Eine Einführung in die Bedeutung von Schatten und Glanzlichtern.

Erforsche, wie Anpassungen des Tonwertumfangs und des Kontrasts deiner Fotos dir helfen können, verlorene Details zurückzugewinnen und auffällige Bilder zu erstellen. 

Sonnenstrahlen, die durch die Säulen einer überdachten Fahrbahn fallen

Verleihe deinen Fotos Tiefe.

Helle Glanzlichter und satte Schatten machen Fotos überzeugend und einprägsam. Glanzlichter sind die hellsten Elemente in einem Bild, während Schatten die dunkelsten Bereiche sind. Der Dynamikumfang ist das Verhältnis zwischen den hellen Glanzlichtern und den dunklen Schatten, von hellem Weiß bis zu reinem Schwarz.

 

Dieser Umfang ist der Schlüssel zur Tiefe und Dramatik eines Bildes. Wenn ein Foto einen geringen Dynamikumfang aufweist, kann das Bild flach oder grau erscheinen. Ohne einen satten Schwarzpunkt und einen hellen Weißpunkt ist der Tonwertverlauf in einem Bild viel eingeschränkter, wodurch es weniger Kontrast aufweist. Zwar kannst du immer die künstlerische Entscheidung treffen, einen geringeren Dynamikumfang zu verwenden, aber für die meisten Formen der Fotografie ist das nicht ideal.

 

Traditionell sollten Fotos einen Schwarzpunkt und einen Weißpunkt haben. Der Schwarzpunkt, der typischerweise in dunklen Schattenbereichen zu finden ist, bereichert ein Foto, auch wenn er nur einen sehr kleinen Teil des Bildes ausmacht. Alternativ dazu ist der Weißpunkt der Teil des Bildes, der komplett weiß ist, der hellste Punkt im Foto. Der Bereich zwischen diesen Werten lässt das Auge eine ganze Menge entdecken.

Eine Nahaufnahme der Beine einer Person, die vor Felsen am Strand steht

Fange es mit der Kamera ein.

Der erste Schritt zu einem schönen Foto ist das Einfangen der richtigen Glanzlichter und Schatten in der Kamera. Eine gute Belichtung sorgt dafür, dass deine Kamera genug visuelle Informationen sammelt, damit du deine Bilder später bearbeiten kannst. Über- oder unterbelichtete Bilder geben dir bei der Bearbeitung weniger Möglichkeiten, da sie weniger Tonwertdaten enthalten. Dagegen liefern die richtigen Glanzlichter und Schatten in der Kameraaufnahme eine Menge visueller Daten, mit denen du arbeiten kannst.

 

Lerne deine Digitalkamera kennen.

Es ist wichtig, dass du dein Werkzeug in- und auswendig kennst, um damit die bestmöglichen Fotos aufnehmen zu können. Jede Kamera, ob nun DSLR-, spiegellose oder Smartphone-Kameras, hat ihren ganz eigenen Dynamikumfang. Wenn du verstehst, wie deine Kamera in verschiedenen Lichtsituationen funktioniert, kannst du dich darauf vorbereiten, die bestmöglichen Bilder zu machen.

 

Berücksichtige deine Umgebung.

Dein Motiv, deine Lichtquelle, die Tageszeit, die Wetterbedingungen und der Aufnahmeort beeinflussen alle die Glanzlichter und Schatten eines Bildes. „Wenn es ein sonniger Tag ist, muss man wissen, wie man die Schatten belichtet, um Details in den dunkleren Bereichen zu erhalten“, erklärt der Fotograf Josue Rivas.

 

Nimm zum Beispiel Hochzeitsfotos auf. Hier musst du wahrscheinlich schnell arbeiten, um genaue Glanzlichter und Schatten während bestimmter Momente der Zeremonie einzufangen. Andererseits hast du bei der Landschaftsfotografie mehr Zeit, deine Einstellungen zu optimieren, um die richtigen Glanzlichter und Schatten einer statischen Szene zu erhalten. Aber du musst auch genau auf die Tageszeit achten und auf die Auswirkungen, die das launische Wetter auf deine Beleuchtung haben kann.

Eine Person sitzt auf einer Wüstendüne hinter einer Kamera auf einem Stativ

Passe die Kameraeinstellungen an.

Sobald du die Bedingungen verstanden hast, kannst du deine Einstellungen anpassen, um lebendige Glanzlichter und Schatten einzufangen. ISO-Wert, Blende und Verschlusszeit sind entscheidend für eine erfolgreiche Belichtung mit einem robusten Dynamikumfang. Mit dem ISO-Wert wird die Lichtempfindlichkeit deiner Kamera angegeben. Der Blendenwert gibt an, wie offen dein Objektiv ist, und die Verschlusszeit bestimmt deine Belichtungszeit.

 

„Du musst verstehen, was die Blende bewirkt und was deine ISO-Grenzen sind. Beim ISO-Wert gilt: Je niedriger die Zahl, desto mehr Licht brauchst du, um ein gut belichtetes Bild aufzunehmen. Das bedeutet, dass du die Verschlusszeit verlängern oder die Blende vergrößern musst“, erklärt Josue Rivas. Wenn du an einem hellen, sonnigen Tag fotografierst, solltest du einen niedrigeren ISO-Wert wählen. Das bedeutet, dass deine Verschlusszeit länger oder deine Blende größer sein kann.

 

Wenn du in einem dunklen Raum oder bei minimalem Licht fotografierst, dann solltest du einen hohen ISO-Wert wählen, was die Aufnahme lichtempfindlicher macht. Aber sei vorsichtig. Wenn du den ISO-Wert erhöhst, kann das dazu führen, dass du Details verlierst und Rauschen in deinem Bild entsteht. Die Blende beeinflusst auch deine Tiefenschärfe. Wenn du also eine niedrige Blendenzahl hast (was bedeutet, dass deine Blende weiter geöffnet ist), dann wird dein Foto eine geringe Tiefenschärfe aufweisen.

 

„Wenn du deine Schatten aufhellst, um mehr Details zu erhalten, werden deine Glanzlichter ausgeblendet und du verlierst eine Menge Details. Das bedeutet, dass deine Glanzlichter ein wenig überbelichtet werden“, erklärt Josue Rivas. Du solltest immer nach dem goldenen Mittelweg suchen, bei dem du Schattendetails hast, aber deine hellen Bereiche nicht überstrahlt werden. Experimentiere mit verschiedenen ISO-Werten, Blendenwerten und Verschlusszeiten, um die richtigen Einstellungen für dein Foto zu finden.

 

Perfektioniere deine Ebenen in der Nachbearbeitung.

„Du willst gute Daten in deinen Bildern haben, die du in Adobe Photoshop Lightroom übernehmen kannst, wenn du die Schwarz- und Weißwerte sowie Glanzlichter und Schatten anpasst“, sagt Josue Rivas. Beginne mit diesen Tools und Funktionen, um dein Bild zu optimieren.

 

1. Histogramm

Betrachte deine Belichtungs- und Tonwertstufen mit dem Histogramm-Werkzeug. Benutze es, um den Dynamikumfang des zu bearbeitenden Bildes zu sehen. Bevor du den Kontrast anpasst oder irgendwelche Einstellungen änderst, wirf einen Blick auf dein Histogramm und verwende es als Ausgangsbasis.

 

2. Belichtungsregler

Bevor du zu den anderen Bearbeitungsschritten übergehst, verwende zuerst den Belichtungsregler, um die Gesamthelligkeit deines Bildes anzupassen. Verschiebe ihn nach links, um die Belichtung zu verringern und das Bild zu verdunkeln, oder nach rechts, um die Belichtung zu erhöhen und das Bild aufzuhellen.

 

3. Schwarz- und Weißregler

Die Schieberegler für Schwarz und Weiß helfen dir, die optimalen Glanzlichter (Weiß) und Schatten (Schwarz) im Foto zu bestimmen. Drücke Option/ALT, um die Beschneidungsvorschau zu sehen, die dir die weißesten Punkte im Bild anzeigt. Stelle deinen Schieberegler kurz hinter dem Punkt ein, an dem die Pixel beginnen, sichtbar zu werden. Wenn zu viele Pixel in dieser Ansicht erscheinen, bedeutet das, dass du das Bild aufbläst. Es kann hilfreich sein, über den Punkt der Verpixelung hinaus einzustellen, da es dir zeigen kann, wie weit du mit deinem Weiß gehen kannst, ohne das Bild aufzublasen und Details zu verlieren. 

Die Lichteinstellungen von Adobe Photoshop Lightroom überlagert über einem Foto eines Blumenstraußes

Wiederhole es mit dem Schwarz-Schieberegler. Rufe die Beschneidungsvorschau auf, indem du Option/ALT drückst, um den Schwarzpunkt deines Bildes festzulegen, also den wirklich schwarzen Bereich deines Fotos. Bewege den Schieberegler, bis nur noch ein paar Pixel in der Ausschnittvorschau zu sehen sind. Dadurch wird sichergestellt, dass du satte, dunkle Bereiche des Bildes hast, ohne dass Textur oder Bildinhalt verloren geht.

 

4. Schieberegler für Glanzlichter und Schatten

Verwende die Schieberegler für Glanzlichter und Schatten, um dein Bild fein abzustimmen. Es gibt keinen genauen „goldenen Punkt“, wenn es um diese Werkzeuge geht. Es kommt ganz auf das Bild und deine kreativen Vorlieben an.

 

Verringere die Einstellung des Glanzlichter-Schiebereglers, um die hellsten Bereiche des Bildes abzudunkeln und verlorene Details wiederherzustellen, oder erhöhe sie, um deine hellsten Bereiche noch weiter aufzuhellen.

 

Erhöhe die Einstellung des Schatten-Schiebereglers, um Details, die in den dunklen Bereichen deines Fotos verloren gegangen sind, wieder sichtbar zu machen, ohne das Bild zu verwaschen.

Ein Graustufen-Luftbild von felsigem Berggelände

Finde deinen eigenen Stil.

Während du erforschst, wie du Schatten und Glanzlichter in deiner Arbeit am besten einsetzen kannst, lasse dich von den Arbeiten anderer Künstler inspirieren. Betrachte zum Beispiel den hohen Kontrast der Schwarz-Weiß-Landschaftsaufnahmen von Ansel Adams mit ihrem großen Dynamikumfang. Er nutzte den vollen Tonwertumfang von tiefen Schatten bis zu hellen Glanzlichtern und hielt weitläufige Szenen von Nationalparks in ganz Nordamerika fest, die inzwischen zu Ikonen der Fotografiegeschichte zählen.

 

Auch Mitteltöne oder eine kontrastarme Anpassung können einzigartige Fotos schaffen. Viele der berühmten Porträts von Paul Strand spielen mit einem begrenzteren Tonwertumfang, aber sie fesseln dennoch das Auge und faszinieren den Betrachter.

 

Es gibt nicht den einen optimalen Weg, um Glanzlichter und Schatten in deinen Aufnahmen zu bearbeiten. „Habe keine Angst, deine Grenzen auszutesten und allmählich das zu finden, was dir wirklich gefällt. Hüte dich davor, etwas zu replizieren, sondern gehe wirklich dem nach, von dem du denkst, dass es gut aussieht“, rät Josue Rivas.

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