Ein Homerecording-Studio einrichten.

Voraussetzung für erstklassige Sprach- und Musikaufnahmen zu Hause ist der richtige Arbeitsplatz.

Hinter dem Pult eines Homerecording-Studios.

Home-Studio für Podcasts oder Musikproduktionen einrichten.

Mit einem guten Tonstudio treten Probleme erst gar nicht auf. „In der Musikbranche gibt es diesen berüchtigten Spruch: Fix it in the mix“, sagt Tontechniker und Musikproduzent Gus Berry. „Probleme erst beim Abmischen zu beheben, ist aber keine gute Idee. Dadurch vergrößert sich nur das Problem.“ Ein schlechte Tonqualität oder Umgebungsgeräusche lassen sich mit einem intelligent eingerichteten Heimstudio schon im Vorfeld vermeiden.

 

Der richtige Raum für das Home-Studio.

Sieh dir bei der Einrichtung deines Heimstudios als Erstes die Raumform an. Meide Räume mit glatten Flächen und parallelen Wänden, die die Schallwellen reflektieren. „Ein kleiner, quadratischer Raum ist nicht ideal“, sagt Berry. Die schlechte Akustik in solchen Räumen erhöht den Aufwand bei der Nachbearbeitung. Besser ist ein größerer Raum, der nicht quadratisch oder rechteckig ist.
 

Um Störgeräusche zu vermeiden, solltest du möglichst einen abgeschiedenen Raum fern von Waschmaschinen, Straßenverkehr oder Mitbewohnern wählen.
 

Beachte auch den Wohlfühlfaktor. Produzenten verbringen viel Zeit im Studio mit Tonaufnahmen, Kollaborationen oder an der DAW (Digital Audio Workstation). Das Studio sollte ein Raum sein, in dem du dich gerne aufhältst und deine Kreativität entfalten kannst.

 

Home-Studios sind oft auch öffentliche Räume. Wenn du vorhast, Gäste für deinen Podcast, Musiker oder Kunden einzuladen, denke also nicht nur an die technischen Aspekte, sondern auch an den professionellen Eindruck, den du vermitteln möchtest – genauso wie bei einem Homeoffice.

Bassgitarrist bei der Aufnahme einiger Licks in seinem Heimstudio

Raumakustik im Home-Studio.

Idealerweise dämpfst du Außengeräusche wie Verkehr, Menschen oder Flugzeuge. Eine komplette Schallisolierung ist aufwendig und würde eine Raum-in-Raum Konstruktion erfordern. Optimiere stattdessen die Akustik im Raum. Bei diesem Prozess – Akustikbehandlung genannt – ermittelst du die problematischsten Bereiche im Aufnahmeraum und deckst sie mit etwas ab, das Schall absorbiert.
 

Besonders große und reflektierende glatte Flächen wie Betonwände oder Linoleumböden sollten verkleidet werden. Raumecken können tiefe Frequenzen verzerren. Hier helfen Bassfallen – große Schallabsorber aus Schaumstoff, die in den Ecken angebracht werden, um Echos und Verzerrungen zu verhindern.
 

Dabei muss nicht jede Fläche mit Akustikschaumstoff verkleidet werden. Auch ganz normale Haushaltsgegenstände können schalldämpfend wirken. Je voller ein Raum ist, desto mehr Schall absorbiert er. Mit Teppichen, Decken und Kissen lässt sich schon viel ausrichten. Volle Bücherregale erzeugen weniger Echo als eine glatte Wand. Vorhänge reduzieren Vibrationen der Fenster.
 

Beim Aufnehmen von Gitarrenverstärkern und anderen Lautsprechern wird der Schall immer an bestimmten Stellen der Wand reflektiert. Routinierte Audioproduzenten ermitteln diese Reflexionspunkte mit dem Spiegeltrick.
 

„Schaue auf die Lautsprecher, und bitte einen Freund, einen Spiegel an die Wand zu halten“, erklärt Berry. „Der Spiegel muss nun so lange auf Augenhöhe an der Wand entlang bewegt werden, bis du den Lautsprecher siehst. Hier ist der Erstreflexionspunkt, was bedeutet, dass der aus dem Lautsprecher kommende Klang unmittelbar nach deinem Ohr auf genau diese Stelle an der Wand auftrifft und ein Echo verursacht.“ Man will den Sound aus der Box hören, nicht die Reflexion. Deshalb bringt man genau an dieser Stelle einen Absorber an, der die Reflexionen unterbindet.

Jam Session auf der Couch mit einem provisorischen Recording-Studio.

Platzierung und Optimierung des Audio-Equipments.

Hochwertige Mikrofone und Vorverstärker sind das wichtigste Equipment für ein Heimstudio. Diese Investition lohnt sich. „Du brauchst ein ordentliches Mikrofon und einen Vorverstärker mit einem niedrigen Rauschpegel“, sagt Berry und meint damit das Eigenrauschen der Geräte. Besonders bei USB-Mikrofonen kann bei einem Podcast ein tiefes Brummen auftreten – ein eindeutiges Zeichen, dass ein Amateur am Werk war. Es macht keinen Sinn, die Raumakustik zu optimieren, wenn die Geräte Nebengeräusche produzieren.

 

Unabhängig von den verwendeten Mikrofonen wirst du einen Popschutz brauchen, der Atemgeräusche und Explosiv- und Zischlaute dämpft. Das gilt besonders für Sprachaufnahmen. Ohne Popschutz verursachen beispielsweise B- oder S-Laute unerwünschte Popgeräusche, die mit Kopf- oder Ohrhörern besonders störend empfunden werden.
 

Verstärker und Lautsprecher sollten nicht auf Pulte oder Tische gestellt werden. „Die Trennung von Lautsprecher und Pult ist wirklich wichtig“, findet Berry. „Andernfalls werden die Bassfrequenzen von der Oberfläche absorbiert. Wenn die Lautsprecher auf einem Pult stehen, resonieren die tiefen Töne (Bass).“ Wenn es keinen anderen Platz als die Tischplatte für Verstärker oder Lautsprecher gibt, können Isolatoren (ISO-Pucks) helfen – kleine, runde Isolationspolster, die die Eigenschwingungen der Geräte reduzieren und das Gerät von der Auflagefläche entkoppeln.
 

Überlade dein Tonstudio nicht. Leere Flächen wirken sich zwar negativ auf die Akustik aus. Trotzdem sollte noch Platz für die optimale Positionierung der Mikrofone sein. Die Position der Mikrofonständer hängt von der Art der Aufnahme ab, sollte aber nie zu nah an der Klangquelle sein.

 

Halte dich an Digitalaudio, wenn du nicht gerade auf alte Technologie stehst. Die früheren Aufnahmetechniken erzeugen zwar einen eigenen Sound, sind aber zu teuer und nicht unbedingt das, was Kunden heute erwarten. Die Umwandlung von digitalem in analogen Sound kann zeit- und kostenaufwendig werden. Auf lange Sicht kosten analoge Tonbänder mehr als die beste DAW. „Viele Leute, die sich nach den Zeiten der analogen Aufnahmetechnik zurücksehnen, hatten nie etwas damit zu tun“, sagt Produzent und Tontechniker Peter Rodocker.

Musiker mit Gitarre, der zu Hause einen Song aufnimmt.

Es muss nicht immer das beste Equipment sein.

Equipment für das Home-Studio gibt es ohne Ende. Du findest immer noch hochwertigere Kopfhörer oder bessere XLR-Kabel. Ausrüstung und Optimierung des Studios zählen zwar. Trotzdem solltest du das Wesentliche im Blick behalten. Bei der Einrichtung deines Home-Studios merkst du erst bei den ersten Aufnahmen, was du wirklich brauchst.

„Man lernt viel durch Zuhören.“

Podcast-Host und -Produzent Jamie Jeffers hat viel Zeit damit verbracht, seinen Sprachaufnahmen Wärme und Tiefe zu verleihen. Das ist aber nicht immer im Interesse seines Podcasts oder seiner Zuhörer. „Eine warme, wohltuende Stimme kann einschläfernd wirken“, sagt er. „Man muss dich auch hören können, besonders im Auto, wo sich viele Leute Podcasts anhören.“ Denke bei der Aufnahme immer an die Erwartungen der Hörer.
 

„Man lernt viel durch Zuhören,“ erklärt Jeffers. „Es hilft, wenn eine nicht audiophile Person deine Aufnahmen beurteilt. Es kann frustrierend sein, nie die gewünschte Perfektion zu erreichen – gut ist einfach nie gut genug.“
 

Über dein Home-Studio verbindest du dich mit deinem Publikum. Denke bei der Einrichtung an das, was du letztendlich erreichen willst, und an die Menschen am anderen Ende. 

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