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Farbinspiration Mandel.

Erfahre mehr über die Geschichte und Bedeutung der Farbe Mandel – eine weiche Mischung aus Orange und Weiß wie der cremige Farbton der Mandelpaste.

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Welche Bedeutung steckt hinter der Farbe Mandel?

Die Farbe Mandel ist ein helles Braun mit einem Hauch von Rosa. Warum aber ist dieser Farbton nach der Nuss benannt, wenn die Schale einer rohen Mandel braun und der Kern weiß ist? Obwohl die Farbe Mandel zwischen Eierschale und Perlmutt liegt, erinnert dieser rosafarbene Neutralton durchaus ein wenig an eine Mandel, auch wenn es dazu ein wenig künstlerische Freiheit braucht.

Die Farbe liegt am hellsten Ende des Braunspektrums und hat einen leichten Rosastich. Die Geschichte der Farbe Mandel gibt uns gewisse Hinweise auf die Ursprünge dieses süßen Neutraltons.

Die Geschichte der Farbe Mandel.

Ein historischer Blick auf Mandeln – in verschiedenen Farbtönen.

Von der griechischen Mythologie bis zur Bibel sind Mandeln eine uralte Nahrungsquelle in der Geschichte der Menschheit. Sie werden seit mindestens 1400 v. Chr. kultiviert und werden heute vor allem roh, geröstet und blanchiert verzehrt. Jede Art der Verarbeitung von Mandeln verändert auch ihre Farbe. Rohe Mandeln haben eine hellbraune Haut, geröstete Mandeln eine eher dunkle. Das Blanchieren von Mandeln stammt aus dem Altfranzösischen blanchir, was so viel wie „bleichen“ bedeutet, und bezieht sich darauf, Mandeln solange zu kochen, bis sie ihre Haut verlieren und weiß sind.

Die Geschichte des Wortes „Mandel“ und der gleichnamigen Farbe.

Das englische Wort almond entstand um das Jahr 1300 durch Übernahme des altfranzösischen Wortes almande, das wiederum vom lateinischen Wort amandula abstammt, das zunächst in Form des griechischen Wortes amygdalos für „Mandelbaum“ ins Lateinische gelangt und dann dort latinisiert worden war. Auch das deutsche Wort „Mandel“ geht auf dasselbe lateinische Lehnwort amandula zurück. Die Farbe Mandel wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erwähnt, etwa zur gleichen Zeit, als der Mandelanbau in die USA gelangte und in Kalifornien einen Boom erlebte.

Die Farbe blanchierter Mandeln schaffte es später dann bis ins X11-Farbsystem.

Die Liste der Farbnamen des X-Windows-Systems (kurz „X11“) ordnet die RGB-Farbwerte den wichtigsten Farben zu, die im Grafikdesign der 1980er Jahre verwendet werden. Die Farbe blanched almond (blanchierte Mandel) wurde zu einer der X11-Farben, wobei beachten sollte, dass es sich bei ihrem Vorbild um eine gekochte und nicht um eine naturbelassene Mandel handelt. Diese X11-Farbe blanched almond kam dem echten Farbton eines Mandelkerns näher als der heutige offizielle HEX-Code für die Farbe Mandel.

Die Farbe Mandel in verschiedenen Kulturen.

Der Mandelanbau trug dazu bei, die Farbe Mandel im Mittelmeerraum zu verbreiten.

Mandelbäume blühten zuerst im Mittelmeer auf. Von Griechenland und Israel bis nach Spanien und Marokko spielten Mandelbäume eine Rolle im Handel auf der Seidenstraße nach China zwischen 600 und 900 n. Chr. Durch selektive Züchtung wurden nach und nach Mandelbäume mit süßeren Mandelkernen gezüchtet, aber es war schwierig, zu erreichen, dass sich dieses Zuchtmerkmal nicht nach einiger Zeit wieder verlor. Vielleicht war es diese ersehnte Süße, die – wenn auch nur in einem übertragenen Sinn – die Schöpfer der heutigen Farbe Mandel dazu inspirierte, der Farbe einen süßen Rosaton mitzugeben.

Die Farbe Mandel in der Mode.

Die Farbe Mandel kommt nie aus der Mode. Die Farbe Mandel kann in der Winterkleidung in dem süßen Gelb-Rosa einer Daunenjacke gesehen werden. Die Farbe Mandel findet sich auch in der Sommergarderobe wieder, von weich fließenden Kleidern bis hin zu den Fassungen schicker Sonnenbrillen. Eine aufsehenerregende Anwendung der Farbe Mandel in der Mode war bei dem Kleid aus dem Atelier Versace zu sehen, das Kate Hudson bei der Oscar-Verleihung des Jahres 2003 trug.

Die Farbe Mandel wird durch ihre sprachliche Verknüpfung mit Liebe versüßt.

Obwohl die Abstammung des Wortes Mandel vom griechischen Wort für Mandelbaum eindeutig geklärt ist, wurde das Wort in den romanischen Sprachen Französisch, Spanisch und Italienisch oft irrtümlich mit dem mittellateinischen Wort amandus in Verbindung gebracht, das so viel wie „liebenswert“ bedeutet. Dadurch entstand eine vermeintliche Beziehung zwischen der Mandel, ihrer Form und Farbe und der menschlichen Liebe. Bereits 100 n. Chr. wurden Frischvermählte in Rom mit Mandeln, die als Fruchtbarkeitsbringer galten, überschüttet. Es mag durchaus nicht als allzu weit hergeholt erscheinen, dass diese imaginierten amourösen Verstrickungen dazu beigetragen haben, dem Farbton Mandel einen etwas rosigeren Farbton zu beizumischen, als die Mandel in Wirklichkeit hat.