Einsatzmöglichkeiten der Farbe Grau.
Die Farbe Grau ist völlig neutral, das heißt, ihren Einsatzmöglichkeiten sind keinerlei Grenzen gesetzt.
Erfahre mehr über die Geschichte und die Bedeutung der wohl ausgeglichensten aller Farben, Grau.
Grau ist die Farbe von Regenwolken und Asche. Die Farbe Grau (bzw. die Abdeckung von Grau) ist auch die Triebfeder für einen Großteil der Haarfärbemittelindustrie. Im Allgemeinen wird die Farbe Grau mit Müdigkeit assoziiert. Genau wie die sprichwörtliche „Grauzone“ ist die Farbe Grau jedoch eigentlich ein mehrdeutiger Mittelweg zwischen strahlendem Weiß und undurchdringlichem Schwarz.
Grau ist der perfekte Neutralton. Es ist nüchtern und distanziert. Je nachdem, wie sie eingesetzt wird, kann die Farbe Grau dämpfend oder stärkend wirken.
Grau ist der Schatten von Schwarz. Die ältesten bekannten Malereien, die auf die Zeit vor 17.000 Jahren datiert werden, zeigen dicke graue Linien. Damals war die Farbe Grau eher zweckgebunden. Sie wurde als Schwarzton und nicht als eigene Farbe betrachtet. Im alten China, bei den Sumerern und Ägyptern erlebte die Farbe Grau schließlich einen Aufschwung. Sie wurde in der Ikonenkunst gefeiert. Um das Jahr 900 wurde die Farbe Grau durch eine chinesische Maltechnik, die so genannte Tuschemalerei, zu einem festen Bestandteil der chinesischen Kultur.
Die Farbe Grau wurde im Jahr 700 v. Chr. erstmals im Englischen dokumentiert. Sie wurde später als Verb verwendet und bedeutet „altern, verwelken, grau werden“. Während des gesamten Mittelalters wurde die graue Farbe mit der ärmeren Bevölkerungsschicht in Verbindung gebracht. Grau war die Farbe der ungefärbten Wolle und wurde daher von den Bauern getragen. Auch Mönche und Ordensbrüder trugen Grau als Symbol ihres Demutsgelübdes.
In der Renaissance und im Barock-Zeitalter in Europa wurde die Farbe Grau in der Mode und der Kunst wiedergeboren. Schwarz wurde zur offiziellen Farbe des Adels in Frankreich, Spanien und Italien. Grau und Weiß bildeten einen schönen Kontrast zu Schwarz und wurden daher gerne verwendet. Die Farbe Grau kam auch in einer neuen Kunsttechnik namens Grisaille zum Einsatz. Dabei wird ein Gemälde zunächst mit grauen und weißen Ölfarben gemalt und dann mit einer transparenten, farbigen Lasur überzogen.
Die Originalschreibweise der Farbe Grau im britischen Englischen lautet „grey“, während im amerikanischen Englisch „gray“ bevorzugt wird. Erhebungen in Europa und Nordamerika ergaben, dass Grau mit Neutralität, Langeweile, Alter und Gleichgültigkeit assoziiert wird. Das sind zwar keine schmeichelhaften Aussichten, aber Alter wird auch mit Weisheit gleichgesetzt, und Grau symbolisiert die Erfahrung und Einsicht, die mit dem Alter kommen.
Im alten Ägypten wurde die graue Farbe als Hauptfarbe des Gefieders eines Reihers bewundert, und man glaubte, dass der Reiher der Überführer in die Unterwelt sei. Dementsprechend wurde der Farbe Grau viel Respekt entgegen gebracht. Im alten China wurde Grau mit Demut und Bescheidenheit assoziiert. Taoistische Priester in China tragen auch heute noch oft graue Gewänder.
Rembrandts Palette war düster, mit Grautönen aus Holzkohle und verbrannten Tierknochen. Corot verlieh seinen Landschaften die berühmte Harmonie, indem er Grau mit Blau- und Grüntönen mischte. Whistler verwendete für das Porträt seiner Mutter einen markanten grauen Hintergrund. Er beeindruckte Claude Debussy so sehr, dass der Komponist seine Nocturnes einmal als „ein Experiment über die Kombinationen bezeichnete, die sich aus einer einzigen Farbe ergeben können – was in der Malerei eine Studie in Grau wäre.“
Der HEX-Code für die Farbe lautet #808080. Dabei handelt es sich exakt um die Farbe zwischen Schwarz und Weiß.
Die Farbe Grau kann in einem RGB-Raum mit 128 Rot, 128 Grün und 128 Blau dargestellt werden. In einem CMYK-Farbraum kann die Farbe Grau mit 0 % Cyan, 0 % Magenta, 0 % Gelb und 50 % Schwarz erzielt werden.
Die Farbe Grau ist völlig neutral, das heißt, ihren Einsatzmöglichkeiten sind keinerlei Grenzen gesetzt.