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Farbinspiration: Zinn.

Erfahre mehr über die Geschichte und Bedeutung des neutralsten aller Grautöne, Zinn.

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Welche Bedeutung steckt hinter der Farbe Zinn?

Die scheinbar harmlosesten Farben haben oftmals die düsterste Geschichte. Die Farbe Zinn wurde nach dem Metall mit demselben Farbton benannt. Zinn wurde ursprünglich aus zwei Anteilen Zinn und einem Anteil Blei hergestellt. Bereits in der Bronzezeit wurde Blei in Koch- und Essgeschirr eingegossen, was zur Folge hatte, dass das Zinngeschirr die Menschen langsam über die Nahrung vergiftete.

Zinnfarben ist ein vollkommen neutrales Grau, ohne warme oder kühle Farbtöne. Seine stoische Neutralität drückt Ernsthaftigkeit aus.

Die Geschichte hinter der Farbe Zinn.

Ihren Namen erhielt die Farbe Zinn von der antiken Legierung.

Die Legierung Zinn wurde bereits in der Bronzezeit gegossen. Zinn wurde auch als „schwarzes Metall“ bezeichnet, weil es mit der Zeit nachdunkelte. Ursprünglich bestand Zinn zu etwa 70 % aus Zinn und zu 30 % aus Blei. Es war nicht bekannt, dass das enthaltene Blei austritt, wenn säurehaltige Lebensmittel mit einer Zinnoberfläche in Kontakt treten. Im alten Ägypten, in Rom und in der Bibel werden Zinngegenstände erwähnt, und die Farbe des Zinns genoss die gleiche Wertschätzung wie die Legierung.

Zinn hielt um das 14. Jahrhundert Einzug in die englische Sprache.

Der Begriff „pewter“ (Zinn) wurde um 1300 zum ersten Mal im Englischen dokumentiert. Jedoch wurde die Farbe zu dieser Zeit kaum verwendet. Mit der Zeit wurde die Farbe Zinn zu einem völlig neutralen Grau, das etwas dunkler als Silber ist. Seit dem 19. Jahrhundert ist der Begriff Zinn immer weniger gebräuchlich. Da kaum noch Gegenstände aus dieser Legierung hergestellt werden, hat die Farbe Zinn heute die Hauptbedeutung des englischen Wortes „pewter“ übernommen.

Die Zusammensetzung von Zinn hat sich geändert, nicht aber die Farbe.

In den 1970er Jahren entdeckte man, dass Blei giftig ist – vom Zinnbesteck bis zur bleihaltigen Farbe. Seitdem wird es mit einer Mischung aus Zinn, Kupfer und Antimon hergestellt. Zinnfarben variiert heutzutage je nach Anteil des verwendeten Kupfers. Die Farbe Zinn geht jedoch als Hexadezimalcode #E9EAEC für immer in die Annalen der Farbwörterbücher ein.

Die Farbe Zinn in verschiedenen Kulturen.

Zinn für die Reichen und Königlichen.

Im finsteren Mittelalter wurde die Zinnherstellung durch Kriege behindert, die die Produktion einschränkten. Das Zinn, das noch gegossen wurde, fand in der religiösen Ikonographie oder bei den Reichen und Königen Anwendung. Zinn wurde mit Reichtum assoziiert – zeitweise sogar mehr als Silber. Es heißt, dass Edward I. „Longshanks“ (1272 — 1307) ausschließlich Zinngeschirr und kein einziges Silberbesteck besaß.

Während der Renaissance wurde die Farbe (und die Legierung) des Zinns für die breite Masse zugänglich gemacht.

In der Renaissance änderte sich die kulturelle Bedeutung des Zinns erheblich. Höhere Lebensstandards führten dazu, dass Haushaltswaren aus Holz und Ton durch Zinn ersetzt wurden. Um die Qualität des Zinns zu kontrollieren, wurden Handwerkszünfte gegründet. In Amerika zeigen alte Bestände, dass Zinngegenstände in Haushalten aller Wirtschaftsschichten im 18. Jahrhundert gang und gäbe waren. Zinnfarben wurde zu einem vertrauten Symbol für die Qualität von Gebrauchsgegenständen – von Geschirr bis zu Oberflächenmaterialien.

Italien war ein Vorreiter in Sachen Zinn und steht heute wieder an der Spitze der Zinnszene.

Einige der größten Fortschritte beim Zinnguss wurden in Italien während der Renaissance gemacht. Jahrhunderte später erlebt handgefertigtes Zinn in Italien ein erneutes Aufleben. Zinnwerkstätte verliehen der Farbe Zinn eine Bedeutung, die mit Handwerkskunst gleichzusetzen ist. Diese Assoziation wird durch das elegante Design dieser Waren noch verstärkt.

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