Was ist das Real-Time Media Flow Protocol (RTMFP)?
RTMFP ist ein Protokoll von Adobe, das die direkte P2P-Kommunikation zwischen mehreren Instanzen von Adobe® Flash® Player oder einer Adobe AIR®-basierten Applikation für Echtzeit-Kommunikation ermöglicht.
 
Wann wird RTMFP verfügbar sein? Welche Systemanforderungen gelten für das RTMFP-Protokoll?
RTMFP setzt Adobe Flash Player 10 (oder höher) oder Adobe AIR 1.5 (oder höher) sowie einen RTMFP-fähigen Server zur Introduction der Clients voraus. RTMFP wird von Adobe Flash Media Server 4 (und höher) unterstützt. Informieren Sie sich über Adobe Media Server.
 
Welche neuen RTMFP-Funktionen sind mit Flash Player 10 und AIR 1.5 nutzbar?
Echtzeit-Kommunikationslösungen wie soziale Netzwerke oder Multi-Player-Spiele können über RTMFP vielfältigere Inhalte bereitstellen. Mit Flash Player 10 (und höher) sowie AIR 1.5 (und höher) haben User auch die Möglichkeit, mittels Mikrofon und Webcam direkt miteinander zu kommunizieren. Filesharing wird von Flash Player 10 und AIR 1.5 nicht unterstützt.
 
Welche Vorteile bietet RTMFP?
Mit RTMFP lassen sich die Bandbreitenkosten für Live- und Echtzeitkommunikation senken, z. B. für Audio- und Video-Chats sowie Multi-Player-Spiele. Da Daten direkt zwischen Clients anstatt über einen Server gesendet werden, sind RTMFP-basierte Lösungen einfacher – und somit kostengünstiger – zu skalieren.
 
Die Bereitstellungsqualität wird ferner durch Verwendung des UDP-Protokolls (User Datagram Protocol) erhöht. UDP bietet ein effizienteres Verfahren für den Versand von Video- und Audiodaten über das Internet. Es sorgt dafür, dass Verbindungen nicht unterbrochen werden, wenn innerhalb des Netzwerks Abweichungen auftreten.
 
RTMFP bietet zwei Funktionen, die für mehr Verbindungssicherheit als bei anderen Protokollen sorgen, z. B. TCP (Transmission Control Protocol).
 
  • Schnelle Wiederherstellung von Verbindungen: Nach kurzen Ausfällen werden Verbindungen rasch wiederaufgenommen, z. B. wenn eine drahtlose Verbindung kurzzeitig gestört ist. Nach dem Restore ist die Verbindung sofort wieder in vollem Umfang nutzbar.
  • IP-Mobilität: Aktive Netzwerksitzungen werden aufrechterhalten, auch wenn dem Client eine neue IP-Adresse zugewiesen wird, z. B. wenn bei einem Gerät von einer WLAN- zu einer Festnetz-Verbindung gewechselt wird. Dieses Feature ist insbesondere für Kommunikations- und Echtzeit-Lösungen wichtig.
 
Was ist das Real-Time Media Protocol (RTMP)?
RTMP ist ein proprietäres, bidirektionales Internet-Protokoll von Adobe für das Streaming von Audio, Video und Daten zwischen Flash Player und einem Server.
 
Worin unterscheiden sich RTMFP und RTMP?
RTMFP kommuniziert per UDP, das RTMP-Protokoll per TCP. Im Vergleich zum TCP bietet UDP folgende Vorteile: effizientere Bereitstellung von Livestreams, geringere Latenz, bessere Sprach- bzw. Audioqualität sowie höhere Verbindungsstabilität.
 
Anders als RTMP unterstützt RTMFP die direkte Datenübermittlung zwischen Flash Player-Clients, d. h. ohne die Zwischenschaltung eines Servers. Eine Server-Verbindung wird nur für den Erstaufbau der Kommunikation zwischen den Clients benötigt und kann für die Server-seitige Datenverarbeitung oder als Gateway in andere Systeme genutzt werden. Anwender von Adobe Media Server müssen außerdem Dienste für die Ermittlung von Netzwerkadressen bzw. Network Address Translation (NAT) Traversal für Clients freischalten, um die unautorisierte Ausführung von Flash Player zu verhindern.
 
 
Kommunikation über RTMP – Verbindungsaufbau und Kommunikation zwischen Usern über den Server
Kommunikation über RTMFP – Direkte Verbindung zwischen Usern und damit geringere Anforderungen an die Bandbreite

 
 
Was sind Beispiele für Lösungen, die mit RTMFP erstellt werden können?
RTMFP erhöht die Kapazität und Qualität der Datenbereitstellung für Live-Kommunikationslösungen, z. B. für VoIP, Webcam-Chat und Multi-Player-Games.
 
Webcam-Chat
VoIP
Multi-Player-Games
Ein Entwickler erstellt mithilfe der öffentlichen API eines sozialen Netzwerks und RTMFP eine Webcam-Chat-Applikation für die Mitglieder des Netzwerks.
 
In Kombination mit Adobe Media Server ermöglicht RTMFP einen unidirektionalen Daten- oder Media-Stream zwischen zwei Usern.
 
Server-seitig wird die Bandbreite nicht belastet, da RTMFP den Datenverkehr direkt zwischen den Clients abwickelt, was das Netzwerk auch kostengünstig skalierbar macht.
Ein Programmierer entwickelt eine Desktop-Applikation auf Basis von Adobe AIR, die einem Endanwender erlaubt, Kontaktpersonen aus seiner Instant-Messaging-Anwendung „anzurufen“. Die AIR-Applikation baut eine RTMFP-Verbindung mit Adobe Media Server auf, um die gewünschte Kontaktperson zu ermitteln und die jeweiligen Informationen aus der Instant-Messaging-Schnittstelle abzurufen.
 
Die Kontaktperson erhält eine Benachrichtigung über einen eingehenden Anruf und kann diesen annehmen oder ablehnen. Sobald der Anruf angenommen wurde, verläuft der Audio-Stream direkt zwischen den Desktop-Clients der beiden Endanwender, nicht über den Server.
 
Da RTMFP per UDP kommuniziert, profitieren die Endanwender von einer konsistent hohen Qualität der Übertragung, die auch durch evtl. Abweichungen im Netzwerk nicht gestört wird.
Wenn ein Game-Entwickler eine Applikation um Multi-Player-Features erweitern möchte, sollen diese nicht von langen Latenzzeiten beeinträchtigt werden, die das Spiel für den Endanwender verlangsamen.
 
Mit RTMFP können die Daten über UDP direkt zwischen den Spielern ausgetauscht werden.
 
Was ist das User Datagram Protocol (UDP)? Warum ist UDP für RTMFP so wichtig?
UDP ist ein effizientes Internet-Protokoll, das eine teilweise zuverlässige („lossy“) Datenübertragung ermöglicht. Es versucht also nicht wie z. B. TCP, während der Übertragung verloren gegangene Daten wiederherzustellen. Hierdurch bleiben Video- und Audio-Streams bei der Live-Kommunikation synchron, und latenzbedingte Verzögerungen werden vermieden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für Echtzeit-Kommunikation. TCP hingegen wartet auf Datenpakete, was die Bereitstellung verzögern oder unterbrechen kann. Es unterstützt außerdem die Kommunikation in großen Enterprise-Netzwerken nicht, die durch NAT-Router geschützt sind. UDP bietet diese Möglichkeit. Weitere Informationen zu UDP
 
RTMFP ist eine Weiterentwicklung einfacherer UDP-Protokolle, da es die Übertragung mehrerer Datenströme priorisiert.
 
Was ist das Transmission Control Protocol (TCP)?
TCP ist das Internet-Protokoll, das Browser, Dateitransfer- und E-Mail-Applikationen verwenden. Heutzutage wird es im HTTP-Protokoll für Webserver und im RTMP-Protokoll für Video-, Audio- und Daten-Streams zwischen Adobe Media Server und Flash Player- oder AIR-Clients eingesetzt. Es ist aufgrund seiner Zuverlässigkeit immer noch ein wichtiges Protokoll für den Datentransfer, kann aber zu langen Latenzzeiten führen und damit die Qualität von Livestreams beeinträchtigen. Weitere Informationen zu TCP
 
Welche Optionen bietet RTMFP im Zusammenhang mit Sicherheit und Datenschutz?
RTMFP-Traffic wird immer mit einem 128-Bit-Algorithmus verschlüsselt. Wenn ein Client einen Stream abspielen möchte, der über RTMFP bereitgestellt wurde, muss er den Namen des Streams sowie die Peer-ID des Publishers kennen. Diese ID ist ein 256-Bit-Wert, der mit der Identität des Publishers verknüpft ist. Als weitere Sicherheitsmaßnahme kommt die Verbindung erst zustande, nachdem der Publisher die Peer-Anfrage bestätigt hat.
 
Was heißt Peer-to-Peer (P2P)?
P2P hat in der IT-Welt mehrere Bedeutungen, bezeichnet aber meist die direkte Verbindung zwischen zwei oder mehr Endanwendern zur Übermittlung von Daten und Multimedia-Inhalten.
 
Es gibt drei Typen von P2P-Lösungen:
 
  • Rechner zu Rechner: Zwei Clients kommunizieren direkt miteinander, ohne dass der Datenverkehr über einen Server läuft. Diese Verbindung zeichnet sich durch geringe Latenzzeiten aus und ist damit für die Kommunikation in Echtzeit geeignet. Diese Art von P2P-Lösung unterstützt Adobe mit RTMFP.
 
  • Swarming: Diese Art der Kommunikation „zwischen vielen“ (n:n) wird häufig zur Weitergabe von Dateien per Download genutzt. Swarming bietet die höchste Transfergeschwindigkeit. Dateien werden in Teilen simultan von mehreren Clients heruntergeladen, bei denen diese Dateien bereits vorhanden sind, und beim Ziel-Client wieder zusammengesetzt. Swarming-Lösungen erfordern meist eine Standalone-Applikation, die Inhalte auf verbundenen Computern ermitteln und die Verbindung zu diesen Clients herstellen kann. Zu diesem Zweck haben solche Applikationen üblicherweise Zugriff auf das lokale Dateisystem. RTMFP unterstützt Swarming nicht.
 
  • Multi-Casting: Diese Kommunikationsmethode bezeichnet eine 1:n-Verbindung über eine IP-Infrastruktur. Multi-Casting beschleunigt die Inhaltsbereitstellung und reduziert die Netzwerklast, indem der Quell-Client ein Datenpaket nur einmal sendet und dieses dann für eine Vielzahl von Endanwendern bereitgestellt wird. Die Replizierung der Pakete und ihre bedarfsweise Weiterleitung an die Endanwender wird von den Netzwerkknoten gesteuert. RTMFP unterstützt Multi-Casting nicht.
 
 
RTMFP setzt P2P-Techniken ein, um eine hohe Bereitstellungsqualität und effiziente Netzwerknutzung zu gewährleisten. Es wird eine verwaltete Verbindung erzeugt. Daher muss ein Server für Peer-Introductions autorisiert werden. Clients müssen mit dem Server verbunden sein, um die direkte Verbindung aufrechterhalten zu können.
 
Funktioniert RTMFP wie andere Peer-to-Peer-Lösungen, z. B. BitTorrent oder Kontiki? Ermöglicht RTMFP den P2P-Transfer von großen Dateien (wie BitTorrent)?
Nein. Die anderen genannten Applikationen sind Swarming-Lösungen, die n:n-Verbindungen zwischen Clients herstellen, um freigegebene Dateien zwischen ihnen zu übertragen. RTMFP ermöglicht keinen Dateitransfer, sondern eine direkte Echtzeit-Verbindung zwischen zwei Usern.
 
Wie können Entwickler RTMFP einsetzen?
Mit RTMFP können Entwickler eine direkte P2P-Verbindung zwischen zwei oder mehreren Flash Player-Clients oder AIR-basierten Applikationen für Echtzeit-Kommunikation aufbauen. RTMFP ähnelt dem RTMP-Protokoll für Client-Server-Verbindungen, da es alle Funktionen von Adobe Media Server unterstützt, die aktuell auch RTMP bietet. Dazu gehören Livestreaming, Stream-Aufzeichnung sowie -Wiedergabe, Shared Objects und RFCs (Remote Function Calls).
 
Mit einer zukünftigen Version von Adobe Media Server wird auch der Einsatz von ActionScript® 2.0 oder 3.0 zum Aufbau einer NetConnection möglich sein. Um direkte Verbindungen zwischen Clients mit Flash Player 10 oder höher zu ermöglichen, wurden neue Extensions zur ActionScript-Klasse NetStream hinzugefügt. Damit kann ein Flash Player-Client als Publisher oder Subscriber eines Streams definiert werden.
 
Gibt es mit RTMFP vergleichbare Technologien?
Das Adobe-eigene RTMP-Protokoll ist aktuell das ähnlichste kommerzielle Produkt für die Client-Server-Kommunikation.
 
Welche Auswirkung hat diese Technologie auf Content Delivery Networks (CDNs)?
Gar keine. CDNs sind auf die unidirektionale Bereitstellung von Video-on-Demand und Live-Video im großen Maßstab spezialisiert. Die direkte Kommunikation zwischen Endanwendern per RTMFP gehört nicht zu ihren Kernkompetenzen. Sie spielen jedoch eine wichtige Rolle in der Entwicklung von RTMFP-basierten Applikationen, da sie den Aufbau der hierfür benötigten Peer-Verbindungen ermöglichen.
 
Welche neuen RTMFP-Funktionen sind mit Flash Player 10 und AIR 1.5 nutzbar?
Welche Vorteile bietet RTMFP?
Welche Vorteile bietet RTMFP?
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Welche Vorteile bietet RTMFP?
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Welche Vorteile bietet RTMFP?
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Welche Vorteile bietet RTMFP?
Welche Vorteile bietet RTMFP?
Welche Vorteile bietet RTMFP?
Welche Vorteile bietet RTMFP?
Welche Vorteile bietet RTMFP?
Welche Vorteile bietet RTMFP?
Welche Vorteile bietet RTMFP?
Welche Vorteile bietet RTMFP?
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Welche Vorteile bietet RTMFP?
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Welche Vorteile bietet RTMFP?
Kommunikation über RTMFP – Direkte Verbindung zwischen Usern und damit geringere Anforderungen an die Bandbreite
Kommunikation über RTMFP – Direkte Verbindung zwischen Usern und damit geringere Anforderungen an die Bandbreite
Was ist das User Datagram Protocol (UDP)? Warum ist UDP für RTMFP so wichtig?
Was ist das User Datagram Protocol (UDP)? Warum ist UDP für RTMFP so wichtig?