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Farbinspiration: Sepia.

Erfahre mehr über die Geschichte und Bedeutung eines Farbtons, der scheinbar die Zeit angehalten hat und heute für seine klassische Ausstrahlung gefeiert wird: Sepia.

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Welche Bedeutung steckt hinter der Farbe Sepia?

Die Farbe Sepia ist ein braunrotes Pigment, das aus Tintenbeuteln gewonnen wird. Die häufigste Quelle für den Farbstoff ist ein Tintenfisch, der ein gedämpftes Braun versprüht – statt der schwarzen Tinte, mit der sich andere wirbellose Wassertiere zur Wehr setzten. Sepia ist eine zeitlose Erdfarbe, die überall zum Einsatz kommt: von Lebensmitteln bis hin zur Fotografie. Der traditionelle, vielseitige Farbton strahlt Nostalgie aus und wird heute oft verwendet, um einen Vintage-Look zu erzielen.

Sepia ist ein gedämpftes Braun mit einem Hauch Rot. In Kunst, Mode, Innenarchitektur und Design erzeugt die Farbe nostalgische Wärme.

Die Geschichte der Farbe Sepia.

Sepia-Farbstoff stammte ursprünglich aus den Tintensäcken wirbelloser Tiere.

Die Herstellung der sepiafarbenen Pigmente geht bis in römische Zeit zurück. Das nahezu permanente rötlich braune Färbemittel wurde aus den Tintensäcken von Sepien und anderen Tintenfischarten gewonnen. Für die Herstellung von Farben und Pigmenten in Sepia mussten die Tintensäcke getrocknet und verarbeitet werden. Zunächst wurden die Produkte in Aquarellen und monochromen Kunstwerken verwendet.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Farbe Sepia enorm populär.

Sepia-Tinte wurde auch nach der römischen Ära weiter verwendet und erlebte immer wieder neue Blütezeiten, wenn Künstler Verfahren erfanden, für die sie besonders gut geeignet war. Im 14. Jahrhundert wurde zunächst Grisaille entwickelt, eine Maltechnik, bei der die Bilder ausschließlich in Grau, Dunkelgrün oder Sepia ausgeführt wurden. Ende des 18. Jahrhunderts entdeckte man dann, wie leicht Sepia die Farbe Bister (ebenfalls ein braunes Pigment) in Tuschezeichnungen ersetzen konnte.

Die Farbe Sepia im 20. Jahrhundert.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts und des Zeitalters synthetischer Farbstoffe wurde Sepia zunehmend von anderen Farben verdrängt. Als warmes, gedämpftes Braun blieb Sepia jedoch weiterhin beliebt, und heute vermittelt die Farbe Gefühle von Nostalgie und Alter – als wäre sie in der Zeit ihres größten Ruhms eingefroren. Zudem ist der Farbstoff Sepia essbar und wird in Gerichten wie Spaghetti al nero di seppia und bestimmten Eiscreme-Sorten in Japan verwendet.

Die Farbe Sepia in verschiedenen Kulturen.

Die Farbe Sepia in der Fotografie.

Bei der Farbbezeichnung Sepia denken die meisten Menschen zuerst an alte Fotos (vor allem aus dem Wilden Westen). Um dieselbe Nostalgie zu erzeugen, werden heute Sepia-Farbfilter auf Fotos angewandt. Die Verwendung von Sepia-Farbfiltern ahmt die Sepia-Färbung nach, die in Fotos aus dem späten 19. Jahrhundert ganz natürlich auftritt.

Die Farbe Sepia im Film.

Auch in Filmen ist die Farbe Sepia auf zum Teil unvergessliche Weise eingesetzt worden. Direkt an der Schwelle zum Übergang von Schwarz-Weiß- zu Farbfilmverfahren wurde im Film Der Zauberer von Oz aus dem Jahr 1939 Sepia in den Szenen in Kansas verwendet und Farbfilm im Land Oz. Jahrzehnte später setzte der russische Regisseur Andrei Tarkowski in seinem Science-Fiction-Film Stalker Sepia ein, um Szenen in der verbotenen „Zone“ von anderen abzuheben.

Die Farbe Sepia im Rhythm and Blues.

Mit Musik dürfte kaum jemand die Farbe in Verbindung bringen. Doch in den 1930er und 1940er Jahren fand in den USA eine musikalische Revolution statt, und niemand wusste genau, wie man sie nennen sollte. Diese neuen Klänge kamen aus afroamerikanischen Gemeinschaften, und wegen der ethnografisch ausgerichteten Einstellungen der damaligen Zeit wurde die Musik als „Race Music“ oder „Sepia Music“ bezeichnet. Von 1947 bis 1983 gab es sogar eine Zeitschrift namens Sepia. Schließlich wurde die Musikrichtung offiziell „Rhythm and Blues“ getauft.

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