Was motiviert uns zur Arbeit?

Gig Economy und Zweit-Jobs sind heute in aller Munde. Aber hat sich damit auch das Karrierebild gewandelt? Das Erklimmen der Karriereleiter gestaltet sich heute deutlich anders als noch vor 20 oder 30 Jahren, als das gängige Modell „einen Arbeitsplatz finden, dranbleiben und irgendwann darin Karriere machen“ war. Man könnte jedoch sagen, dass eine Karriere, egal in welcher Form, weiterhin hoch im Kurs steht. Für den einen sind Dauer und Konsistenz wichtig, der andere fährt mit häufigem Job-Wechsel besser. Eine Karriere lässt sich heute mit vielen unterschiedlichen Arbeitsplätzen bei diversen Unternehmen aufbauen. Der Trend geht zunehmend dahin, die Karriere als Abenteuer zu sehen, bei dem man freie Wahl hat. Denn wenn Sie für ein Unternehmen arbeiten, heißt das doch lange noch nicht, dass Sie bis zur Rente dort bleiben müssen, oder?

Ist das Bonus-Paradies Wirklichkeit oder Hype?

Im Silicon Valley liegen Markenikonen dicht aneinander gereiht und Job-Angebote werden – wenn man den Gerüchten glauben kann – quasi in der Mittagspause ausgesprochen. In den Medien wird immer wieder davon berichtet, welche neuen Boni Unternehmen anbieten. Und viele Bewerber, mit denen ich spreche, scheinen aus einer Art „Bonus-Paradies“ zu kommen. Boni sind jedoch nur sehr selten beim Vorstellungsgespräch oder Onboarding potenzieller neuer Mitarbeiter ein Thema. Falls sich Bewerber dennoch durch Massage-Sessel und Wäsche-Service davon überzeugen lassen, ein Angebot anzunehmen, sind sie wahrscheinlich auf dem Holzweg. Im letzten Jahr haben wir eine Studie mit dem Titel „Work in Progress“ veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass Technologie als Bonus angesagt ist und höher bewertet wird als Kantinen, elegante Designer-Büros oder andere Annehmlichkeiten im Unternehmen.

Den zweiten Platz nach Technologie sichert sich die Unternehmenskultur, die immer wieder als ausschlaggebender Faktor für das Arbeitsumfeld genannt wird und auf einer engagierten Mitarbeiterbasis fußt. Charakteristische Merkmale sind die potenzielle Karriereentwicklung, eine Kultur, in der kritisches Denken gefragt ist, und ein Gemeinschaftsgefühl im Büro, aufgrund dessen Mitarbeiter gerne dort arbeiten. Fast noch wichtiger ist die Überzeugung und Übereinkunft, dass die Organisation Großes erreichen will und alle Mitarbeiter einen wichtigen Teil zu diesem Ziel beitragen.

Der wichtigste Bonus ist damit das Schaffen von Arbeitsplätzen, bei denen Mitarbeiter etwas bewirken können, in einer Umgebung, in der Lernkultur großgeschrieben wird, mit Zugriff auf Self-Service-Technologie, funktionierender Unternehmensführung und Raum für die berufliche Weiterentwicklung.

Operational Excellence als entscheidender Erfolgsfaktor für ein milliardenschweres Unternehmen

Operational Excellence mag zwar ein profanes Thema sein, ist aber möglicherweise der wichtigste Faktor bei Motivation, Engagement und Zielstrebigkeit von Mitarbeitern. Wir arbeiten in einer aufregenden technischen Branche, in der Millionen-Dollar-Ideen an der Tagesordnung sind. Aber letztendlich ausschlaggebend ist die Frage, ob Sie Ihr Unternehmen effizient leiten. Bei einer stimmigen Unternehmensführung bleiben Mitarbeiter fokussiert. Und im Grunde ist das wirklich sehr einfach:

  • Haben Sie für Ihre Meetings eine Agenda, und legen Sie am Ende einen Aktionsplan fest? Oder kommen dabei nur Mitarbeiter zusammen, die reden und nicken, und dieses Szenario wiederholt sich am nächsten Tag?
  • Sind Ihre Budgets transparent und auf ein gemeinsam vereinbartes Ziel abgestimmt? Oder handelt es sich eher um eine Blackbox?
  • Besprechen sich Mitarbeiter und Manager unter vier Augen, wie beim kürzlich von Adobe eingeführten quelloffenen Check-in?
  • Stecken Sie viertel- oder halbjährliche Ziele ab? Oder herrscht bei Ihren Strategien permanentes Chaos?

Auch am modernen Arbeitsplatz, der von ständigem Wandel und Rund-um-die-Uhr-Einsatz gekennzeichnet ist, ist die Metapher einer wie geschmiert laufenden Maschine weiterhin relevant. Unternehmen und Unternehmenskulturen mit Operational Excellence heben sich von der Masse ab und schaffen die Basis dafür, dass sich künftige Mitarbeiter entfalten können.

Ihre künftigen Mitarbeiter sind derzeit noch in der Grundschule. Was wird für sie am wichtigsten sein?

Am Donnerstag, den 9. Februar, treffe ich mich im Rahmen des NewCo Bay Area Festivals mit Koryphäen aus Regierungsbehörden, Datenwissenschaft, Verkehr und Mitarbeitermotivation beim Think Tank von Adobe. Mitarbeiter von morgen lernen gerade erst Lesen, Schreiben und Rechnen. Aber wir werden uns dennoch damit befassen, was für das Engagement und die Motivation dieser potenziellen Mitarbeiter für ihre Arbeit in fünf, zehn oder zwanzig Jahren wichtig sein wird. Dabei gehen wir Fragen nach wie:

  • Wie sieht der Bonus der Zukunft aus? Erwarten Mitarbeiter als Anreiz mehr als kostenlose Verköstigung und Reinigung, und wie können Unternehmen sich darauf vorbereiten?
  • Wie werden sich Unternehmen künftig voneinander differenzieren, insbesondere im Hinblick darauf, dass sich so viele renommierte Marken um Talente bemühen?
  • Was ist wichtiger – Mitarbeiter oder Ideen? Wird für die nächste Generation das Verwirklichen des eigenen Traums zur goldenen Regel?
  • Wird das größte Management-Dilemma, dem wir uns heute gegenübersehen, in 10 oder 20 Jahren immer noch aktuell sein? Wie können wir ein neues Management kultivieren, das die Anforderungen künftiger Teams vorhersieht?
  • Wodurch wird sich eine leistungsstarke Arbeitsplatzkultur im Jahr 2030 auszeichnen? Und welche kulturellen Standards sind vom Aussterben bedroht?

All diese Themen und mehr werden wir am Donnerstag behandeln. Sehen Sie sich den Livestream an, und nehmen Sie an der Diskussion teil!


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