Mehrere besonders charakteristische und erfolgreiche Videospiele aus den letzten 20 Jahren haben von der Cel-Shading-Technik Gebrauch gemacht.
Hier einige Beispiele:
Erstmals zum Game-Stil erhoben wurde Cel-Shading in Jet Set Radio. Die Handlung des Videospiels für die SEGA Dreamcast ist in einer futuristischen Welt angesiedelt, in der sich Spieler zu einem Electronica-Soundtrack durch die Straßen einer Stadt bewegen.
Jet Set Radio ebnete den Weg für die Verwendung und Verfeinerung der Cel-Shading-Technik durch andere Gaming-Unternehmen.
The Legend of Zelda: The Wind Waker erschien 2003. Das zehnte Spiel aus dem äußerst erfolgreichen Franchise weicht deutlich vom visuellen Stil der früheren Spiele ab. Zahlreiche Fans reagierten zunächst ablehnend auf die neue Darstellung, die den Charakteren durch Cel-Shading mehr Ähnlichkeit mit Cartoon-Figuren verlieh.
Nach und nach gewann der Stil aber an Akzeptanz und ist heute ein typisches Merkmal vieler Sequels und Prequels zur Reihe The Legend of Zelda. Tatsächlich dürfte es nicht zuletzt am charakteristischen Stil liegen, dass The Wind Waker heute zu den beliebtesten Spielen der Serie zählt.
No More Heroes wurde 2007 für die Nintendo Wii herausgebracht. Die Handlung folgt dem Möchtegern-Attentäter Travis Touchdown bei seinen Versuchen, diverse Konkurrenten aufzuspüren und auszuschalten.
Die aufwendig mit Cel-Shading bearbeitete, fiktive Welt verleiht dem Spiel einen einzigartigen, immersiven Charakter, der Fans der Wii-Konsole vollauf überzeugte.
Okami von Capcom wurde 2006 für die PlayStation 2 veröffentlicht. Die Handlung spielt in der Feudalzeit Japans, und die visuelle Experience orientiert sich an traditionellen asiatischen Kunststilen. Die Animationen für Okami wurden umfassend mit Cel-Shading-Techniken bearbeitet. Der innovative, facettenreiche Ablauf und die liebevolle visuelle Darstellung der Geografie haben zum großen Erfolg des Spiels beigetragen.
Cel-Shading war nicht die erste Wahl des Entwicklungs-Teams gewesen. Clover Studio hatte ursprünglich eine realistischere Darstellung vorgeschwebt, musste aber erkennen, dass sich die Vorstellungen mit den damaligen grafischen Möglichkeiten der PS2 nicht umsetzen ließen. Stattdessen entschied sich das Studio für Cel-Shading. Und der Rest ist Geschichte.
Der einzigartige visuelle Stil verleiht der Ego-Shooter-Reihe Borderlands einen besonders hohen Wiedererkennungswert. Der Look des „Shooter-Looter“-Franchise ähnelt dem Cel-Shading-Stil, wird allerdings auf etwas anderem Weg erzielt.
Die Macherinnen und Macher der Borderlands-Reihe fertigen zunächst Zeichnungen von Hand an. Dann scannen sie sie ein und kolorieren sie in Photoshop mit einer Methode, die sonst beim Rendern von Zelluloid-Folien verwendet wird. Anschließend werden stilisierte Elemente wie Skizzenmarkierungen oder dicke Bleistiftlinien hinzugefügt, um den chaotischen, handgezeichneten Look der Figuren zu betonen, der das Franchise für seine Fans so attraktiv macht.
Anders als der Vorgänger The Wind Waker stieß The Legend of Zelda: Breath of the Wild sofort auf große Zustimmung – nicht zuletzt wegen der erstklassigen Visuals und des immersiven, künstlerischen Stils. Das Videospiel kombiniert traditionelle Cel-Shading-Renderings mit sanften Pastellfarben und weichem Licht und lässt so eine hyperstilisierte Welt entstehen. Der Comic-Look, der üblicherweise bei dieser Form des Rendering entsteht, wird durch realistische, innovative Grafikfunktionen zusätzlich aufgewertet.
Auch beim preisgekrönten Erfolgs-Hit Hades von Supergiant Games wird die visuelle Darstellung mithilfe von Techniken im Stil der Folienanimation optimiert. Spielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rolle von Zagreus, Sohn des namensgebenden Herrschers über die Unterwelt, und kämpfen gegen unzählige Feinde.
Der fantastische Charakter der Kulisse von „Hades“ wird durch die beeindruckenden Visuals untermauert.