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Farbinspiration: Karminrot.

Erfahre mehr über die Geschichte und Bedeutung dieses tiefen Rottons, die so bewegend sind wie die Farbe selbst: Karminrot.

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Welche Bedeutung steckt hinter der Farbe Karminrot?

Karminrot ist ein kräftiges Rot mit einem zarten Hauch von Violett. Es liegt auf dem Farbkreis zwischen Blutrot und Rot. Karminrot ist ein beliebtes Pigment, das seit Jahrtausenden aus dem Aluminiumsalz der Karminsäure hergestellt wird, die von einer bestimmten Art von Schildlaus stammt. Der Farbstoff kommt in Farben, Lacken, Tinten, Medikamenten, Kosmetika, Lebensmittelfarbstoffen und vielem mehr zum Einsatz.

Karminrot ist ein sehr kräftiges Rot, das seit der Antike verwendet wird. Sein Charakter ist geprägt von Mystik, Macht und Verführung.

Die Geschichte der Farbe Karminrot.

Karminrot und seine Geschichte.

Der Farbstoff Karmin stammt von der Cochenille-Schildlaus (Dactylopius coccus), einem winzigen Insekt, das in Mittelamerika lebt - und sich von Feigenkakteen (Opuntien) ernährt. Die weibliche Cochenille-Schildlaus hat einen hohen Gehalt an Karminsäure und liefert so mehr karminroten Farbstoff als der männliche Vertreter der Spezies. Durch Mischen mit Metallionen oder Verändern des pH-Wertes lässt sich die ursprüngliche Farbe in ein tiefes Scharlachrot oder sogar Violett verwandeln. Aufgrund des hohen Pigmentierungsgrades und der Vielseitigkeit der Farbpalette wurde Karmin bereits 700 v. Chr. zum Färben von Textilien verwendet.

Karminrot im englischen Sprachgebrauch.

Der Begriff carmine ist in England erstmals 1799 als Farbname dokumentiert. Weniger als ein Jahrhundert zuvor hatte man den Begriff für den aus der Cochenille-Schildlaus gewonnenen reinen roten Farbstoff eingeführt – und zwar in Anlehnung an das französische carmin, das über das mittelalterliche Latein vom arabischen Wort qirmiz für Blutrot ins Französische gelangt war.

Die nachhaltige Symbolik der Farbe Karminrot.

Karminrot ähnelt der Farbe von getrocknetem Blut. Viele verschiedene Rottöne können Blut, Opfer, Feuer und Sehnsucht verkörpern – doch für wohl keine Nuance ist das zutreffender als Karminrot. Als Pigment wurde Karmin zudem wegen seiner Langlebigkeit geschätzt. Es galt lange Zeit als der dauerhafteste natürliche rote Farbstoff der Welt.

Die Farbe Karminrot in verschiedenen Kulturen.

Die Farbe von Rouge in Japan und China.

Das japanische Karminrot ist eng verwandt mit der klassischen Hex-Farbvariante. Sein japanischer Name lautet enji-iro und bedeutet „Cochenille-Rot“. Der Begriff enji (rot) stammt aus dem altchinesischen Staat Yan, in dem die Verwendung von Rouge ihren Ursprung haben soll. In vielen orientalischen Ländern steht die Farbe Karminrot für Gesundheit.

Karminrot in Mesoamerika.

Die Cochenille-Schildlaus, aus der Karmin gewonnen wird, ist in Mesoamerika beheimatet. Die Azteken waren die ersten, die den Farbstoff entdeckten und nutzten – und schufen unzählige Artefakte in auffälligen Rottönen. Mit der Ankunft der Spanier und der Kolonisierung des Kontinents sah man die Chance, seine Dominanz auf einem neuen Markt für Karmin zu etablieren. Pigmente auf Grundlage von Karmin waren so schön und haltbar, dass Spanien sich die Chance nicht entgehen lassen wollte, sie in ganz Europa zu verkaufen. So weckte Karmin die gleiche Lust und Opferbereitschaft, wie auch die Farbe verkörpern sollte.

Verwendung von Karminrot in Lettland.

Die Flaggen zahlreicher Länder zeigen eine Form von Rot. Die lettische Flagge ist karminrot, auch „Lettisch-Rot“ genannt. Nach einer lettischen Legende wurde ein tödlich verwundeter Häuptling der Letten in weiße Tücher gewickelt, die sein Blut aufsaugten. Der Teil, auf dem er lag, blieb weiß – die Ränder wurden jedoch mit karminrotem Blut getränkt. Auch die lettische Fußballmannschaft läuft in karminroten Trikots auf.

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