Fernsignatur: So funktioniert die E-Signatur aus der Ferne.
Wir erklären dir, was eine Fernsignatur ist, wie sie funktioniert und wie du ein Fernsignatur-Zertifikat mit Adobe Acrobat Sign erstellst.
Wir erklären dir, was eine Fernsignatur ist, wie sie funktioniert und wie du ein Fernsignatur-Zertifikat mit Adobe Acrobat Sign erstellst.
In der heutigen digitalen Zeit verlagern sich immer mehr Dokumentenprozesse in die Cloud. Damit stellen Unternehmen wie Privatpersonen sicher, dass sie jederzeit flexibel und geräteübergreifend auf wichtige Dokumente zugreifen und sie gleichzeitig mit anderen bearbeiten können. Das erhöht nicht nur die Effizienz und spart Papier, sondern macht Vorgänge gleichzeitig nachvollziehbarer und transparenter. So verhält es sich auch bei elektronischen Signaturprozessen. Den Vertrag einfach von unterwegs auf dem Smartphone unterzeichnen oder mit einem Klick und in Echtzeit nachvollziehen, welcher Person das Dokument gerade zum Unterzeichnen vorliegt – all das wird durch sogenannte E-Signaturen möglich.
Was es dabei mit der Fernsignatur auf sich hat, wo sie zum Einsatz kommt und wie du selbst eine Fernsignatur mit Adobe Acrobat Sign erstellst, erfährst du in diesem Artikel.
Mit der Fernsignatur werden qualifizierte elektronische Signaturen (QES) – wie der Name bereits ausdrückt – aus der Ferne erzeugt. So können Dokumente, die eine rechtssichere Unterschrift benötigen – wie etwa Verträge oder Vollmachten – geräteunabhängig, aber vor allem auch mobil via Tablet oder Smartphone unterschrieben werden.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Fernsignaturen gibt die EU-Verordnung eIDAS (electronic IDentification, Authentication and trust Services) vor, zu Deutsch "Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste". Die Verordnung enthält Regelungen über technische Verfahren und Standards für die Nutzung elektronischer Transaktionen, die am 1. Juli 2016 in Kraft traten und europaweit gültig sind – somit auch in Deutschland, wo der Einsatz von Fernsignaturen zuvor nicht möglich war. Damit ist die Fernsignatur ein entscheidender Schritt auf dem Weg der digitalen Transformation von Dokumenten- und Signaturprozessen in Deutschland und der gesamten EU.
Doch wie funktioniert die Fernsignatur? Und was ist überhaupt eine qualifizierte elektronische Signatur? Dazu kommen wir jetzt.
Mit der Fernsignatur hat die EU ein vereinfachtes Verfahren für elektronische Unterschriften etabliert, um die Herkunft eines Dokuments rechtssicher – und aus der Ferne – zu belegen. Dokumente müssen also nicht mehr auf Papier ausgedruckt, unterschrieben und wieder eingescannt werden, um ihre Rechtswirkung zu entfalten. Die höchste Stufe an Compliance und Sicherheit bietet dabei die qualifizierte elektronische Signatur (QES), die in ihrer Rechtswirkung der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt ist.
Eine qualifizierte elektronische Signatur lässt sich dem*der Unterzeichner*in eindeutig zuordnen. Darüber hinaus benötigt die QES ein Signaturzertifikat, das von akkreditierten EU-Vertrauensdiensteanbietern – auf Englisch "Trust Service Provider" (TSP) – herausgegeben wird. Für die Erstellung einer qualifizierten elektronischen Signatur gibt es zwei zulässige Verfahren. Ein Verfahren ist der Einsatz von Signaturkarten. Dabei werden Zertifikate und Schlüsselkomponenten zur Signaturerstellung auf einer Signaturkarte gespeichert. Der Nachteil des Verfahrens ist jedoch, dass es nicht geräte- und softwareunabhängig funktioniert, sondern an die Signaturkarte, ein Kartenlesegerät sowie eine Signatur-Software gebunden ist.
Mit der eIDAS-Verordnung kam die Möglichkeit der sogenannten Fernsignatur hinzu. Das Fernsignatur-Zertifikat wird dabei in einer gesicherten IT-Umgebung eines qualifizierten Vertrauensdiensteanbieters gespeichert und ist damit komplett unabhängig von Signaturkarte, Kartenlesegerät und Signatur-Software.
Nachdem wir nun wissen, was eine Fernsignatur ausmacht, haben wir dir hier nochmal übersichtlich die Vor- und Nachteile von Fernsignaturen zusammengefasst.
Die Vorteile der Fernsignatur sind:
Die Nachteile der Fernsignatur sind:
Um ein Dokument elektronisch und rechtssicher mit einem Fernsignatur-Zertifikat zu unterschreiben, musst du dich zunächst bei einem Vertrauensdiensteanbieter anmelden. Aktive und offiziell zertifizierte Trust Service Provider findest du in der Trust-Liste der Europäischen Union (EUTL – European Union Trusted List) oder der Adobe Approved Trust List (AATL).
Dann überträgst du das zu unterzeichnende Dokument. Du wirst anschließend offiziell als Nutzer*in authentifiziert. In einem zweiten Schritt erhältst du beispielsweise per SMS eine TAN, sodass eine Zwei-Faktor-Authentifizierung erfolgen kann. Mit der Eingabe der TAN löst du die eigentliche Fernsignatur des Dokuments aus, die vom Vertrauensdiensteanbieter erstellt wird. Damit ist dein Dokument rechtssicher unterschrieben und kann weiterverarbeitet werden.
Die Fernsignatur findet vor allem Anwendung bei digital abgewickelten Geschäftsprozessen, bei denen es um Dokumente und Verträge über hohe Geldbeträge und mit hoher Wichtigkeit oder um sensible Daten geht.
Typische Anwendungsbereiche und Branchen sind:
Doch auch abseits von Banken, Versicherungen, Behörden und Krankenhäusern ist dir die Fernsignatur bestimmt schon mal begegnet – zum Beispiel bei der Vertragsunterzeichnung mit neuen Arbeitgeber*innen oder bei mobil unterschriebenen Vereinbarungen. Beachte jedoch, dass es unterschiedliche Varianten der elektronischen Signatur gibt, die jeweils unterschiedliche Stufen der Rechtssicherheit bieten. In 90 % der Fälle ist zwar eine einfache elektronische Signatur vollkommen ausreichend (zum Beispiel, wenn du ein "non-disclosure agreement" (NDA) abschließt, auch bekannt als Verschwiegenheits-, Vertraulichkeits- oder Geheimhaltungsvertrag). Dennoch solltest du dich in jedem Anwendungsfall genau informieren, ob du nicht vielleicht doch eine Signatur mit höherer Verbindlichkeit benötigst.
Dokumente: Ohne gesetzliche Formvorschrift mit geringem Haftungsrisiko
Beispiele: - z.B. Bestellungen/Aufträge
Dokumente: Ohne gesetzliche Formvorschrift mit kalkulierbarem Haftungsrisiko
Beispiele: - z.B. höher dotierte Kaufverträge
Dokumente: mit gesetzlicher Formvorschrift oder hohem Haftungsrisiko
Beispiele: - z.B. Verbraucherdarlehensvertrag (§ 492 Abs. 1 S. 1 BGB), Arbeitnehmerüberlassung (§ 12 Abs. 1 S. 1 AÜG) - Revisionsbericht
Geringe Sicherheit bei der Identität und einfache Signaturauslösung
Beispiel - Identifikation durch Verifikation der E-Mail-Adresse - 1-Klick für Signaturauslösung
Identität geprüft anhand offiziellem Identitätsdokument, Signaturauslösung mit Ein-Faktor-Authentifizierung
Beispiel
- Identitätsprüfung bei Vertragsabschluss mit Mobiltelefonnummer
- Willensbekundung mit mTAN
Identität geprüft durch autorisierte Stelle, Signaturauslösung mit 2FA, nach eIDAS handschriftlicher Unterschrift gleichgestellt
Beispiel
- Identifizierung durch zertifiziertes Verfahren (z.B. VideoIdent, eID)
- Authentifizierung mit Username/PW & 2FA
Im Homeoffice remote arbeiten kennen wir spätestens seit der Corona-Pandemie. Remote-Unterschriftenprozesse mit einer "Remote Signature", wie die Fernsignatur auf Englisch heißt, gibt es aber sogar schon länger. Mit der eIDAS-Verordnung, die 2016 eingeführt wurde, wurden elektronische Signaturprozesse endlich auf eine einheitliche und europaweit verbindliche Rechtsgrundlage gestellt. Dabei haben wir bereits gelernt, dass die qualifizierte elektronische Signatur die höchste Rechtssicherheit bietet, da sie der handschriftlichen Unterschrift rechtlich gleichgestellt ist. Wir zeigen dir nun, wie du mit Acrobat Sign selbst eine qualifizierte elektronische Signatur mit Fernsignatur-Zertifikat erstellst.
Für die Erstellung von einer QES mit Fernsignatur stellt Adobe Sign selbst keine digitalen Zertifikate aus, sondern funktioniert mit praktisch jedem digitalen Zertifikat, das von einem qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter ausgestellt wird. Aktive und offiziell zertifizierte Vertrauensdiensteanbieter findest du in der Adobe Approved Trust List. Acrobat Sign ist eine SaaS-basierte elektronische Signaturlösung, die es Benutzer*innen ermöglicht, Unterschriften- und Genehmigungsprozesse digital und flexibel in der Cloud abzuwickeln. Dementsprechend wird synonym zur Fernsignatur auch der Begriff „Cloud-Signatur“ bzw. "Cloud-Signatur-Zertifikat" verwendet.
Und so geht’s (Beispiel-Workflow):
Einen Vertrag schnell mobil aufrufen und signieren oder ein Dokument zum Unterzeichnen vom Tablet aus versenden: Elektronische Signaturen bieten Unternehmen wie Privatpersonen die Möglichkeit, ihre Signaturprozesse flexibel, nachvollziehbar und rechtssicher abzuwickeln. Mit den intuitiven mobilen Anwendungen Adobe Scan und Adobe Reader stehen dir neben Acrobat Sign weitere Tools zur Verfügung, über die elektronische Signaturen einfach und medienbruchfrei erstellt und eingeholt werden können.
Weitere Informationen zu elektronischen Signaturen und wie du sie anwendest, erhältst du in unserem Whitepaper „Handschriftlich signieren in der digitalen Welt“.
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