Was ist ein Video-Podcast (Vodcast)?

Podcasts sind in erster Linie ein Audiomedium. Inzwischen gibt es jedoch auch immer mehr Podcasts, die man sich als Video anschauen kann. Sogenannte „Vodcasts“ haben den Vorteil, dass sie eine persönlichere Perspektive liefern und sich besonders gut für die Verbreitung auf Social-Media-Plattformen eignen.

 

Du willst dich nicht nur mit deiner Stimme ausdrücken, sondern möchtest dein Podcast-Thema auch visuell ansprechend aufbereiten, dich nahbarer zeigen und deinen Hörer*innen einen Einblick in deinen Charakter geben? Dann könnte ein Video-Podcast genau das richtige für dich sein. In diesem Artikel verraten wir dir alles wichtige zu dem Thema.

Standbild eines Videos, in dem Berge zu sehen sind.

Was ist ein Video-Podcast (Vodcast)?

Podcasts funktionieren ausschließlich über gesprochene Sprache. Das Publikum kann den Inhalten also nur zuhören. Ganz gleich, ob dabei nur eine Person den Podcast moderiert oder ob eine Podiumsdiskussion stattfindet – das Wichtigste sind die Worte und Ideen der Menschen. Doch die menschliche Kommunikation geht weit über bloße Worte hinaus: Handgesten, Mimik und Körpersprache spielen beim Sprechen eine wichtige Rolle. Genau hier kommt der Video-Podcast ins Spiel: Indem du deinen Podcast auch als Video verfügbar machst und zum Beispiel Gespräche mit Interviewgästen auf diesem Weg aufzeichnest, kannst du die vielen nonverbalen Nuancen der Kommunikation einfangen und so mehr bieten als einfache Audioinhalte. Ein Video-Podcast bietet dir somit die Möglichkeit, deine Zielgruppe auf einer zusätzlichen Ebene zu erreichen, deine Botschaft emotional zu vermitteln und ein größeres Publikum zu erreichen als über die üblichen Plattformen.

 

Einen Video-Podcast erstellen.

Da Videoinhalte in der Regel aufwendiger zu produzieren und zu bearbeiten sind als reine Audiodateien, ist die Erstellung eines hochwertigen Video-Podcasts etwas arbeitsintensiver als ein herkömmlicher Audio-Podcast. Mit der folgenden Anleitung kannst du jedoch ganz einfach deinen eigenen Video-Podcast erstellen.

 

Einen Video-Podcast filmen: das richtige Equipment.

In Video-Podcasts steht wie in herkömmlichen Podcasts der Klang an erster Stelle – erst danach kommt das Video. Achte also in erster Linie auf gute Audioqualität. Separate Mikrofone eignen sich im Allgemeinen besser für die Aufnahme als integrierte Kameramikrofone. Du musst jedoch nicht gleich jede Menge teure Ausrüstung kaufen. „Du brauchst nicht unbedingt die besten Kameras“, erklärt Mike Neilan, ein Podcaster bei Focus Forward Media. „Bei Podcasts geht es darum, eine Geschichte zu erzählen. Du brauchst keine Kamera, die in 4K aufnimmt. Hole dir lieber ein gutes Mikrofon für knapp 100 Euro.“

Ein mann nimmt einen Video-Podcast vor einer Kamera auf.

Für einen Video-Podcast brauchst du keine High-End-Kamera. Der Fokus sollte eher auf einem guten Mikrofon liegen.

Inhalt und Klang sind wichtiger als das Video.

„Wir wollten erst einmal herausfinden, wie der eigentliche Podcast aussieht, bevor wir Videos hinzufügten“, erinnert sich Neilan. Focus Forward stellte sicher, dass der Podcast funktionierte und der Ton sauber klang, bevor das visuelle Element hinzugefügt wurde. Diese visuellen Elemente sind zwar wichtig, doch entscheidend sind deine Worte, Ideen und Gespräche, um die Zuhörer zu fesseln.

 

Wenn du einen Video-Podcast erstellst, solltest du stets beachten, was einen guten Podcast ausmacht – selbst, wenn er keine Videokomponente enthält. Die Podcast-Grundlagen, wie die Beseitigung von Hintergrundgeräuschen und das Herausschneiden von Versprechern, gelten mit oder ohne visuelles Element. Auch bei der allgemeinen Planung und Konzeption der Folgen kannst du vorgehen, wie bei einem gewöhnlichen Audio-Podcast.

 

Einen Video-Podcast aufnehmen.

In der Regel lohnt es sich, Audio- und Videoaufnahmen getrennt voneinander durchzuführen und sie später in der Bearbeitung zu kombinieren. „Wir nehmen Audio und Video voneinander getrennt auf“, sagt auch Christina Jones, Podcasterin bei Creatives Are Essential. „Sobald wir die Podcasts aufgenommen haben, synchronisieren wir sie in Adobe Premiere Pro.“

 

Richte deine Aufnahmeumgebung möglichst so ein, dass unschöne Schnitte vermieden werden. Verwende dafür, wenn möglich, mehr als eine Kamera für die Aufnahme. Denn wenn du den Podcast im Nachhinein schneiden musst, aber nur eine Kameraperspektive zur Verfügung hast, musst du wahrscheinlich bei der Bearbeitung auf harte Jumpcuts zurückgreifen.

 

Mit mehreren Kameras kannst du solche störenden Schnitte kaschieren, indem du im Moment des Schnitts auf eine andere Einstellung umschaltest. Auch ein Schnitt auf die B-Roll kann Audiobearbeitungen nahtloser gestalten und damit Audio- und Videoinhalt besser vereinen. B-Roll-Einstellungen für deinen Podcast können zum Beispiel einfach kurze Aufnahmen deines Aufnahmeortes sein. Alternativ kannst du Schnitte der Audiospur auch durch die Einblendung von Grafiken oder Bildern kaschieren.

 

Video und Audio zusammenbringen mit Premiere Pro.

Wenn du deinen Podcast aufgenommen hast, kümmere dich zuerst um den Schnitt und die Soundbearbeitung der Audiodateien – zum Beispiel mit einem Programm wie Adobe Audition. Anschließend kannst du Audiospuren und Videomaterial zusammenbringen. Eine gute Möglichkeit hierfür ist Premiere Pro. Das Programm erlaubt es dir, ganz einfach deine Audiodateien zu importieren und anschließend zu bearbeiten. Achte dabei vor allem darauf, dass Audio und Video zusammenpassen und keine Bild-Ton-Schere entsteht.

 

Premiere Pro bietet dir eine Reihe nützlicher Features, wie zum Beispiel das Audio-Ducking. Damit kannst du die Lautstärke verschiedener Audiospuren einander angleichen und verhindern, dass eine Spur von einer anderen übertönt wird. So kannst du zum Beispiel Hintergrundgeräusche reduzieren oder auch Musik automatisch leiser werden lassen, sobald ein Gespräch beginnt. Auf unserer Tutorial-Seite findest du viele hilfreiche Videos und Anleitungen, die dir den Einstieg in Premiere Pro erleichtern.

Ein Screenshot des Video-Programms Adobe Premiere Pro, in dem ein Video-Podcast bearbeitet wird.

Mit einem Programm wie Premiere Pro kannst du Audio- und Videomaterial vereinen und nachträglich bearbeiten.

Füge deinem Video-Podcast zusätzliche Inhalte hinzu.

Nachdem du Audio- und Video-Content zusammengefügt hast, kannst du zusätzliche Inhalte hinzufügen, wie Bildschirmtexte, die alle Sprechenden identifizieren, Lower-Third-Grafiken (also Grafiken, die im unteren Drittel des Bildschirms erscheinen) und andere Bildschirmgrafiken.

 

Gewöhnliche Podcasts bieten nur eingeschränkte Möglichkeiten, um Hörer*innen an Werbetreibende weiterzuleiten. Ein sogenannter „Call-to-Action“ (kurz: CTA, zu Deutsch: Handlungsaufruf) sieht hier meist so aus, dass der*die Moderator*in sein*ihr Publikum bittet, sich den entsprechenden Inhalt anzuschauen. Video-Podcasts hingegen können sogar klickbare Bildschirmgrafiken enthalten. Während im Podcast über eine Website gesprochen wird oder ein Produkt oder Service beworben werden, kannst du einen aufrufbaren Onscreen-CTA im Video einblenden, und den Prozess für Zuschauer*innen reibungsloser gestalten.

 

Gut zu wissen: Wenn du deinem Video-Podcast Musik hinzufügen willst, zum Beispiel für das Intro, als Jingle oder Hintergrundmusik, findest du bei Adobe Stock Audio jede Menge lizenzfreies Audiomaterial zur freien Verwendung, das du direkt in Premiere Pro öffnen kannst. Außerdem bietet dir Adobe Stock zahlreiche kostenlose Templates für Grafiken und Animationen.

 

Den eigenen Video-Podcast bewerben.

Video-Podcasts können ein effektives Werbeinstrument sein und dir dabei helfen, mehr zu bieten als reine Audioformate. Durch das Hinzufügen einer Video-Komponente verschaffst du deinem Podcast zudem ein gewisses Alleinstellungsmerkmal.

 

Kenne deine Plattformen.

Während es auf einigen Plattformen zum Beispiel notwendig ist, dass jedes hochgeladene Video über eine eigene Miniaturansicht oder ein Promo-Bild verfügt, benötigen andere Plattformen nur ein einziges statisches Bild. Wenn du Zielgruppen auf verschiedenen Plattformen effektiv ansprechen willst, musst du deinen Content genau auf die jeweilige Plattform zuschneiden.

 

Übrigens: Wenn du deinen Video-Podcast auf YouTube veröffentlichen willst und du lizensierte Musik verwendest, kann es vorkommen, dass die Plattform bei jedem Upload von dir wissen will, ob du die Rechte an dem entsprechenden Musikstück hast – ein lästiges Problem für viele Podcaster*innen. Adobe Stock hat hierfür jedoch eine praktische Lösung parat. Mit einem Stock-Abo kannst du dir für jede Audiodatei, die du nutzt, ganz einfach den Adobe-Lizenzschlüssel anzeigen lassen, den du dann bei YouTube einreichst. Damit sind alle Urheberrechtsfragen im Handumdrehen geklärt. Mehr dazu erfährst du in diesem Artikel.

 

Erstelle Video-Ausschnitte für Social-Media-Plattformen.

Ein Video für eine lange Podcast-Folge kann in kürzere Abschnitte aufgeteilt werden, die sich besser auf Social-Media-Plattformen teilen lassen. Versuche einprägsame Segmente in deiner Folge zu finden, die ein bis zwei Minuten dauern. Diese kannst du dann in einzelne, kurze Videos umwandeln, um damit auf Social-Media-Plattformen Aufmerksamkeit zu erregen.

 

„Du kannst aus deinem Video Clips erstellen, sie auf deinen Social-Media-Kanälen hochladen und damit die Zuhörerzahl deines Podcasts steigern“, erklärt Mike McDonough von Focus Forward Media. Ein treues Publikum kann und wird zwar mit langen Inhalten interagieren, doch kürzere Videos lassen sich besser teilen und können ein gutes Instrument sein, um neue Abonnent*innen und Zuschauer*innen zu gewinnen.

Eine junge Frau filmt sich mit ihrem Smartphone für einen Video-Podcast.

Kurze Ausschnitte aus deinem Video-Podcast eignen sich hervorragend, um sie auf Social Media zu teilen.

Erreiche Zuschauer*innen auf ihrem Lieblingsmedium.

Einen bekannten Gast für deinen Podcast zu gewinnen, ist eine bewährte Methode, um dein Publikum zu erweitern. Wenn du prominente Gäste hast, werden diese auf ihren Kanälen für den Podcast werben, wodurch du den Kreis deiner Zuhörer*innen erheblich vergrößern kannst.

 

Video-Podcasts stellen hier eine tolle Möglichkeit dar, denn mit diesem Format kannst du mit Gästen aus dem Videobereich über die Plattform ihrer Wahl in Kontakt treten. Es ist einfacher, das Publikum eines YouTubers auf YouTube zu erreichen als auf TikTok – und umgekehrt. Mit einem Video-Podcast kannst du also eine neue potenzielle Community ganz gezielt erreichen und musst nicht versuchen, die Benutzer*innen einer Videoplattform zu einem Audiomedium umzuleiten.

 

Darum lohnt sich ein Video-Podcast.

Die beliebtesten Podcasts haben Millionen von Abonnent*innen. Und Podcast-Hörer*innen fühlen sich oft stark mit ihren Lieblingssendungen und -moderator*innen verbunden. Doch auf diesem Markt Fuß zu fassen, kann schwierig sein. Es gibt bereits eine Menge Podcasts, die um die Aufmerksamkeit der Zuhörer*innen buhlen. Um diese Aufmerksamkeit zu erlangen und sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, müssen sich Podcaster*innen auf YouTube präsentieren – und hierfür sind Videos ein effektives Mittel.

 

Darüber hinaus bieten Videos dir die Möglichkeit, noch mehr von dir und deiner Persönlichkeit im Podcast zu präsentieren. Denn deine Zuhörer*innen schalten nicht nur ein, weil sie interessiert, was du sagst. Sie schalten ein, weil sie an dir als Person interessiert sind. Indem du dich vor die Kamera stellst, kannst du dieses Bedürfnis bedienen. Denn um die unglaublich wichtige Verbindung zu deinem Publikum aufzubauen, zählt jeder Schritt. „Sei du selbst“, empfiehlt McDonough. „Das ist das Allerwichtigste.“

Eine junge Frau schaut sich einen Video-Podcast auf ihrem Tablet an.

Häufig gestellte Fragen.

Welche Vorteile hat ein Video-Podcast?

In einem Video-Podcast kannst du Emotionen meist etwas besser übermitteln als in einem Audio-Podcast. Denn durch die zusätzliche visuelle Komponente kannst du auch nonverbale Nuancen der Kommunikation einfangen und dich deinem Publikum so nahbarer zeigen. Außerdem kannst du einen Video-Podcast besser bewerben, indem du kurze, aussagekräftige Videoausschnitte auf Social-Media-Plattformen teilst.

Was mache ich, wenn ich kein Video von einem Interviewgast aufnehmen kann?

Wenn du ein Online-Interview führst, kannst du deine Gäste nicht immer filmen. Vielleicht haben sie keine Webcam oder müssen von einem anderen Ort aus anrufen. Wenn das der Fall ist, brauchst du trotzdem eine visuelle Komponente, während sie sprechen. Und hierbei solltest du mehr bieten als ein bloßes Standbild. Du kannst beispielsweise die animierte Wellenform der gesagten Worte oberhalb eines Porträts oder Logos einfügen, um dem Videomaterial ein dynamisches visuelles Element hinzuzufügen.

Was muss ich bei der Aufnahme beachten?

Es empfiehlt sich, deinen Video-Podcast mit mehreren Kameras aufzunehmen. So kannst du bei Schnitten auf andere Kameraeinstellungen umschalten und dadurch harte, unangenehme Jumpcuts vermeiden.

Was ist wichtiger: Mikrofon oder Kamera?

Natürlich solltest du dafür sorgen, dass die Videoqualität gut ist und wenn möglich eine Kamera mit Full-HD-Auflösung benutzen. Der Fokus liegt aber vor allem auf dem Sound. Investiere daher eher in ein gutes Mikrofon. Was du bei der Wahl deines Equipments beachten kannst, erfährst du in unserem Artikel „Podcast aufnehmen leicht gemacht“.

Erstelle Podcasts mit den Apps deiner Wahl.

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