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Farbinspiration: Umbra.

Erfahre mehr über die Geschichte und Bedeutung der Farbe Umbra, ein Pigment, das wie kaum ein anderes einen bleibenden Eindruck hinterlässt..

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Welche Bedeutung steckt hinter der Farbe Umbra?

Die Farbe Umbra ist nach einem natürlichen Pigment benannt, das zu den ältesten vom Menschen verwendeten Pigmenten gehört. Die organische Farbe Umbra entsteht aus gleichen Anteilen von Eisenoxid und Manganoxid und ähnelt in ihrem Farbprofil den Erdpigmenten Siena und Ocker. Umbra ist der dunkelste dieser Farbtöne, oft so stark pigmentiert und satt, dass er mit Schwarz verwechselt werden kann.

Umbra ist eines der ältesten Pigmente. Es ist ein dunkles Braun mit einem Hauch von erdigem Rot. Die Farbe Umbra ist bekannt für ihre Dauerhaftigkeit und Stabilität.

Die Geschichte der Farbe Umbra.

Der Ursprung der Farbe Umbra.

Die Farbe Umbra entsteht durch das Erhitzen von Umbra, einer mineralischen Substanz, die seit mindestens 200 v. Chr. abgebaut wird. Umbrapigmente gehören zu den frühesten dokumentierten Funden der Menschheitsgeschichte. In Höhlenmalereien aus der Jungsteinzeit in Südasien sind Umbra-Farbpigmente zu finden. Beim Erhitzen nimmt die Farbe Umbra einen zunehmend dunkleren Braunton an.

Der Höhepunkt der Verwendung von Umbra in der Malerei lag in der Renaissance.

Umbra ist ein zeitloses dunkles, warmes Braunpigment, das für seine Stabilität und Trocknungsfähigkeit bekannt ist. Diese Eigenschaften verliehen Umbra einen besonderen Stellenwert in der Ölmalerei der Renaissance. Maler wie Vermeer und Rembrandt verwendeten Umbra, um andere Pigmente, um schattige Bildpartien abzudunkeln. Kunstwerke wie „Christus im Hause von Maria und Martha“ (Vermeer, 1654) und „Bärtiger Mann mit Mütze“ (Rembrandt, 1657) sind zwei berühmte Beispiele.

Die Impressionisten mochten die Farbe Umbra nicht, doch im 20. Jahrhundert erlebte synthetisches Umbra noch einmal einen neuen Boom.

Die Beliebtheit der Umbra-Farbpigmente in der Renaissance hat im 19. Jahrhundert an Beliebtheit verloren. Dafür gab es zwei Gründe: Erstens waren synthetische Farbstoffe auf dem Vormarsch und grelle Farbtöne wie Lila und Rosa regten die Fantasie der Öffentlichkeit an. Zweitens inspirierte die Zeit des Impressionismus die Verwendung von Pastelltönen anstelle dunkler Farben. Umbra ist jedoch nie ganz verschwunden. Die Farbe Umbra wurde im 20. Jahrhundert synthetisch reproduziert und im Jahr 1903 erweiterte Crayola das Angebot an Buntstiften um die Farben Umbra natur und Umbra gebrannt.

Die Farbe Umbra in verschiedenen Kulturen.

Die Farbe Umbra aus lateinischer Sicht.

Der Name “Umber” wurde erstmals 1560 im Englischen erwähnt. Umbra kommt vom lateinischen umbra und bedeutet so viel wie “Schattierung, Schatten”. Eine Ortschaft in Irland verschaffte der Farbe Umbra im 19. Jahrhundert einen anderen Namen (Cappagh-Braun, nach den Minen von Cappagh), aber der Name, der sich letztendlich durchsetzte, blieb dennoch Umbra. Da das Umbra-Farbpigment zur Erzeugung von Schatten verwendet wurde, passt die ursprüngliche Bedeutung seiner lateinischen Bezeichnung gut zu ihm. In den romanischen Sprachen wird Umbra als “Erde des Schattens” bezeichnet (auf Italienisch terra d’ombra, auf Französisch terre d’ombre und auf Spanisch tierra de sombra).

Die Haltung der Impressionisten und Kubisten zur Farbe Umbra ist berühmt.

Das späte 19. Jahrhundert brachte die Periode des Impressionismus, in der es für einen dunklen Farbton wie Umbra kaum Platz gab. Auch den impressionistischen Künstlern gefiel die Textur natürlicher Umbrapigmente nicht, sodass sie der Meinung waren, dass diese Farbe “auf keine Künstlerpalette” gehöre. Im 20. Jahrhundert teilte die Kubismus-Bewegung diese Ansicht. Salvador Dalí schrieb in seinem Buch von 1948, dass Umbra ein “fettiges” Pigment sei, das niemals verwendet werden sollte.

Die Farbe Umbra in Zypern.

Es gibt auf der ganzen Welt berühmte Umbraminen, wie etwa die Cappagh-Minen in Irland und die Minen im italienischen Umbrien (sodass manche glauben, dass der Name der Farbe Umbra von Umbrien abgeleitet ist). Die Farbe Umbra wurde allerdings zuerst auf Zypern abgebaut, wo sich auch heute noch die größten Vorkommen befinden.

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