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Die Grundlagen des Zitierens

In einer wissenschaftlichen Arbeit ist das korrekte Zitieren von zentraler Bedeutung. Es geht nicht nur darum, die Gedanken anderer korrekt wiederzugeben, sondern auch darum, die eigenen Forschungsergebnisse transparent darzulegen. Zitate dienen dazu, die eigene Argumentation zu stützen, Quellen nachzuweisen und geistiges Eigentum zu respektieren. Eine unsaubere oder fehlerhafte Zitation kann den wissenschaftlichen Anspruch einer Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit untergraben sowie im schlimmsten Fall zu Plagiatsvorwürfen führen. Das kann in der akademischen Welt schwerwiegende Folgen haben.

Was versteht man unter der deutschen Zitierweise?

Die deutsche Zitierweise ist ein weit verbreitetes System zur korrekten Quellenangabe in wissenschaftlichen Arbeiten. Anders als beispielsweise beim MLA- oder APA-Stil, bei dem Quellen direkt im Fließtext mit Kurzangaben zitiert werden, zeichnet sich die deutsche Zitierweise durch die Nutzung von Fußnoten aus. In den Fußnoten werden alle relevanten Informationen zur Quelle angegeben, sodass der Fließtext selbst möglichst wenig durch formale Angaben unterbrochen wird. Diese Methode bietet den Vorteil, dass der Lesefluss ungestört bleibt und dennoch alle wichtigen Informationen leicht aufzufinden sind.

Das Prinzip ist einfach: Jede Aussage, die auf einer Quelle basiert oder diese direkt zitiert, wird im Text durch eine hochgestellte Ziffer markiert. Diese verweist wiederum auf eine entsprechende Fußnote am Seitenende. Dort findet sich die vollständige Quellenangabe, die je nach Zitierkonvention auch bei wiederholter Nutzung einer Quelle in gekürzter Form angegeben werden kann.

Vorteile der deutschen Zitierweise

Die deutsche Zitierweise unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten von anderen Zitierstilen:

  • Fußnoten: Während bei anderen Zitierstilen die Quellen direkt im Text durch Kurzverweise (in Klammern) gekennzeichnet werden, steht bei der deutschen Zitierweise die vollständige Quellenangabe am Ende der Aussage, auf die referenziert wird. Das hat den Vorteil, dass der Text leserfreundlicher ist und weniger durch formale Angaben unterbrochen wird.
  • Flexibilität: Zusätzlich bietet die deutsche Zitierweise eine hohe Flexibilität bei der Zitierweise von mehrfach verwendeten Quellen. Während bei den anderen Stilen jede Quelle jedes Mal vollständig angegeben wird, erlaubt die deutsche Zitierweise eine abgekürzte Zitierform nach der Erstnennung; mögliche Formen sind hier die Nennung mit „ebd.“ oder eine gekürzte Wiedergabe z. B. nur in Form des Nachnames. Dies spart Platz und vermeidet Wiederholungen, insbesondere wenn du häufig dieselbe Quelle verwendest

„Die deutsche Zitierweise bietet eine klare Struktur, bei der Fußnoten den Leser*innen ermöglichen, Quellen präzise nachzuvollziehen, ohne den Lesefluss zu unterbrechen. Sie erfordert jedoch Sorgfalt, da jedes Zitat exakt dokumentiert werden muss, um wissenschaftliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.“

Marcus Wittkamp, wissenschaftlicher Autor und Lektor


Kennzeichnung von Zitaten im Text – Beispiele

In deiner wissenschaftlichen Arbeit kannst du direkte und/oder indirekte Zitate verwenden. Egal, wie du deine Zitate einbindest, du musst sie als solche kennzeichnen. Mit der deutschen Zitierweise bedeutet dies Folgendes:

  • Direkte Zitate: Ein direktes Zitat wird immer in Anführungszeichen gesetzt. Es ist wichtig, dass der Text exakt so wiedergegeben wird, wie er in der Quelle steht. Auch eventuelle Fehler im Originaltext müssen übernommen werden, können aber durch das Hinzufügen des Vermerks „[sic!]“ hinter dem Fehler kenntlich gemacht werden. Bei der deutschen Zitierweise steht die hochgestellte Zahl, die auf die Fußnote verweist, am Ende des wörtlichen Zitats oder hinter der entsprechenden Textstelle.

    Beispiel: „Das Zitat wird originalgetreu wiedergegeben.“¹
  • Indirekte Zitate: Bei einem indirekten Zitat, also einer Paraphrase, werden keine Anführungszeichen verwendet. Der paraphrasierte Text wird in eigenen Worten wiedergegeben. Er muss jedoch durch eine Fußnote belegt werden, die auf die Originalquelle verweist. Auch hier steht die hochgestellte Zahl am Ende des paraphrasierten Abschnitts.

    Beispiel: Die Informationen aus der Quelle werden sinngemäß wiedergegeben und in den eigenen Text integriert.²

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Fußnoten richtig verwenden

Fußnoten spielen in der deutschen Zitierweise eine zentrale Rolle, da sie die vollständigen Quellenangaben enthalten, die für die Nachvollziehbarkeit einer wissenschaftlichen Arbeit unerlässlich sind. Der Aufbau einer Fußnote sollte klar strukturiert und einheitlich sein, damit Leser*innen problemlos auf die genutzten Quellen zugreifen können.

Grundaufbau einer Fußnote

Wenn du mit Fußnoten zitierst, solltest du diese Punkte beachten:

  • Die Fußnote wird durch eine hochgestellte Zahl im Fließtext markiert, die auf die Fußnote am Ende der Seite verweist.
  • Die erste Angabe in der Fußnote enthält den Namen des*der Autors*in, gefolgt von einem Komma.
  • Danach folgt der Titel der Quelle (z.B. Buch, Artikel, Aufsatz). Dieser wird kursiv oder in Anführungszeichen gesetzt.
  • Bei Büchern werden der Erscheinungsort, der Verlag und das Erscheinungsjahr angegeben. Erscheinungsort und Verlag werden im Format „Ort: Verlag“ angegeben.
  • Bei Zeitschriftenartikeln folgen nach dem Titel die Zeitschrift, der Jahrgang und die Seitenzahl.
  • Falls vorhanden, wird bei Internetquellen auch die URL oder der DOI und das Datum des Zugriffs genannt. Eine DOI-Ergänzung kann auch bei Zeitschriftenartikeln erfolgen.
  • Bei indirekten Zitaten wird dem Name des*der Autors*in ein „Vgl.“ (= vergleiche) vorangestellt.
  • Namen des*der Autors*in werden vollständig ausgeschrieben. Sollte es sich um mehr als drei Autor*innen handeln, kannst du ab der zweiten Nennung „et al.“ nach dem ersten Namen verwenden.

Beispiele für den Aufbau einer Fußnote

Fußnoten sollten formatiert und nummeriert sein. Jede Fußnote beginnt mit einer hochgestellten Zahl, die auf die entsprechende Stelle im Fließtext verweist. Am Ende der Seite werden die Fußnoten mit einer kleineren Schriftgröße als der Haupttext und in einem einheitlichen Formatdargestellt.

Direktes Zitat: ¹ Max Müller, Grundlagen der deutschen Zitierweise, München 2020, S. 35.

Indirektes Zitat: ² vgl. Max Müller, Grundlagen der deutschen Zitierweise, München 2020, S. 85. ch im Literaturverzeichnis beziehungsweise Works-Cited-Verzeichnis.

So sieht das Zitieren mit Fußnoten in Word aus:

Ein Beispiel, das die deutsche Zitierweise mit Fußnoten zeigt

Formatierung und Stilistik der Fußnoten

Die deutsche Zitierweise legt großen Wert auf eine einheitliche und saubere Formatierung. Hier sind einige wichtige Hinweise:

  • Schriftgröße der Fußnoten: Fußnoten werden meist in einer kleineren Schriftgröße als der Fließtext formatiert (oft 10 pt), um sie optisch vom Haupttext abzugrenzen.
  • Einheitlichkeit: Alle Fußnoten müssen im gleichen Format dargestellt werden, z.B. durch die durchgängige Verwendung kursiver Titel oder den Einsatz eines Punktes am Ende der Fußnote.
  • Zeilenabstand: Üblicherweise wird in Fußnoten ein einfacher Zeilenabstand verwendet, während der Fließtext oft in 1,5-fachem Zeilenabstand formatiert wird.

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Unterscheidung zwischen Vollbeleg und Kurzbeleg

Ein wesentlicher Vorteil der deutschen Zitierweise ist die Möglichkeit, Quellen nach der Erstnennung abzukürzen. Das bedeutet, dass bei der ersten Erwähnung einer Quelle in der Arbeit eine vollständige Quellenangabe, ein sogenannter Vollbeleg, erfolgt. Bei jeder weiteren Erwähnung der gleichen Quelle kann die Fußnote in gekürzter Form, auch Kurzbeleg genannt, dargestellt werden. Dies reduziert den Platzbedarf und Arbeitsaufwand erheblich.

  • Vollbeleg: Wird immer bei der Erstnennung einer Quelle verwendet. Er enthält alle relevanten bibliografischen Informationen, die notwendig sind, um die Quelle eindeutig zu identifizieren.

Beispiel: Maria Musterfrau, Grundlagen der Zitierweise, München 2020, S. 35.

  • Kurzbeleg: Bei wiederholter Verwendung derselben Quelle genügt ein Kurzverweis, der nur den Nachnamen des/der Autors*in, das Jahr sowie die Seitenangabe nennt.

Beispiel: Musterfrau, 2020, S. 45.

In einigen Fällen kann auch die Abkürzung „ebd.“ (ebenda) verwendet werden, wenn auf dieselbe Quelle wie in der vorherigen Fußnote verwiesen wird und die Seitenzahl gleich bleibt.

Beispiel: Ebd., S. 46.

Fußnoten in Word hinzufügen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Das Einfügen von Fußnoten in Microsoft Word ist einfach und spart viel Zeit, wenn du eine wissenschaftliche Arbeit nach der deutschen Zitierweise erstellst. Mit nur wenigen Klicks kannst du deine Quellen direkt als Fußnoten formatieren. So funktioniert’s:

  1. Position im Text wählen: Setze den Cursor an die Stelle im Text, an der die Fußnote erscheinen soll.
  2. Fußnote einfügen: Gehe im Menü oben auf den Reiter Referenzen. Dort findest du die Schaltfläche Fußnote einfügen. Mit einem Klick wird eine hochgestellte Ziffer an der Position des Cursors hinzugefügt und der Cursor springt automatisch ans Seitenende, wo du die Quelle eingeben kannst.
  3. Quellenangabe schreiben: Nun kannst du die vollständige Quellenangabe direkt in die Fußzeile einfügen.
  4. Automatische Nummerierung: Word nummeriert die Fußnoten automatisch durch und aktualisiert die Zählung, wenn du eine neue Fußnote hinzufügst oder eine bestehende löscht.
  5. Formatierung anpassen: Wenn du die Formatierung der Fußnoten ändern möchtest, kannst du dies über die Fußnoten-Formatoptionen in Word anpassen.
Veranschaulichung, wie Fußnoten in Word eingefügt werden

Deutsche Zitierweise: So strukturierst du das Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis ist ein essenzieller Bestandteil jeder wissenschaftlichen Arbeit, da es den Leser*innen eine Übersicht über alle verwendeten Quellen gibt. Es ermöglicht eine Nachprüfung der zitierten Literaturangaben und trägt zur Transparenz der wissenschaftlichen Arbeit bei. Ohne ein vollständiges und korrekt erstelltes Literaturverzeichnis ist die Arbeit nicht nur unvollständig, sondern es können auch Plagiatsvorwürfe erhoben werden, wenn Quellen falsch oder gar nicht angegeben wurden.

Das Literaturverzeichnis folgt klaren Regeln und muss alphabetisch nach den Nachnamen der Autor*innen geordnet sein. Da du bereits in den Fußnoten alle Informationen zu einer Quelle angegeben hast, musst du diese für das Literaturverzeichnis nur noch in eine alphabetische Reihenfolge bringen. d-Verzeichnis: Müller, Anna. Die Kunst des Schreibens. Verlag XY, 2020.

Tipps zur Vermeidung von Plagiaten durch korrektes Zitieren

Plagiate gehören zu den schwerwiegendsten Verstößen im wissenschaftlichen Arbeiten und können zu erheblichen Konsequenzen führen. Um Plagiate zu vermeiden, solltest du folgende Punkte beachten:

  1. Jede Idee kennzeichnen: Alles, was nicht auf deinen eigenen Gedanken basiert, musst du durch eine Quellenangabe belegen. Sei es wörtlich zitiert oder indirekt paraphrasiert.
  2. Korrekte und vollständige Quellenangaben: Jede verwendete Quelle musst du vollständig und korrekt angeben. Insbesondere bei digitalen Quellen ist es wichtig, die URL und das Abrufdatum anzugeben.
  3. Frühzeitig organisieren: Dokumentiere Quellen von Anfang an korrekt. Ein gutes System zur Quellenverwaltung verhindert Fehler im Nachhinein.
  4. Mehrmals prüfen: Vor der Abgabe der Abschlussarbeit solltest du alle Zitate und Fußnoten überprüfen, um sicherzustellen, dass du keine Quelle übersehen hast. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass alle Quellen, die im Text genannt sind, im Literaturverzeichnis vorkommen – und umgekehrt. Nutze hierzu ggf. Software, die das sicherstellt.
  5. Standards einhalten: Jede Hochschule oder Institution hat oft eigene Vorgaben zur Zitierweise. Es ist wichtig, diese genau zu befolgen. Informiere dich vorab, welche Anforderungen bestehen.

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Autor:

Marcus Wittkamp

Der Dipl.-Betriebswirt und Experte in den Fachbereichen BWL, VWL und Finanzen hat bereits zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten verfasst und verfügt über ein breites Wissen in diesem Bereich.

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