Der Dynamic Link-Workflow zwischen Premiere Pro und Adobe Audition bietet Anwendern größte Flexibilität bei der Bearbeitung und Verstärkung von Audiomaterial.
Gleichzeitig haben sie eine praktische Videoreferenz mit allen Elementen aus dem Premiere Pro-Schnittfenster in Echtzeit.
Diese Sequenz hier habe ich gerade erstellt.
Ich möchte sie an Adobe Audition senden – zum Weiterbearbeiten, Abmischen und Mastern.
Im Menü „Bearbeiten“ (Edit) wähle ich „In Adobe Audition bearbeiten > Sequenz“ (Edit in Adobe Audition > Sequence).
Ich wähle „Vollständige Sequenz“ (Entire Sequence) und gebe an, dass ich das Video über Dynamic Link senden möchte.
Bei früheren Versionen musste die Sequenz noch gerendert werden.
Aber dank Dynamic Link arbeiten Sie in einem verlustfreien Workflow ohne Rendern.
Sie können Audio-Handles festlegen und wählen, ob Sie Audio-Clip-Effekte rendern möchten.
Die Metadaten des Lautstärke-Keyframes sind wichtig, wenn Sie bei Ihren Audio-Clips die Lautstärke-Handles verändert haben und das von Audition berücksichtigt werden soll.
Mit „OK“ wird eine neue Sitzung erstellt und in Audition geöffnet.
Legen wir los.
In Audition werden dieselben Elemente angezeigt.
Ich spiele ein paar Sekunden des Videos ab.
[♪ Musik ♪] Unsere Musik ist unser Geschenk an euch.
Ähnlich wie bei der Mercury Playback Engine von Premiere Pro – ich klicke mit der rechten Maustaste in das Videofenster – wird das Video standardmäßig mit 1/4-Auflösung abgespielt.
Beim Stoppen wird das Bild mit voller Auflösung angezeigt (Full Resolution on Stop).
So kann man sehr schnell und effizient Bild und Ton in Audition aufeinander abstimmen.
Als Erstes möchte ich alle meine Audiodateien, sowohl Dialoge als auch Musik, auswählen und so bearbeiten, dass sie alle die gleiche Lautstärke aufweisen.
Dazu doppelklicke ich auf eine Dialogdatei.
Im Bedienfeld „Dateien“ (Files) wähle ich alle Audio-Clips aus und ziehe sie ins Bedienfeld „Lautstärke-Anpassung“ (Match Loudness).
Falls das Bedienfeld nicht angezeigt wird, rufen Sie es über das Menü „Fenster“ (Window) auf.
Im Bedienfeld „Lautstärke-Anpassung“ (Match Loudness) sehe ich alle Attribute der verschiedenen Audiodateien.
Mich interessiert ihre Spitzenamplitude.
Alle sollen eine Spitze von -3 haben.
Unter „Anpassen an“ (Match To) wähle ich daher „Spitzenamplitude“ (Peak Amplitude). und setze den Wert auf -3.
Dann klicke ich auf „Ausführen“ (Run).
Jetzt gilt für alle Dateien eine Spitze von -3.
Alle Clips haben die gleichen Ausgangseinstellungen.
Jetzt möchte ich den Surround-Mix bearbeiten.
Premiere Pro bietet zwar leistungsstarke Funktionen für Surround-Sound, aber der Arbeitsplatz ist eingeschränkt.
Hier würden Sie Ihr 5.1-Material abmischen.
Für mich bietet diese kleine Umgebung einfach nicht genügend Optionen.
Und für meine Edits habe ich nur dieses kleine Quadrat.
Das mache ich lieber in Audition.
Ich wähle eine Musikspur aus.
Wenn ich auf das Surround-Diagramm hier doppelklicke, wird links das entsprechende Bedienfeld angezeigt.
Wenn ich den Cursor bewege, lassen sich nicht nur viel mehr visuelle Details erkennen, sondern man sieht auch, an welcher Stelle und in welchem Umfang der Sound auf die einzelnen 5.1-Kanäle verteilt wird.
Ich erweitere das Automatisierungsmenü und wähle für die Hüllkurve die Einstellung „Balance: Winkel“ (Pan: Angle).
Es handelt sich um eine Musikspur.
Ich definiere ein paar Schwenkpunkte, damit die Musik den gesamten Surround-Bereich sozusagen durchwandert, von vorne nach hinten.
Jetzt spiele ich die Spur ab und beobachte dabei die Tonschwenkanzeige für die Automatisierung.
[♪ Musik ♪] [Lacht] Etwas hektisch – aber Sie sehen schon, worauf ich hinaus will.
Sie haben hier alle Funktionen und volle Flexibilität zur Automatisierung Ihres Surround-Mix.
Die größere Arbeitsumgebung bietet Ihnen die optimale Flexibilität für den bestmöglichen Mix.
Nun möchte ich das Ergebnis an Premiere Pro zurücksenden.
Und ich möchte die Möglichkeit haben, die Sitzung später noch einmal aufrufen zu können.
Deswegen speichere ich die Sitzung.
Ich wähle „Datei > Speichern unter“ (File > Save As).
Dann wähle ich „Multitrack > Nach Adobe Premiere Pro exportieren“ (Multitrack > Export to Adobe Premiere Pro).
Ich kann entweder jede Spur als Stamm exportieren oder die Sitzung als Stereo-, Mono- oder Interleaved-Mehrkanaldatei übergeben.
Wenn ich „Jeden Track als Stamm exportieren“ wähle (Export each track as stem) und auf „Exportieren“ klicke, werden einzelne Stämme erstellt und in neuen Spuren platziert, wie Sie hier sehen können.
Ich maximiere das Bedienfeld.
Jetzt sehen Sie, dass alle Dialoge von Track 1 nun hier unten in Track 5 stecken.
Die Dialoge von Track 2 sind jetzt in Track 6.
Dasselbe gilt für die Musik.
Wenn ich jedoch keine Stämme benötige, wenn das Bild nicht mehr geändert und nur noch der finale Sound abgemischt werden soll, kann ich stattdessen Interleaved-Dateien an Premiere senden.
Dazu wähle ich „Session abmischen nach: 5.1-Datei“ (Mixdown session to: 5.1 File).
Wieder wird ein neuer Track an Premiere Pro gesendet.
Ich vergrößere die Ansicht wieder und zoome etwas hinein.
Unter Track 9 ist jetzt die Interleaved-Mehrkanaldatei direkt in meinem Premiere Pro-Projekt zu sehen.
Ich bin eigentlich mit dem Bild zufrieden, möchte aber am Audiomaterial noch eine Kleinigkeit korrigieren.
Selbst wenn Sie inzwischen die Audition-Sitzung geschlossen haben – das mache ich jetzt –, müssen Sie von Premiere Pro aus nicht die Verknüpfung über Dynamic Link wiederherstellen.
Ich klicke einfach mit der rechten Maustaste auf den Interleaved-Mix und wähle „Original bearbeiten“ (Edit Original).
Diesen Befehl gibt es in vielen Adobe-Applikationen.
Er ruft die Sitzung auf, in der die Datei erstellt wurde, einschließlich aller Surround-Informationen.
Ich kann also mein Material erneut bearbeiten, optimieren und an Premiere Pro senden.
Wieder über „Multitrack > Nach Adobe Premiere Pro exportieren“ (Multitrack > Export to Adobe Premiere Pro).
Ich kann also die Lautstärke oder Spitzenamplitude von Dateien im Stapel nachbearbeiten.
Ich kann Audiomaterial analysieren.
Ich habe erweiterte Funktionen zum Abmischen und Automatisieren von Surround-Mixes.
Und ich kann bequem einzelne Stämme zurücksenden – oder Mono-, Stereo- oder Mehrkanaldateien –, die direkt im Premiere Pro-Schnittfenster angezeigt werden.
Das sind nur einige der großartigen Möglichkeiten, die der Dynamic Link-Workflow zwischen Premiere Pro und Adobe Audition CC bietet.
