Digitale Unternehmensstrategie wird zur Priorität, und CDOs gewinnen an Bedeutung

Eine digitale Strategie wird laut der Studie „2016 Global Chief Digital Officer Study“ von Strategy&, der Strategieberatungssparte von PwC, zu einem immer größeren Schwerpunkt für Unternehmen im Umbruch. Damit gewinnt die Position des Chief Digital Officer (CDO) immer weiter an Bedeutung.

Erst kürzlich verpflichtete Mars den Vorsitzenden von Infosys, Sandeep Dodlani, als CDO. Für Mathias Herzog, Partner bei Strategy&, ist der zunehmende Stellenwert dieser Positionen ein Beleg dafür, dass Unternehmen bei ihrem Wandel zu digitalen Organisationen handfeste Maßnahmen ergreifen. 19 Prozent der 2.500 weltweit befragten Unternehmen haben inzwischen einen CDO. Im Vorjahr waren es nur sechs Prozent. Darüber hinaus wurden 60 Prozent aller CDOs in den Jahren 2015 und 2016 eingestellt.

„Die größte Erkenntnis ist die deutlich wachsende Zahl von CDOs in weltweit operierenden Organisationen seit unserer letzten Auswertung dieser Daten“, so Herzog. „Von großem Interesse für mich war aber auch der berufliche Hintergrund dieser Führungskräfte. Nicht viele CDOs haben einen Marketing-Hintergrund, der gemeinsame Nenner scheint eher ein technischer Hintergrund zu sein.“

Dem Bericht zufolge kommen 32 Prozent der für Digital verantwortlichen Führungskräfte aus dem technischen Bereich. Zwar sind 40 Prozent von ihnen Teil der Führungsebene, doch nur fünf Prozent sind CMOs mit Verantwortung im digitalen Bereich. Wer also übernimmt die Führung? Es stellt sich heraus, dass die Mehrzahl der Führungskräfte (67 Prozent), die mit der digitalen Strategie betraut wurden, tatsächlich CDOs sind. Doch nicht jede Führungskraft im digitalen Bereich trägt laut Herzog den entsprechenden Titel.

„In einigen Fällen übernehmen Führungskräfte mit einem anderen Titel die Aufgaben des CDO und füllen so eine Doppelrolle aus.“ Von den 33 Prozent der CDOs mit einer doppelten Rolle ist es überwiegend der CIO, der die Aufgaben eines CDOs ausführt, und 39 Prozent dieser Führungskräfte kommen aus den Bereichen Marketing, Verkauf oder Kunden-Service.

Dem Bericht zufolge sind es vor allem größere Unternehmen mit Sitz in Europa und Nordamerika, die die Position eines CDO eingerichtet haben.

Die Mehrzahl der Verantwortlichen für die digitale Strategie sind Männer (84 Prozent). Führend in der Ernennung von CDOs im vergangenen Jahr war das Versicherungs- und Bankenwesen.

Was ist der Aufgabenbereich eines CDO? Der Studie zufolge leiten CDOs die digitale Transformation ihres Unternehmens durch eine Vereinheitlichung der digitalen Agenda. Oftmals wird eine Führungskraft für den digitalen Bereich engagiert, um vereinzelte digitale Aktivitäten innerhalb der Organisation zu identifizieren. Die Aufgabe des CDO ist eine Annäherung an Kunden mithilfe besserer digitaler Erlebnisse. Für einige Unternehmen bedeutete dies eine Neudefinition und Umstrukturierung interner Prozesse, für andere die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Beide Initiativen wurden von CDOs geleitet.

Darüber hinaus gehört es zu den Aufgaben eines CDO, den technologischen Bedarf einer Organisation auf dem Weg zur Transformation zu bestimmen. Dafür müssen die vorhandenen Systeme bewertet und, falls erforderlich, überholt oder durch Punktlösungen ergänzt werden. Laut dem Bericht ist der CDO ebenfalls für die unternehmensübergreifende Ausrichtung und Koordination verantwortlich. Weitere Aufgaben: Füllung von Talentlücken, Festlegen der digitalen Strategie und Sicherstellung einer organisationsübergreifenden Akzeptanz.

„Die wichtigste Erkenntnis für Organisationen ist meiner Ansicht nach die Korrelation zwischen den digitalen Ambitionen einer Organisation und dem Reifegrad ihrer Herangehensweise an dieses Thema“, resümiert Herzog. „Die Erfolgsrate der digitalen Transformation einer Organisation korreliert mit der Einstellung einer Führungskraft für diesen Bereich.“

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