieben – das Styling, das aggressive Aussehen, all die Umbauten, die die Leute vornehmen, und die Leidenschaft der Leute“, so Aedan Petty. „Es ist ein Weg, um die Schönheit der Maschine einzufangen, und es geht auch darum, Action einzufangen, wenn man bewegte Aufnahmen macht.“

 

Autofotografen müssen mit dem Networking beginnen.

Du kannst tolle Autofotos von jeder Art von Fahrzeug machen. Aber wenn du das aufregende Erlebnis haben willst, Luxusautos oder besondere Oldtimer zu fotografieren, musst du wohl zunächst Kontakt mit ihren Besitzern aufnehmen. Und dabei geht es vor allem darum, die Wertschätzung für diese Fahrzeuge zu kultivieren und zu zeigen. „Wenn du Automobilfotografie betreibst, musst du definitiv eine Leidenschaft für Autos haben“, weiß Aedan Petty.

 

Wenn du nicht gerade Freunde mit Ferraris, Porsches oder umgebauten Mazda-Rennmodellen hast, solltest du dich auf Autoshows begeben und andere Autoenthusiasten, Autobesitzer und Leute aus der Branche treffen, von Werkstattbesitzern bis zu Verkäufern von Spezialprodukten. Halte Ausschau nach Autoshows oder Oldtimer-Treffen in deiner Nähe und bringe deine Kamera mit.

 

Wie man Kunden für die Autofotografie findet.

„Viele Leute trauen sich nicht, Autobesitzer anzusprechen, weil sie befürchten, dass die Leute nicht fotografiert werden wollen“, erzählt der Fotograf Brooks Li. „Aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen.“ Wenn du mit deiner Kamera zu Autoclub-Treffen oder Autoshows gehst, wirst du Autobesitzer anlocken, die mit dir arbeiten wollen.

 

Autobesitzer sind in der Regel sehr stolz auf ihre Maschinen, und das ist eine Gemeinsamkeit, die du mit jedem Autoliebhaber teilen kannst. Für jeden, der Autobesitzern helfen kann, tolle Aufnahmen von ihrem Baby zu machen, sollte es ein Leichtes sein, diesen Zugang zu finden.

 

„Ich empfehle immer, dass die Leute zu lokalen Autoshows gehen, wie hier ‚Cars & Coffee‘. Sprich mit den Besitzern. Sie sind alle super freundlich. So habe ich damals angefangen“, berichtet Brooks Li. „Sei so kontaktfreudig wie möglich und versuche dein Bestes, um mehr Praxis zu bekommen.“

 

Wie man sich auf ein Fotoshooting mit Autos vorbereitet.

Sobald du die richtigen Kontakte geknüpft und ein Shooting geplant hast, erfordert eine erfolgreiche Session einige Nachforschungen über das Timing und die Location. Sprich mit deinem Kunden über die Marke, das Modell und die Farbe seines Autos, damit du vorausplanen kannst. Vielleicht haben sie spezielle Umbauten und Details, die du während des Shootings festhalten sollst.

Ein Auto neben einem mit Graffiti besprühten Zug

Bild von Brooks Li

Wähle eine Location, die zum Auto passt.

Unterschiedliche Gelände und Einstellungen sind für verschiedene Autos optimal geeignet. Wenn du einen Jeep fotografierst, der sich gut jenseits der ausgetretenen Pfade macht, solltest du ihn vielleicht auf felsigem Terrain platzieren, sofern es die Sicherheit zulässt. Dagegen könnte ein niedrig gebautes Auto auf einer glatten Stadtstraße oder vor einer alten Backsteinmauer einer Fabrik am besten aussehen.

 

Auch die Farbe des Autos hilft dabei, die beste Einstellung für das Shooting zu bestimmen. „Schwarze und weiße Autos sind wirklich die einzigen, die man so ziemlich überall präsentieren kann. Wenn du es mit einer speziellen Farbe zu tun hast, wird es schon schwieriger“, weiß Aedan Petty. „Ich würde sagen, die härteste Lackfarbe bei einem Auto ist für mich wohl lila. Lila ist eine Farbe, die sich wirklich nur sehr schwer gut einfangen lässt. Du musst die richtige Beleuchtung finden.“

 

Suche nach einem Hintergrund, der einen Kontrast zum Farbton des Autos bietet. „Dunklere Autos sehen vor helleren Hintergründen toll aus“, so Brooks Li. „Wenn ich Autos fotografiere, die heller sind – etwa ein orangefarbenes Auto – würde ich an einem dunkleren Ort fotografieren, entweder bei Sonnenuntergang oder wo es einen Schatten gibt.“

 

Plane deine Shootings für die Goldene Stunde.

Die Tageszeit kann einen großen Unterschied ausmachen. Wie bei den meisten Arten der Außenfotografie kann direktes Sonnenlicht zu Blendeffekten, starker Schattenbildung oder verfälschten Farben führen. Fotografiere Autos während der Goldenen Stunde – das ist die Stunde nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang –, um die intensiven Blend- und Schatteneffekte zu begrenzen, die durch die Mittagssonne verursacht werden. Wenn du mittags fotografieren musst, umgehst du hartes Licht mit Hilfe von Bäumen und Gebäuden, in deren Schatten du das Auto platzieren kannst.

 

Hilfreiche Ausrüstung, die du zur Hand haben solltest.

Um ein erfolgreicher Autofotograf zu sein, musst du verschiedene Blickwinkel und Aufnahmearten beherrschen. Hier sind einige Ausrüstungsgegenstände, die du bei einem Autoshooting dabei haben solltest, um alles von schönen BMWs bis hin zu schnellen Autos wie Chevy Camaros für Straßenrennen einzufangen.

Eine Kamera auf einem Stativ mit zwei Personen und einem Sportwagen davor

Die Grundlagen

Ein Stativ, um ruhige Aufnahmen zu machen, ist immer ein wertvolles Hilfsmittel, vor allem um deine Kamera bei Nacht ruhig zu halten. Es lohnt sich auch, nach einem einfachen Reflektor-Kit zu schauen, um das Sonnenlicht manipulieren zu können.

 

Die Objektive

„Ich fotografiere mit einem Objektiv mit 24 mm bis 70 mm Brennweite. Das ist super vielseitig und super einfach. Du hast deinen Weitwinkel – und dann hast du dein Tele am anderen Ende der Skala“, empfiehlt Aedan Petty. „Ich würde sagen, 35 mm und 50 mm eignen sich am besten für die Automobilfotografie. Das ist es, was ich bei vielen Leuten sehe, die damit anfangen.“

 

Blitze

Für Außenaufnahmen kann ein Reflektor, der natürliche Lichtquellen einfängt und auf das Auto richtet, alles sein, was du brauchst. Aber die Autofotografie umfasst oft auch Aufnahmen von Auto-Innenräumen. „Ich habe einen Kamerablitz sowie eine Lichtleiste“, so Aedan Petty. „Es ist super hilfreich, einen Blitz zu haben, weil der wirklich den Innenraum beleuchtet und die Farben der verschiedenen Details zeigt.“

 

Achte aber darauf, dass du einen weicheren Blitz verwendest, damit du eine gute Beleuchtung ohne harte Schatten bekommst. „Verwende keinen zu starken Blitz, denn dann bekommst du überall weiße Linien auf dem Leder“, erklärt Aedan Petty. „Du willst schließlich, dass der Innenraum schön gleichmäßig aussieht.“

 

Lichtbegrenzer

Die meisten Autolacke fangen Licht ein und reflektieren es, was ohne die richtige Ausrüstung ein Problem sein kann. Ein Neutraldichtefilter begrenzt das Licht. Er ist fast so etwas wie eine Sonnenbrille für dein Objektiv. Du kannst auch einen Zirkularpolarisator verwenden, der darauf spezialisiert ist, Blendeffekte zu reduzieren.

 

„Wenn du keinen Zirkularpolarisator hast, wirst du zahlreiche Reflexionen von der Windschutzscheibe und der Seite des Autos haben, die definitiv nicht so gut aussehen werden“, sagt Aedan Petty.

 

Reinigungswerkzeuge

Wenn du nicht gerade einen Geländewagen fotografierst, sind Schmutz und Flecken keine schöne Ergänzung zu den Autoaufnahmen. Bringe auf jeden Fall Poliertücher und Pflegespray mit. „Wenn du nah an die Räder herankommst, bedeutet es manchmal, dass du Staub und Schmutz bekommst, wenn du das Auto auch nur um ein paar Meter bewegst“, so Aedan Petty. „Dann solltest du auf jeden Fall die richtigen Mittel zur Hand haben, nur für den Fall, dass du putzen musst.“

 

Diese Tipps für gute Autoaufnahmen solltest du nicht vergessen.

Bereite dich darauf vor, alle Blickwinkel zu erfassen.

Achte darauf, immer erst die „Klassiker-Posen“ aufzunehmen, bevor du kreativ wirst. Fotografiere das Auto von vorne auf Augenhöhe, nimm Seitenansichten auf und mache Aufnahmen in 45-Grad-Winkelansichten von jeder Ecke des Autos.

Foto der Rückansicht eines Sportwagens
Foto der Frontansicht eines Sportwagens
Foto der Seitenansicht eines Sportwagens
Foto der Frontansicht eines Sportwagens

Bilder von Aedan Petty

„Einer der wichtigsten Tipps, den ich Anfängern gebe: Kenne die Winkel der Autos!“, erklärt Aedan Petty. „Jedes Auto sieht im Dreiviertel-Winkel am besten aus. Das ist so etwas wie der perfekte Schuss. Du kannst mit jedem Auto üben – es muss nicht einmal ein besonders schickes Auto sein. Es könnte auch dein eigenes Auto sein, mit dem du jeden Tag fährst. Spiele einfach mit den Winkeln herum und finde heraus, welche am besten aussehen.“

 

Sobald du gute Winkel des gesamten Fahrzeugs eingefangen hast, gehst du zu den Ausschnitten über. Du kannst die Seite des Autos aus einem niedrigen Winkel aufnehmen, der zum Beispiel am Vorderrad beginnt. Als Nächstes solltest du dich den Detailaufnahmen widmen, wie Nahaufnahmen der Scheinwerfer, der Frontpartie, der Zierleisten, der Seitenschweller und der Spiegel – finde alle Details, die das Auto so einzigartig machen.

 

Wenn die Location nicht stimmt oder dich daran hindert, die Drittel-Regel (oder andere Best Practices für die Bildkomposition) zu befolgen, kannst du mit der Positionierung des Autos spielen. Behalte immer die Szenerie und deine Komposition im Hinterkopf. Nur weil dein Motiv kein Mensch ist, heißt das nicht, dass du es (und den Besitzer) nicht mit dir arbeiten lassen kannst, um die richtige Pose zu finden.

 

Insider-Informationen zu Innenaufnahmen.

Ob durch getönte Scheiben oder geschlossene Türen: Das Innere eines Fahrzeugs ist oft schummrig. Ein weicher Blitz oder eine andere Lichtquelle kann hier hilfreich sein. Habe keine Angst davor, Türen und Fenster zu öffnen, um mehr Licht hereinzulassen. Und passe deine Kameraeinstellungen entsprechend an.

 

„Für Innenaufnahmen brauchst du meistens eine längere Verschlusszeit, weil es dunkler ist“, weiß Brooks Li. „Du hast nicht wirklich viel zusätzliches Licht, mit dem du arbeiten kannst. Und du kannst wahrscheinlich kein Stativ einsetzen, also musst du lernen, wie du deine Kamera ruhig halten kannst.“

Ein maßgeschneidertes Lenkrad und Armaturenbrett eines Sportwagens

Bild von Brooks Li

Innenaufnahmen können bei Autos mit Rücksitz einfacher sein. Bei zweisitzigen Fahrzeugen aber musst du vielleicht die Kamera etwas trickreicher platzieren, um die gewünschte Position zu bekommen. Du kannst auch versuchen, Innenaufnahmen von außen zu machen. Lasse die Scheiben herunter oder öffne die Tür und fotografiere durch das Fenster hindurch.

 

„Habe keine Angst, den ISO-Wert zu erhöhen, weil dadurch der Innenraum dunkel wird“, rät Aedan Petty. „Es ist wichtig, seine Kamera zu kennen und zu wissen, bis zu welchem ISO-Wert man in bestimmten Situationen gehen kann, ohne zu viel Rauschen und Körnung zu bekommen.“

 

Detailaufnahmen sind entscheidend für gute Innenaufnahmen. Erfasse das Lenkrad, die Nähte an den Sitzen und alle anderen besonderen Merkmale. Und vergiss nicht, auch Fotos von dem zu machen, was unter der Haube steckt. Autofans lieben Aufnahmen von stylischen Details, aber auch Bilder von der Technik, die Autos zum Laufen bringt, sind wichtig.

 

Fotografiere Autos auch während der Fahrt.

Während viele Autofotos geparkte Fahrzeuge zeigen, möchtest du vielleicht auch einfangen, wie die Autos ihre Muskeln zeigen. Du kannst tolle Aufnahmen von Autos auf der Straße machen, indem du in einem anderen Auto mitfährst. Verabrede dazu ein Shooting mit zwei verschiedenen Autobesitzern. Lasse dich von einem fahren, während du Fotos von dem anderen machst, und wechsle dann. Aufnahmen aus einem fahrenden Fahrzeug können zu Bewegungsunschärfe durch Verwackeln der Kamera führen. Suche dir also möglichst glatte Straßen für diese Aufnahmen.

Ein Foto der Seitenansicht eines Sportwagens, der eine Fahrbahn entlangfährt, überlagert von einem Foto eines Sportwagens, der eine Autobahn entlangfährt

Bilder von Aedan Petty

Wenn du Fotos von fahrenden Autos von der Ziellinie oder einer anderen stationären Position aus machst, ist die Action-Fotografie eine großartige Fähigkeit, die du lernen solltest, um Autos in Bewegung zu erfassen. Schwenktechniken helfen dir dabei, ein sich bewegendes Motiv zu fokussieren und im Fokus zu halten, um ein Standbild zu liefern, das die Bewegung mit einem unscharfen Hintergrund hervorhebt.

 

Organisiere und verfeinere deine Aufnahmen in Adobe Photoshop Lightroom.

Um die perfekten Aufnahmen eines Fahrzeugs zu finden, musst du unter Umständen eine Vielzahl von Fotos sichten. Lightroom macht es dir leicht, deine Arbeit zu organisieren und deine Favoriten zu finden. Du kannst auch filterähnliche Lightroom-Voreinstellungen deiner besten Bearbeitungen auf ganze Stapel von Aufnahmen desselben Fahrzeugs anwenden.

 

„In der Nachbearbeitung spiele ich mit dem Bild herum. Ich nehme individuelle Bearbeitungen am Auto und an der Location vor“, erklärt Aedan Petty.

 

In der Nachbearbeitung kannst du auch ablenkende Elemente herausschneiden. „Oftmals entferne ich verschiedene Masten und andere Dinge aus dem Hintergrund“, fügt Aedan Petty hinzu. Lasse nicht zu, dass Objekte, die du einfach wegschneiden kannst, deinem Motiv die Aufmerksamkeit entziehen.

 

Wenn die Beleuchtung auf den Autoscheiben sie zu hell macht, kannst du sie mit einem transparenten grauen Pinsel abdunkeln. Damit wird das Glas gleichmäßiger, ohne unrealistisch zu wirken.

 

Du kannst nicht wissen, welche Arten von Bearbeitungen du brauchst, bis du mit den Aufnahmen beginnst. Erst in der Praxis wirst du erfahren, welche Tipps, Tricks und Anpassungen für dich funktionieren. Gehe raus und nimm so viele Bilder von schicken Fahrzeugen auf, wie du kannst, bis deine Fähigkeiten und Erfahrungen mit deiner Leidenschaft für Autos übereinstimmen.

Mitwirkende

Adobe Photoshop Lightroom besser nutzen.

Bearbeite deine Fotos schnell und einfach mit den Lightroom-Vorgaben. Mit der Cloud-basierten Foto-Speicherverwaltung kannst du von überall auf deine Projekte zugreifen.

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