RAW oder JPEG? Erfahre, welches Format wann am geeignetsten ist.

Das Dateiformat, das du für deine Aufnahmen wählst, hat großen Einfluss auf das Endergebnis. Hier lernst du die Unterschiede, um stets die richtige Entscheidung zu treffen.

Foto in RAW-Format neben Foto in JPEG-Format

Der Einfluss des Dateiformats auf ein Foto.

In den Einstellungen deiner DSLR-Kamera befinden sich zwei Aufnahmeformate: RAW und JPEG. Welche Vorteile bietet das RAW-Format? Was ist eigentlich eine RAW-Datei? Ist RAW besser oder JPEG? Alle Fotografen, die sich mit digitaler Fotografie beschäftigen, müssen sich irgendwann mit Dateitypen auseinandersetzen.

 

Was ist eine RAW-Datei?

RAW-Dateien sind verlustfrei. Das bedeutet, dass sie unkomprimierte Daten der Aufnahmen des Kamerasensors enthalten. Es handelt sich um die Rohdaten eines Fotos, die erst verarbeitet werden müssen, um ein „richtiges“ Foto zu erhalten. Deshalb werden RAW-Dateien auch als „digitales Negativ“ bezeichnet. Der Nachteil von RAW-Dateien ist, dass sie wesentlich größer als JPEG-Dateien sind. Die meisten professionellen Fotografen bevorzugen dennoch RAW-Aufnahmen, da sie mehr Datenmaterial für die Nachbearbeitung enthalten.

 

Was ist eine JPEG-Datei?

JPEG-Dateien sind komprimierte Versionen von RAW-Dateien. „Sozusagen eine ZIP-Datei“, erläutert die Fotografin Nicole Morrison. Dabei werden sehr große Datenmengen in eine kleinere Datei gepackt. „Es ist einfach die Masse an Daten im RAW-Format, die mir absolute Freiheit geben, z. B. bei Weißabgleich und Belichtung. Viel mehr Freiheit als bei JPEG-Dateien.”

 

Neben ihrer geringeren Größe sind JPEG-Dateien deshalb beliebt, weil die Kamera Bilder automatisch verarbeitet, sodass sie sofort nach der Aufnahme schon gut aussehen.

 

Unterschiede zwischen den Bilddateien.

Nach den allgemeinen Merkmalen der beiden Dateitypen sehen wir uns nun die Unterschiede im Detail an. Folgende Faktoren solltest du bei deiner Entscheidung zwischen RAW und JPEG berücksichtigen.

 

Dateigröße.

Der größte Nachteil von RAW-Fotos: Sie benötigen sehr viel Speicherplatz. Andererseits ermöglicht diese Datenmenge aber auch eine hohe Bildqualität. Die Fotografin Jenn Byrne bestätigt, wie wichtig ausreichend Speicherplatz bei RAW-Aufnahmen ist: „Wenn du von JPEG auf RAW umsteigst, wirst du überrascht sein, wie viel Platz du dafür auf der Speicherkarte brauchst.“ Das muss dich aber nicht davon abhalten, es auszuprobieren. „Festplatten und Speicherkarten sind deutlich günstiger als vor 15 Jahren. Die Kosten sind also mittlerweile kein Grund mehr, auf RAW-Aufnahmen zu verzichten”, betont Jenn Byrne.

 

Nachbearbeitung.

Eine höhere Bildqualität bedeutet, dass für die Bearbeitung mehr Daten zur Verfügung stehen. Hier hat das RAW-Format definitiv seine Stärke. Bildbearbeitungsprogramme wie Adobe Camera Raw, Bridge oder Lightroom eignen sich hervorragend dafür, RAW-Dateien in professionelle Fotos zu verwandeln.

 

„Das Gute an Lightroom ist, dass das RAW-Bild nicht bearbeitet wird. Wenn du also aus Lightroom JPEG-Dateien exportierst, werden völlig neue Dateien erstellt, und die Daten des RAW-Bilds bleiben erhalten“, erklärt Nicole Morrison. Das nennt sich verlustfreie Bearbeitung, d. h. du kannst RAW-Dateien als JPEG, TIFF oder DNG exportieren. So hast du volle Flexibilität bei der Nachbearbeitung, und deine Originaldatei geht nicht verloren.

 

Dynamikumfang.

Ein weiterer großer Vorteil des RAW-Formats liegt darin, dass Schatten und Lichter während der Nachbearbeitung ohne das übliche körnige Rauschen bei hohen ISO-Einstellungen wiederhergestellt werden können. Bei RAW lassen sich auch stark über- oder unterbelichtete Bildbereiche noch gut korrigieren.

 

„Bei JPEG muss die Belichtung schon während der Aufnahme stimmen”, betont Nicole Morrison. Wenn du erst in der Nachbearbeitung versuchst, Schatten und Lichter zu korrigieren, kann es zu Streifenbildung oder Posterisation kommen. Beide Effekte entstehen, da JPEG-Dateien mit 8 Bit nur über ein begrenztes Farb- und Tonspektrum verfügen. Als Abhilfe schlägt Nicole Morrison vor, die Überbelichtungswarnung deiner Kamera einzuschalten. Die meisten Kameras haben diese Warnfunktion, die dich im Vorschau-Display auf überbelichtete (ausgebrannte) Bildbereiche aufmerksam macht.

 

Weißabgleich.

In JPEG-Dateien wurde der Weißabgleich bereits vorgenommen. Das ist der Hauptgrund dafür, dass JPEG-Dateien auf dem Kamera-Display schon „fertiger“ aussehen als RAW-Fotos. „Änderungen wie z. B. Weißabgleich lassen sich in Lightroom in ganz kleinen Intervallen anpassen. Bei JPEG-Dateien geht das nur in mittelgroßen Intervallen“, erläutert Nicole Morrison. Sie empfiehlt, Fotos mit manuellem Weißabgleich aufzunehmen und ihn erst später wie gewünscht zu verändern.

Foto einer Küstenstadt im RAW-Format
Foto einer Küstenstadt im JPEG-Format

Fotos von Elia Locardi.

Fazit.

Bei RAW-Dateien steht dir für die Nachbearbeitung eine größere Menge an Fotodaten zur Verfügung. Allerdings musst du auch mehr Zeit dafür aufbringen. Wenn es mal schnell gehen muss oder du mit Schnappschüssen direkt brauchbare Fotos aufnehmen möchtest, ist JPEG oft die bessere Wahl.

 

Wenn du von JPEG auf RAW umsteigen möchtest, ist es empfehlenswert, zunächst Aufnahmen in beiden Formaten zu machen. So lernst du die Unterschiede zwischen beiden in der Praxis kennen und kannst dich gleichzeitig in die RAW-Bearbeitung einarbeiten. „Fotos im JPEG-Format eignen sich großartig für den Anfang“, findet Nicole Morrison. „Mit der Zeit bekommst du dann Lust, den Look deiner Bilder stärker zu kontrollieren und steigst auf das RAW-Format um. Das Wichtigste ist, einfach loszulegen. Auch mit JPEG-Fotos lassen sich tolle Projekte gestalten.“

 

Nun kennst du die Vor- und Nachteile der Formate RAW und JPEG. Welches passt zu deinem Workflow und deinen Fotoprojekten?

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