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Gartner rät CIOs und CTOs: Machen Sie sich fit für den Ritt auf der Welle der digitalen Disruption

Adobes Executive Track brachte im Rahmen des Summit 2017 einige der führenden europäischen Top-Marketer und Vordenker aus dem Bereich der Technologie zusammen. Sie sprachen über die Herausforderungen, die auf Unternehmen zukommen, und nutzten die Gelegenheit zum Austausch über Strategien auf dem Weg zur Erlebnisrevolution.

Ivar Berntz, Research Director beim IT-Unternehmen Gartner, präsentierte eine Reihe strategischer Prognosen, mit denen CIOs und CTOs auf die Welle der digitalen Disruption aufspringen können.

Zu Beginn wies Berntz darauf hin, dass das Risiko des digitalen Wandels keineswegs zurückgeht, sondern sogar wächst. Für Technologievordenker bedeute dies: Wer überleben will, der müsse nicht nur kontinuierlich nach neuen Bedrohungen Ausschau halten, sondern auch die Möglichkeiten erkennen. Zudem betonte Berntz, wie wichtig es für den Erfolg von Unternehmen sei, die für digitale Lösungen erforderlichen Fähigkeiten aufzubauen.

Laut Gartner gibt es insgesamt drei Disruptionsquellen:

1. Der Übergang von digitalen Erlebnissen und Interaktionen zum unterbrechungsfreien Handeln auf der virtuellen Ebene

Das Unternehmen schätzt, dass im Jahr 2020 100 Millionen Verbraucher bei Einkäufen Augmented Reality (AR) nutzen werden. Während Spiele nur den Anfang von AR darstellen, entdecken heute immer mehr Marken das Potenzial dieses Konzepts zur Steigerung ihres Absatzes. Audi überrascht seine Kunden im Showroom in London mit einem einzigartigen Augmented-Reality-Erlebnis: auf sogenannten Technology Walls kann jedermann seinen eigenen Audi in voller Lebensgröße entwerfen. Auch Burberry, die Ikone der britischen Modewelt, nutzt AR. In der Beauty Box im Shop in Convent Garden lassen sich unterschiedliche Nagellacke virtuell ausprobieren. Berntz meint, dass bis Ende 2017 jede fünfte führende globale Handelsmarke ihre Kunden im Shop mit AR überraschen werde.

Angesichts des Aufstiegs von Bots, wie Alexa von Amazon, Siri von Apple, Cortana von Microsoft und Google Home, prognostiziert Gartner, dass der durchschnittliche Benutzer bereits 2020 mehr Unterhaltungen mit Bots führen wird, als mit dem eigenen Ehepartner. Durchaus besorgniserregende Aussichten! Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um eines von vielen Beispielen für sprachgesteuerte Interaktion, die immer häufiger wird. Schon 2020, so das Unternehmen, werden 30 % der Web-Browsing-Sitzungen ohne Bildschirm erfolgen, darüber hinaus werden zahlreiche Interaktionen Handlungen darstellen, die aus heutiger Sicht Neuland sind. So werden bald Bots mit Bots interagieren: Alexa könnte mit einem Airline-Bot kommunizieren, um einen Flug zu buchen, Interaktion und Transaktion erfolgen dann maschinell. Angesichts solcher Szenarien sind Marken gut beraten, wenn sie sich der Entwicklung von APIs widmen, die die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen ermöglichen. Sprachinteraktion wird 2017 große Auswirkungen haben. Bis zum Ende des Jahres werden voraussichtlich 5 % der Verbraucher-Websites mit einer Audio-Schnittstelle ausgestattet sein.

Obwohl die Nachfrage nach Apps im Unternehmenssektor nach wie vor steigt, werden laut Berntz bis zum Jahr 2019 20 % der Marken Apps als schlechte Investition einstellen. Die Mittel werden in progressive Web-Apps (PWAs) und Instant Apps fließen, die nach einmaliger Nutzung ihre Funktionalität verlieren oder einstellen.

Im Jahr 2020 werden Algorithmen sich auf das Verhalten von weltweit mehr als einer Milliarde Erwerbstätigen auswirken. Diese Algorithmen werden, basierend auf Erkenntnissen aus der Verhaltensforschung, der Psychologie, der Soziologie und der Kognitionswissenschaft dazu eingesetzt werden, das Verhalten von Angestellten positiv zu beeinflussen und die Personalabteilung bei der Auswahl des richtigen Kandidaten zu unterstützen. Es ist abzusehen, dass sie den Menschen dabei in Sachen Effektivität übertreffen werden.

2. Die Business-Innovation wird ausgehend von alltäglichen Belangen einen grundlegenden Wandel hervorbringen

Gartner geht davon aus, dass 2021 20 % aller unserer Aktivitäten im Zusammenhang mit mindestens einem der sieben digitalen Giganten stehen werden: Alibaba, Amazon, Apple, Baidu, Facebook, Google und Tencent. Berntz betonte, dass Marken vor einer schwierigen Entscheidung stehen. Mitspielen, also im Rahmen der Plattformen und Ökosysteme dieser digitalen Giganten reüssieren, oder versuchen, ihnen Paroli zu bieten? Die Allgegenwart dieser Marken nimmt noch zu, im Jahr 2018 werden mindestens zwei von ihnen ihren Weg in unsere Küchen gefunden haben.

3. Die Sekundäreffekte werden deutlich größere Auswirkungen haben als die Anfänge der digitalen Revolution

Bis 2019 wird laut Gartner jeder US-Dollar, den Unternehmen in Innovation investieren, weitere 7 US-Dollar zur Umsetzung im Kernbereich erfordern. Dies bringt enorme Auswirkungen für Unternehmen mit sich, insbesondere für solche, die mit veralteter Technologie zurechtkommen müssen. Für CTOs und CIOs ist nun der Zeitpunkt gekommen, Modernisierungen in Angriff zu nehmen und jene Innovationen in die Wege zu leiten, die letztlich die Grundlage zur Transformation ihrer Unternehmen ermöglichen.

Obwohl das Internet der Dinge bereits heute Auswirkungen auf das Leben der Verbraucher hat, wird ein Großteil der vom Internet der Dinge generierten Daten weder gespeichert noch aufbewahrt. Im Jahr 2022 wird das Internet der Dinge für Verbraucher und Unternehmen jährlich Einsparungen in Höhe von einer Billion US-Dollar hinsichtlich Wartungskosten, Dienstleistungen und Verbrauchsmaterialien einbringen. So werden Drucker nicht nur in der Lage sein, den Toner rechtzeitig selbst zu bestellen, sondern Unternehmen sogar die Möglichkeit bieten, teure Produktionsmittel rechtzeitig zu warten.


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