Animation für Einsteiger: Typen, Techniken und Tutorials.

Animationsfilme und -serien wie „Schneewittchen“, „South Park“ oder „Die Monster AG“, aber auch verfilmte Games wie „Minecraft“ beflügeln die Fantasie wie kaum ein anderes Genre. Die meisten Menschen haben einen animierten Lieblingsfilm, den sie sich wieder und wieder ansehen können. Computerspiele zählen längst zum kulturellen Mainstream. Zeichentrickserien wie „Die Simpsons“ sind genauso anerkannt wie Serien mit echten Schauspielern. 
 

Animationen werden jedoch nicht nur in der Unterhaltungsbranche eingesetzt. Inzwischen sind Animationsexperten ebenso häufig in Marketing-Teams zu finden wie in Hollywood-Studios. Während der COVID-19-Pandemie waren per CGI erstellte Animationen des Virus täglich in den Nachrichten zu sehen. Laut Bloomberg soll der weltweite Markt für Animationen bis 2030 auf einen Wert von 640 Milliarden US-Dollar anwachsen.
 

Doch wie arbeitet ein Animator? Wie haben sich Animationen über die Jahre verändert? Und, noch wichtiger: Was ist eigentlich Animation? 

In diesem Artikel tauchen wir – wie Arielle – tief in das Thema ein.

Eine Person, die animierte Figuren auf Papier zeichnet.

Was ist Animation?

Die kurze Antwort lautet: Animation bedeutet, dass eine schnelle Abfolge zusammenhängender statischer Bilder aufgenommen wird, um den Eindruck von Bewegung zu erwecken.
 

Das zugehörige Phänomen nennt sich „Persistenz des Sehens“: Wenn wir die einzelnen Bilder einer Abfolge jeweils kürzer als eine Zehntelsekunde lang sehen, fügt das Gehirn sie zu einer fortlaufenden Bewegung zusammen.
 

Um diesen Effekt zu erzielen, werden bei den meisten Animationen 12 bis 24 Einzelbilder pro Sekunde Film aufgenommen. Vor dem Aufkommen von CGI-Techniken wurden die Bilder oft von Hand auf Zelluloid-Folie („Cel“) gemalt oder gezeichnet.

Entsprechend hoch war der Arbeitsaufwand. Wenn das Budget es zuließ, wurden dafür sehr große Animationsteams zusammengestellt. Am Disney-Film „Der König der Löwen“ von 1994 haben beispielsweise 600 Animatoren und Technikspezialisten mitgearbeitet.
 

Heute kommt oft CGI-Technik zum Einsatz, die den Arbeitsaufwand verringert. Dennoch sind weiterhin umfangreiche Spezialkenntnisse nötig.

Animationsabfolge eines fliegenden Drachen.

Ist Animation dasselbe wie ein Cartoon?

Cartoons sind animierte Filme, die sich oft durch visuelle Übertreibungen und verrückte Handlungen auszeichnen. Sie werden mit Animationstechniken hergestellt, sind geschichtlich jedoch getrennt von anderen Animationsstilen zu betrachten. Ihr Ursprung liegt in satirischen Illustrationen und Comicstrips, die im 18. und 19. Jahrhundert in Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt wurden.

Ist Animation dasselbe wie Animatics?

Animatics sind grobe Bildabfolgen, mit denen Animatoren und Regisseure Aufnahmen, Szenen und das Timing planen. Im Prinzip handelt es sich um ein animiertes Storyboard, das nicht nur bei Cartoons zum Einsatz kommt, sondern beispielsweise auch bei Werbespots.

Früher wurden für Animatics die einzelnen Zeichnungen mit einer Kamera aufgenommen. Heute entstehen sie eher mit Software wie Adobe Illustrator oder After Effects.
 

Ist Animation dasselbe wie Anime?

Anime ist ein spezieller japanischer Animationsstil. Das Genre ist sehr vielfältig. Typisch sind die oft fantasievollen Plots, die hochwertige Kameraarbeit und das aufwendig gestaltete Szenenbild. Klassische Animes sind Serien wie „Pokémon“ oder auch Studio Ghibli-Filme wie „Chihiros Reise ins Zauberland“.
 

Animationstypen.

Die meisten Formen von Animation fallen in eine von fünf Unterkategorien:
 

Stop-Motion-Animation

Für Stop-Motion-Animationen bewegen die Animatoren Objekte immer ein kleines Stück weiter und nehmen davon jeweils ein Bild auf. Werden diese Bilder dann hintereinander abgespielt, entsteht der Eindruck, als würden sich die Objekte selbst bewegen. Beispiele für diese kostengünstige, aber durchaus anspruchsvolle Methode sind Tim Burtons „Nightmare Before Christmas“ und die frühen Flachfigurenfilme (Cutout-Animationen) von Matt Stone und Trey Parker.

 

2D-Animation. 

Eines der ältesten Animationsgeräte ist das Zoetrop, auch Wundertrommel genannt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Publikum mehr als beeindruckt, wenn sich die Bilder in der rotierenden, mit Schlitzen versehenen Trommel zu bewegen schienen. Heute werden für 2D-Animationen eher bewegte Vektorbilder genutzt, die beispielsweise mit Adobe Animate (früher Adobe Flash) erstellt werden können. Die mit Adobe Flash erzeugten Animationen waren Mitte der 2000er-Jahre typisch für Online-Cartoons und -Spiele.

2D-Anmationssequenz eines Cartoon-Zombies, der im Gehen stolpert und hinfällt.

CGI-Animation

CGI-Animationen sind heute überall zu finden, ob in Video-Games oder Pixar-Filmen. Ähnlich wie bei der 2D-Verktoranimation erwecken CGI-Artists ihre Figuren durch „Rigging“ mit einer Reihe von Schlüsselbewegungen zum Leben. Die Technik ähnelt eher der Methode eines Puppenspielers als der traditionellen Animation.

 

Motion-Graphics. 

Motion-Graphics ist animiertes Grafik-Design, mit dem Text, Logos und andere statische Designs „lebendig“ werden. Diese Technik kommt bei Werbespots, Erklärvideos und animierten Logos zum Einsatz.

Kosmetikmarke.

Cel- oder Folienanimation.

Diese traditionelle Animationsmethode war jahrzehntelang vorherrschend. In den Studios wurden Tausende von Einzelbildern auf transparente Zelluloid-Folien gezeichnet, auf Hintergründe gelegt und abgefilmt. So entstanden Disney-Klassiker wie „Bambi“ und „Arielle, die Meerjungfrau“. Seit den 1990er-Jahren wird diese Technik kaum noch genutzt. Sie bleibt dennoch untrennbar mit dem „goldenen Zeitalter“ des Zeichentrickfilms verbunden.

 

Weitere Animationstechniken.

  • Knetanimation (Claymation). Bei der Knetanimation werden Bilder von kleinen Knetfiguren mit der Stop-Motion-Technik aufgenommen. Das Ergebnis ist charmant unperfekt und dennoch oft äußerst detailliert. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Methode ist Nick Park, der Schöpfer von „Wallace & Gromit“.
     

  • Daumenkino. Daumenkinos verdeutlichen das Prinzip der Animation auf ganz einfache Weise. Die kleinen Abblätterbücher erzeugen beim schnellen Durchblättern mit dem Daumen die Illusion eines bewegten Bilds. 
     

  • Morphing. Beim Morphing geht ein Bild allmählich in ein anderes über. Die Technik wird bevorzugt in Science-Fiction-, Horror- und Fantasy-Filmen eingesetzt. In den 1980er- und 1990er-Jahren war Morphing auch in Musikvideos und Realfilmen ein beliebtes Stilmittel.
     

  • Gehzyklus. Bei einem Gehzyklus (auch Walk-Cycle) wird eine Reihe einzelner Bewegungen so zusammengesetzt, dass eine Gehbewegung entsteht. Dieser Zyklus kann beliebig oft wiederholt werden, sodass nicht jeder Schritt neu animiert werden muss. Ein einfacher Gehzyklus mit nur vier Bewegungen ist relativ schnell erstellt. Für ein realistisches Ergebnis braucht es jedoch viel Liebe zum Detail.
     

  • Lippensynchronisierung bei Animationen. Es ist nicht leicht, einen Mund so zu animieren, dass die Bewegungen zum Gesagten passen. Für realitätsnahe Figuren spielt dieser Aspekt jedoch eine wichtige Rolle. Inzwischen kann KI-Technologie einen Großteil der Arbeit übernehmen.
     

  • Cel-Shading. Cel-Shading dient dazu, 3D-Computer-Grafiken flach wirken zu lassen. Sie sehen dann aus wie ein Comicbuch oder ein klassischer Zeichentrickfilm
     

  • Rotoscoping. Bei dieser frühen Animationstechnik zeichneten die Animatoren Filmsequenzen, die auf eine Glasscheibe projiziert wurden, einzelbildweise nach. Das dafür verwendete Gerät hieß Rotoscope. Heute läuft der Prozess digital ab, wird jedoch immer noch mit dem alten Namen bezeichnet.
     

  • Beschleunigung (Easing) (CSS). Durch Beschleunigung entstehen bei Bewegungen realistisch wirkende Übergänge. Es handelt sich um eine subtile Kunst, die jedoch für den Gesamteindruck wichtig ist. Wenn wir einen Ball werfen oder eine Schublade öffnen, erfolgt die Bewegung selten mit einheitlicher Geschwindigkeit. Beschleunigung lässt diese alltäglichen Handlungen natürlicher aussehen.
     

  • Rigging. Diese Technik wird bei 2D- und 3D-Animationen oft für sich bewegende Charaktere eingesetzt. Die Animationsfachleute erstellen ein Rig oder Skelett der Figur, bestehend aus einem 3D-Mesh sowie Knochen und Gelenken, die Funktionen zur Steuerung des Bewegungsverhaltens enthalten.
     

  • Maskierung. Bei der Maskierung werden Teile eines Bilds vor einem Hintergrund verdeckt oder verborgen. Dadurch wird der Eindruck erzeugt, ein Objekt würde sich in eine Umgebung hinein oder aus ihr heraus bewegen.
     

  • Technische Animation. Ingenieure erstellen oft 3D-Renderings komplexer Konstruktionen, um Funktionsweise, Montage und Reparatur eines Produkts visuell darzustellen. 
     

  • Textanimation. Spezialisten für animierte Typografie bringen Text in Film, Fernsehen und Marketing in Bewegung. Auch das Design neuer Schriften kann zu ihren Aufgaben zählen.
     

Geschichte.

Seit Jahrtausenden werden Geschichten in bewegten Bildern erzählt. Platons Höhlengleichnis verdeutlichte schon um 380 v. Chr. die emotionale Verbindung der Menschen zu Schattenspielen.

Bild eines alten Filmprojektors in einem angedunkelten Raum.

Im 17. Jahrhundert wurden mit der Laterna magica sich bewegende Figuren auf statische Hintergründe projiziert. Zwei Jahrhunderte später gab es mit Zoetrop und Phenakistiskop vermutlich zum ersten Mal Geräte, die durch eine schnelle Abfolge von Bildern die Illusion von Bewegung erzeugen konnten.
 

Ab dem frühen 20. Jahrhundert nutzten Filmemacher die neue Kameratechnik, um Animationen von Handzeichnungen oder Stop-Motion-Animationen zu erstellen. Der animierte Kurzfilm „Fantasmagorie“ von Emile Cohl aus dem Jahr 1908 ist eines der bekanntesten Werke dieser Zeit. Sechs Jahre später entwickelte Earl Hurd die Cel-Animation, das klassische Animationsverfahren mit Zelluloid-Folien, das siebzig Jahre lang vorherrschend blieb.
 

Walt Disneys „Steamboat Willie“ von 1928 war der erste Zeichentrickfilm, in dem Micky Maus auftrat. Damit begann ein goldenes Zeitalter der Animation. In den 1930er-Jahren entstanden bei Disney Figuren wie Goofy und Donald Duck. Warner Bros kreierte die Looney Tunes, zu denen Bugs Bunny gehört. In den nächsten 30 Jahren brachte Disney unter anderem die Zeichentrickklassiker „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ und „Das Dschungelbuch“ auf die Kinoleinwände.

Durch Animatoren aus der Gegenkultur, Puppenspieler und Stop-Motion-Artists wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren auch Techniken abseits des Mainstreams einem breiten Publikum bekannt. Terry Gilliams anarchische Sequenzen in der Show „Monty Python’s Flying Circus“ ließen die Grenzen zwischen Cutout (Flachfigurentechnik) und Collage verwischen. Ebenfalls im Vereinigten Königreich bezauberte Oliver Postgate die Zuschauer mit Stop-Motion-Kreationen wie „The Clangers“. In dieser Serie leben auf den Mond mausähnliche Wesen, die sich durch Pfeifen verständigen und sich ausschließlich von Suppe ernähren.
 

Die klassische Folienanimation war noch bis weit in die 1980er-Jahre hinein üblich. Zu dieser Zeit begannen die Filme des japanischen Studio Ghibli, zu denen „Mein Nachbar Totoro“ zählt, ihren Siegeszug in der westlichen Welt. Gegen Ende des Jahrzehnts allerdings stellte auch Disney auf digitale Verfahren um, die durch Fortschritte in der Computertechnologie möglich geworden waren. Zu sehen ist dies beispielsweise im Film „Bernard und Bianca im Känguruland“.
 

Gleichzeitig wurden CGI-Kurzfilme von Pixar wie „Die kleine Lampe“ immer bekannter. In Japan feierten 3D-Videospiele erste Erfolge. „Toy Story“, der erste abendfüllende Film von Pixar, wurde 1995 von Kritikern hochgelobt und war auch wirtschaftlich sehr erfolgreich. Damit hatte das CGI-Zeitalter begonnen.  
 

Tipps für den Berufseinstieg.

Mann, der am Schreibtisch sitzt und auf einem Grafiktablett zeichnet.

Es gibt viele Ressourcen und Programme, die dir den Einstieg in die Welt der Animation erleichtern können. Hier noch einige Tipps dazu. 
 

Animations-Software.

Ganz gleich, ob du dich an CGI oder doch lieber an Knetanimation versuchen möchtest, benötigst du für den Anfang auf jeden Fall die richtige Software.

  • Adobe Animate. Die beste Wahl für 2D- und 3D-Design in den Bereichen Web, TV und Gaming. Du kannst ganz einfach mit einer kleinen Skizze beginnen und diese in ein blinzelndes, atmendes, sprechendes Meisterwerk verwandeln. Nebenbei eignest du dir alles an, was du für den Job brauchst: vom Tweening und Rigging bis hin zum Sequencing.
  • Adobe After Effects. Wenn du noch einen Schritt weiter gehen willst, arbeite mit visuellen Effekten, Motion-Graphics und Compositing. Mit After Effects erstellst du faszinierende Animationen vom Vorspann bis zur Postproduktion.
  • Adobe Premiere Pro. Bist du Stop-Motion-Artist? Dann ist Premiere Pro der Ort, an dem du deine Bilder zusammensetzen kannst. Sequencing, Bearbeitung und Animation gehen dabei Hand in Hand.
     

Animations-Tutorials.

Du möchtest gleich mit deinen ersten Animationen beginnen? Die folgenden Ressourcen unserer internationalen Kreativ-Community helfen dir beim Einstieg.

  • Eine Skizze in eine Animation umwandeln – Erstelle eine Vektorform auf deinem iPhone, iPad oder Android-Gerät, und erwecke sie als Animation oder Animatic zum Leben. 
  • Mit dem Pinsel-Werkzeug malen – Zeichne künstlerische, lebendige Charaktere und Objekte mit dem Pinsel-Werkzeug. Experimentiere mit Presets, Farben und Techniken wie dem Zwiebelschalen-Modus.
  • Aktionsassistenten verwenden – Ergänze Grafiken um interaktive Elemente, ohne eine Programmiersprache lernen zu müssen. Anhand von Beispieldateien kannst du dir die Grundlagen aneignen und dann dein eigenes Design kreieren. 

Animation als Beruf.

Drei Personen, die um einen Tisch herum Designs diskutieren.

Animation ist für viele von uns ein Traumjob. Doch wo anfangen? Hier findest du Tipps für den Einstieg in die Welt der Animation – ob du nun eine Karriere als Animation Artist in einem Studio anstrebst, freiberuflich arbeiten willst oder dir die Skills für ein spannendes Hobby aneignen möchtest.
 

  1. Beherrsche dein Handwerk. Auch wenn du in Sachen Animation ein Naturtalent bist, solltest du dir die Zeit nehmen, dich und deine handwerklichen Fertigkeiten weiterzuentwickeln. Lies Fachtexte zum Thema, beispielsweise die 12 Prinzipien der Animation. Lass dich von bekannten und weniger bekannten Animationsexperten inspirieren und sei auch für Themen, die nicht direkt mit Animation zusammenhängen, offen. So kann es helfen, mehr über das Schauspielen zu wissen, um Charaktere realitätsnaher zu gestalten. 

  2. Belege Kurse. Nur wenige Animationsfachleute sind reine Autodidakten. In den USA wird beispielsweise oft ein Bachelor-Abschluss vorausgesetzt. Studium oder nicht – du musst dich in irgendeiner Form in Animationstechniken und -programme einarbeiten. 

  3. Dein erstes Projekt. Ausgestattet mit der richtigen Software, neuen Skills und jeder Menge Inspiration von Dozenten, Experten und Peers kannst du loslegen. Adobe Animate ist ein guter Ausgangspunkt für die ersten Charaktere, Sequenzen und Kurzfilme. 

  4. Stelle ein Portfolio zusammen. Zeige der Welt, was du kannst. Erstelle ein Portfolio deiner Arbeiten, aus denen hervorgeht, was dich und deine Geschichten, Charaktere und Objekte auszeichnet. Sieh dir als Inspiration auch fremde Portfolios online an. Adobe Express eignet sich gut, um dir Anregungen zu holen und bietet viele Vorlagen, in die du deine Dateien ziehen kannst.

  5. Sammle praktische Erfahrung. Sobald dein Portfolio fertig ist, kannst du in die Praxis einsteigen. Versuch dein Glück bei Animations- und Design-Studios oder auch bei selbständigen Animatoren, die dir vielleicht ein Praktikum anbieten können.
     
  6. Bewirb dich. Mit den passenden Qualifikationen, ersten Erfahrungen und einem Portfolio hast du gute Aussichten auf eine Position als interner oder externer Animator. Stelle eine kreative und originelle Bewerbung zusammen und übe dich dann in Geduld. Jobs in der Kreativ-Branche sind hart umkämpft, aber mit der passenden Einstellung und den richtigen Skills wirst du über kurz oder lang Erfolg haben.

Der Animationsprozess.

Nahaufnahme einer Person, die mit einem Stift auf einem Storyboard zeichnet.

Animationen entstehen immer nach einem ähnlichen Muster. Dabei spielt es keine Rolle, ob du im Studio, freiberuflich oder als Hobby-Animator unterwegs bist. Hier erfährst du mehr dazu.
 

  • Plot. Jede Animation sollte eine Geschichte erzählen – ob sie nun zehn Sekunden oder zwei Stunden lang ist. Überlege dir daher einen Plot, bevor du mit der eigentlichen Arbeit beginnst. Er muss nicht kompliziert sein. Mit einem klaren Konzept arbeitest du effizienter. Außerdem werden deine Animationen so interessanter.

  • Skript und Concept Art. Jetzt kannst du mit der praktischen Arbeit beginnen. Ein Skript hilft dir, mögliche Mängel im Plot aufzudecken. Concept Art trägt zu einer einheitlichen Optik bei.

  • Storyboard und Animatics. Ein Storyboard, mit dem du das Tempo, die wichtigsten Szenen und den Look deines Films planst, ist unverzichtbar. Danach bietet sich eine Animatic, ein gefilmtes Storyboard, an. So erhältst du schon früh einen ersten Eindruck vom Ergebnis deiner Arbeit.

  • Animation. Jetzt ist es an der Zeit, deine Figur zum Leben zu erwecken. Sieh dir zunächst ein passendes Video als Referenz an, um die Bewegungen zu studieren. Erstelle dann in deiner Design-Software die Schlüsselbilder mit den zentralen Phasen einer Bewegungsabfolge. Fülle die Lücken (per Splining) mit den Zwischenbewegungen, den sog. In-Betweens, damit das Ergebnis flüssiger wirkt. Gestalte deine Figur mit kleinen Details und Makeln möglichst realistisch. Die 12 Prinzipien der Animation helfen dir, realitätsnahe, individuelle Figuren zu entwickeln.

  • Postproduktion. Diese Phase ist bei der Animation sehr wichtig. Du erstellst Spezial- und Lichteffekte, renderst deine Designs und nimmst die nötigen Korrekturen für eine perfekte und konsistente Farbgebung vor.

  • Musik. Zum Schluss kommt der Ton. Musik, Sound-Effekte und Dialoge machen eine Animation erst komplett. 
     

Grundlagen der Animation: wichtige Begriffe.

  • 2D-Animation. Der zweidimensionale Stil, der vor dem CGI-Zeitalter üblich war. Wichtige Schlagwörter: Zoetrop, Cel- oder Folienanimation und Vektorgrafiken
  • 3D-Animation. Mit Polygonen in Computer-Software erstellte Animationen. Pixar-Filme sind ein typisches Beispiel. Auch Stop-Motion ist in 3D möglich.

  • Stop-Motion-Animation. Bei der Stop-Motion-Animation bewegen die Animatoren Knetfiguren, Puppen oder andere Objekte Stück für Stück und erstellen davon jeweils eine Aufnahme. So entsteht in aufwendiger Kleinarbeit eine Abfolge von Bildern, die zusammen eine Bewegung ergeben. 

  • Frame-Rate. Die Geschwindigkeit, mit der die einzelnen Bilder gezeigt werden. Sie wird üblicherweise in Frames pro Sekunde (fps) angegeben. Bei Animationen beträgt sie in der Regel 12 bis 24 fps.

  • Keyframe / Key-Pose. Start- und Endpunkt einer Bewegung in einem Frame. Bei der 3D-Animation entstehen diese als Teil des Skeletts einer Figur (auch als „Rig“ bezeichnet).

  • In-Betweens. Die Zwischenbewegungen zwischen zwei Keyframes, die für einen glatten Übergang sorgen. Manchmal werden diese durch Interpolation mit Software erstellt.

  • Thumbnails. Mit Thumbnails kannst du grobe Ideen für eine Szene oder eine Figur skizzieren oder sie als Platzhalter für das fertige Bild verwenden. Animatoren nutzen sie oft, wenn sie Genehmigungen oder Feedback von Vorgesetzten oder Creators einholen müssen.

  • Timing. Bei Animationen wird jede Handlung detailliert geplant. Das Timing gibt an, wie lang eine Bewegung insgesamt dauert.

  • Abstände. Durch Abstände zwischen den Frames entstehen durchgehende Bewegungen. Dies ist für eine realistische Darstellung sehr wichtig.

  • Beschleunigung. Wie die Abstände dient die Beschleunigung dazu, Bewegungen realistisch wirken zu lassen. In diesem Fall bezieht sich die Beschleunigung auf die Geschwindigkeit und den Ablauf einer Bewegung.

  • Compositing. Beim Compositing werden die einzelnen Elemente einer Szene zusammengefügt.

  • Storyboard. Dient dem Planen der einzelnen Aufnahmen vor der eigentlichen Produktion. Ein animiertes Storyboard wird als „Animatic“ bezeichnet.

  • Ink-Blot. Mit dieser einfachen Animationsmethode konnten frühe Cartoons schneller produziert werden. Sie wird manchmal auch als „Gummischlauchanimation“ bezeichnet, weil viele der Figuren aussahen, als trügen sie einen Schlauch. Ein Beispiel ist Micky Maus in „Steamboat Willie“.

  • Farbskript. Ein Arbeitsdokument, in dem Farbkombinationen und ihr Bezug zu den emotionalen Themen und Berührungspunkten der Geschichte festgehalten werden.

  • Color-Grading. Sorgt für einheitliche Farben in den verschiedenen Aufnahmen.

  • Twinning. Bedeutet, dass sich die zwei Körperhälften einer Figur genau symmetrisch bewegen. Dies wirkt unnatürlich.

  • Tweening. Die Bilder zwischen den Keyframes, die für flüssige, natürlich aussehende Bewegungen sorgen.

  • Animatic. Ein animiertes Storyboard, mit dem du Aufnahmen planen und dir einen ersten Eindruck verschaffen kannst, bevor die Produktion beginnt.

  • Overlay. Text und Bilder, die über eine Animation gelegt werden. Dabei kann es sich um Überschriften, Untertitel oder Wasserzeichen handeln.

Zwei Laptops auf einem Schreibtisch, auf denen Software für Farbkorrekturen ausgeführt wird.

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